Dennis Wilms
Alles nahm 1994 seinen Lauf, als ich anfing mit Radiosendungen mein Taschengeld aufzubessern. Meine Freunde kellnerten und trugen Prospekte aus und mich zog es immer tiefer hinein in die Welt der Medien. Mit 18 war ich einer der jüngsten Radiomoderatoren Deutschlands. Ich quälte mich durchs Abitur und begann danach ein Redaktionsvolontariat. Was ich mir bis dahin an Journalismus durch "learning by doing" angeeignet hatte, wurde nun durch eine harte Ausbildung in die richtige Form gebracht. Mein Sender schickte mich zum Training ins Moderations-Mekka Holland und in den heiligen Hallen der Akademie für Publizistik lauschte ich Dozenten, die mir die theoretischen Seiten des Fachs nahe brachten. In der Praxis durfte ich nun im Radioprogramm die News präsentieren und das hektische Reporterleben in all seinen Facetten ergründen.
Meine TV-Premiere erlebte ich 1996. Zuerst präsentierte ich Jugendsendungen bei RTL2 und beim ZDF. Doch schon bald landete ich über den Kinderkanal bei der ARD, für die ich über 250 Sendungen "Tigerentenclub" moderieren durfte. Mit dem Tigerentenclub ging's in die weite Welt: Ich fand mich bald in den ägyptischen Pyramiden, an der Klagemauer in Jerusalem, im Zug in Sibirien oder in einem Safari-Camp in Kenia wieder. Ich lernte die Welt kennen, durfte neugierig sein und alle Frage stellen, die mir in den Sinn kamen, kurz - ein Traum hatte sich erfüllt. Nach fünf Jahren war ich der Tigerente aber ein wenig "entwachsen" und wechselte zu Planet Wissen. Das schöne dabei ist, dass ich auch hier neugierig sein, alle Fragen stellen darf, die mir in den Sinn kommen. Ich genieße es, nun ein wenig die Erfahrung meiner ersten Berufsjahre nutzen zu können und mich als Moderator in ein erwachsenes Format hinein entwickeln zu können. Und: Ich freue mich auf viele spannende Minuten mit Ihnen.
Fünf Fragen an Dennis Wilms
Worauf warst Du schon als Kind neugierig?
Bedingt durch meine Kurzsichtigkeit, die schon im 4. Lebensjahr festgestellt wurde, konnte ich nie Flugzeuge am Himmel erkennen. "Schau mal, Dennis, der Flieger da oben!" Meine Standard-Antwort: "WO???" Ich glaube daher mein Faible für Flugzeuge. Ich hatte mein ganzes Zimmer mit Bildern voll und möchte auch heute noch gerne lernen, wie man so ein Ding fliegt.
Was ist das schönste an Deinem Beruf?
Erstens: Man erweitert seinen Horizont ständig, da man sich mit vielen Themen befasst und auch befassen muss. Zweitens: Man trifft laufend spannende Menschen. Drittens: Ich habe für die Medien- beziehungsweise TV-Branche wirklich großes Interesse und Leidenschaft entwickelt. Und viertens: Ich kann hier fast jeden Tag kreativ sein.
Wohin geht Dein Traumurlaub?
In ein großes Haus mit Pool und Van nach Florida. Weil ich die Art dort zu leben liebe: nachts um 2 Uhr ohne Stress einkaufen, (meistens) tolles Wetter, die Strände, die Menschen (die lebensfrohen, freundlichen, ab und zu oberflächlichen Menschen sind mir dort bei weitem lieber als unfreundliche, manchmal sogar deprimierte Denker-Typen in unserem Land).
Du darfst einen Tag lang jemand anderer sein. Wer wärst Du gern?
Dave Gahan, der Sänger der Band Depeche Mode. Weil ich ja eigentlich Musik-Star werden wollte und mich diese Band veranlasst hat (fast) alles dafür zu tun. Ich würde gerne mal wissen, wie es ist, die für mich tollsten Songs der Welt auf einer Bühne zu singen. Ohne Depeche Mode würden Sie diese Zeilen von mir gar nicht lesen, weil ich nicht diesen Beruf hätte und Sie mich nicht kennen würden. Ich bin nur zum Radio und dann zum Fernsehen gekommen, weil ich mit meiner Band 1994 einen Nachwuchswettbewerb gewonnen habe.
Du darfst ein Museum zusammenstellen. Was würde man darin finden?
Das ist eine schwere Frage... Wahrscheinlich meine ganze Heimatstadt Kiel. Weil man, je weiter und öfter man von ihr entfernt ist, überhaupt erst merkt, was einem die Heimat bedeutet.



