Julia Schöning
Mein Studium der Kunstgeschichte und Germanistik fand dann wieder als Heimspiel in Bochum statt. Hier, im Zentrum des Strukturwandels, sammelte ich meine ersten journalistischen Erfahrungen. Interessiert hingucken, so lange fragen, bis man eine Antwort bekommt und das Ganze begeistert weitererzählen - diese natürlichen Ruhrpott-Tugenden konnte ich als Nachrichtenredakteurin beim Lokalradio und als Reporterin für das WDR-Fernsehstudio Dortmund konstruktiv zum Einsatz bringen.
Mit dem Beginn des Volontariats beim WDR war dann aber auch für mich die Zeit gekommen, die Heimat zu verlassen - wenn auch nicht allzu weit - nach Köln. Das Heimweh verflog schnell, denn mit der direkten Art der Rheinländer und der journalistischen Arbeit im Mutterhaus des WDR habe ich ein echtes zweites Zuhause gefunden. Ob als Reporterin (unter anderem für das ARD-Morgenmagazin), als Realisatorin für die Unterhaltungssendung "Zimmer Frei!" oder als Moderatorin des WDR-Ruhrgebietsmagazins "A40" - trotz wachsenden Erfahrungsschatzes ist dieser Beruf zu vielfältig und spannend, um in routinierte Langeweile zu verfallen.
Seit 2008 arbeite ich als Moderatorin bei Phoenix. Hier habe ich die Chance, meine Arbeit auf dem Feld des politischen Journalismus zu vertiefen und nach der dritten auch noch die vierte Frage stellen zu dürfen.
Interessanten Themen Raum und Zeit geben: Genau das schätze ich auch an meiner Arbeit als Moderatorin bei Planet Wissen! Und durch die Zusammenarbeit mit der Redaktion im WDR-Studio Dortmund rücke ich zudem meiner geografischen Heimat wieder näher - auch wenn BVB-Gebiet für jeden echten VFL-Fan natürlich Feindesland bedeutet.
Fünf Fragen an Julia Schöning
Was ist das Schönste an Deinem Beruf?
Jeden Tag habe ich mit interessanten Menschen zu tun, die in unterschiedlichsten Gebieten ein besonderer Quell des Wissens sind. Es ist eine schöne Aufgabe, diesen Schatz als Journalistin vielen Menschen zugänglich zu machen.
Du darfst ein Museum zusammenstellen. Was würde man darin finden?
Mein Museum würde eine ziemlich wilde Mischung aus moderner Kunst und verwunschenem Krimskrams sein. Ganz wichtig: Hinter dem Museum ist ein Garten mit sehr vielen Tieren.
Welchen Ort magst Du besonders?
Die Schurenbach-Halde in Essen. Von dort aus hat man einen wahnsinnigen Blick über das Ruhrgebiet. Das ist ein ganz stiller und erhabener Ort, und wenn man ganz besonders leise ist, dann kann man sogar manchmal noch den Klang der Bergwerke aus einer längst vergangenen Zeit hören.
Wen würdest Du gerne mal als Gast zu Planet Wissen einladen?
Roberto Benigni zum Thema Clowns.
Wohin geht Dein Traumurlaub?
In das Gewühl einer Großstadt in Asien und direkt danach in eine versteckte Sonnenbucht, wo man - in einem Liegestuhl und mit Cocktail - über all das nachdenken kann, was man in der Stadt gesehen hat.




