Herzrhythmusstörungen

Silhouette einer Frau, die sich an die linke Brust fasst. Im Bereich des Herzens ist graphisch eine rote Zickzacklinie (Herzschlag) zu erkennen.

Herz

Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen zählen inzwischen zu den typischen Volkskrankheiten. Wenn das Herz aus dem Takt gerät, kann das verschiedene Ursachen haben. Man weiß, dass verengte Herzkranzgefäße, Bluthochdruck oder eine Herzmuskelschwäche die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen. Besonders häufig tritt das sogenannte Vorhofflimmern auf. Während der Herzmuskel im Normalfall – abhängig von der Belastungssituation – zwischen 60 und 100 oder gelegentlich auch 180 Mal pro Minute schlägt, kommt es beim Vorhofflimmern in der Ruhephase zum Chaos mit bis zu 350 Schlägen in der Minute.

Die Ursachen

Der natürliche Taktgeber des Herzens sitzt im oberen Teil des rechten Herzvorhofes. Der sogenannte Sinusknoten erzeugt ein elektrisches Signal, das an den darunterliegenden AV-Knoten (Atrioventrikular-Knoten) übermittelt wird. Der AV-Knoten bündelt die Signale, gibt sie über Leiterbahnen weiter an die Herzmuskelzellen der großen Herzkammern und reguliert so das Zusammenziehen und die Entspannung des Muskels.

Beim Vorhofflimmern ist diese Reizübertragung gestört. Ausgelöst wird sie durch Areale im Umfeld des Sinusknotens, die eigene, abnorme Erregungswellen erzeugen und damit die Impulse des Sinusknotens überlagern. Da auch diese Signale in die Herzkammern gelangen, kommt es zu der chaotischen Abfolge von Herzschlägen.

Die Diagnose

Fatal ist: Nicht immer ist das Krankheitsbild offensichtlich. Die typischen Symptome sind beim Vorhofflimmern der schnelle Herzschlag, Schwindel, Atemnot und Abgeschlagenheit, gelegentlich auch Schmerzen in der Brust. Ein Gefühl von Beklemmung und Angst stellt sich ein.

Doch all das kann auch ausbleiben. Der Patient merkt manchmal von seinen Herzrhythmusstörungen auch gar nichts. Anfangs kann die Störung sehr vereinzelt auftreten, im Laufe der Jahre kann sie chronisch werden und dann mitunter auch über mehrere Stunden anhalten.

Aus der spontanen Herzrhythmusstörung wird dann ein Dauerflimmern. Spätestens dann lässt sich die Störung eindeutig im EKG nachweisen. Mit dem EKG können jedoch nicht jene Regionen ermittelt werden, wo die unerwünschten elektrischen Impulsstörungen ihren Ausgangspunkt nehmen.

Dies herauszufinden, erfordert den Einsatz des Herzkatheters. Dabei wird, ausgehend von der Leiste, ein Katheter in den rechten Vorhof geschoben, um die zusätzlichen Erregungswellen zu messen und zu lokalisieren. Anschließend können diese Daten in Form einer dreidimensionalen "elektrischen Landkarte" auf einem Computer dargestellt werden.

Ein Mann greift sich mit der Hand an die Brust

Typische Symptome: Schmerzen in der Brust

Die Therapie

Das Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich. Gravierend sind jedoch die Folgen. Patienten mit einer solchen Herzrhythmusstörung haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko. Rund 15 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf das Vorhofflimmern zurück. Um dieses Risiko zu senken, müssen die Patienten in der Regel blutverdünnende Medikamente einnehmen, damit die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln gebannt werden kann.

Das Vorhofflimmern selbst wird zunächst medikamentös behandelt. Bestimmte Wirkstoffe blockieren die Ionenkanäle und sorgen so dafür, dass die elektrischen Impulse nicht weitergeleitet werden. Da jedoch manche Medikamente unter Verdacht stehen, selbst zusätzliche Rhythmusstörungen auszulösen, kommt immer häufiger die Katheterablation zur Anwendung.

Dabei nutzt man die Daten des "Kathetermappings", mit dem sich die überflüssigen Erregungsareale lokalisieren lassen. In einem zweiten Schritt werden diese Areale dann mithilfe eines Lasers bei einer Temperatur von 50 bis 70 Grad Celsius verödet.

Autor: Ulrich Neumann

Stand: 18.04.2017, 16:23

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