Feuer

Energie

Feuer

"Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht", heißt es in Schillers "Lied von der Glocke". Eine Weisheit, die sich bis heute bewährt hat. Denn solange der Mensch das heiße Element unter Kontrolle hat, ist es nutzbringend: Es spendet Wärme und Licht, schmeichelt unseren Sinnen.

Die Beherrschung des Feuers

Ein Neandertaler hockt vor einem Feuer

Ein wichtiger Schritt in der Evolution: Die Nutzung des Feuers

Doch schon eine kleine Unvorsichtigkeit im Umgang mit Feuer kann für den Menschen zu einer Lebensgefahr werden und schreckliche Verwüstungen anrichten.

Der Mensch hat das Feuer nicht erfunden, sondern als Nutzmittel für sich entdeckt. Es verhalf ihm vor vielen Jahrtausenden zu einem gewaltigen Evolutionssprung. Der Mensch lernte, mit dem Feuer umzugehen und erkannte seinen Nutzen: Es erhellte ihm das Dunkel, schützte ihn vor Kälte und Tieren, half ihm, seine Speisen genießbar und verdaulich zu bereiten, vernichtete seuchenerregende Abfälle. Mithilfe des Feuers konnte er in Regionen leben, in denen er sonst kaum überlebt hätte.

Einige Funde deuten darauf hin, dass unsere Vorfahren – genauer: der Homo erectus – bereits vor rund 1,5 Millionen Jahren die Kraft des Feuers nutzten. Doch die Frage, ab wann es dem Menschen gelang, Feuer selbstständig zu entfachen, wird auch unter den Forschern noch heftig diskutiert. Viele gehen davon aus, dass dies dem Neandertaler mithilfe von Feuersteinen vor 40.000 Jahren möglich war.

Was ist Feuer und wie entsteht es?

Ein Martinsfeuer

Große Feuer sind bei Bräuchen weitverbreitet – immer ist Vorsicht geboten

Für ein Feuer braucht man drei Dinge: Brennstoff, Hitze und Sauerstoff. In der Hitze reagiert der Brennstoff mit dem Sauerstoff der Luft, es entsteht eine Oxidation. Das heißt, die Moleküle des Brennstoffs verbinden sich mit dem Sauerstoff und dabei wird Wärme freigesetzt. Feuer ist eine sogenannte exotherme Reaktion: Es produziert mehr Wärme, als man benötigt, um die Reaktion in Gang zu setzen.

Um ein Feuer in Gang zu setzen, braucht man eine Initialzündung oder Startwärme, bei der der chemische Verbrennungsprozess des Brennstoffs startet und in einer Art Kettenreaktion fortläuft. Eine Initialzündung kann in der Natur beispielsweise ein Blitz sein, der in einen Baum einschlägt.

Die Startwärme bewirkt die Flamme, durch die entstandene Wärme wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt: Das Feuer brennt nun aus sich selbst heraus, bis eines der drei Dinge – Brennstoff, Hitze oder Sauerstoff – nicht mehr da ist.

Löschmethoden

Ein Buschfeuer in der Savanne Afrikas

Außer Kontrolle und schwer zu löschen

Ist ein Feuer erst einmal entfacht, kann es auch schnell außer Kontrolle geraten und innerhalb weniger Minuten lebensgefährliche Ausmaße für den Menschen annehmen. Um einen Brand zu löschen, muss man ihm entweder nur die Wärme, den Brennstoff oder den Sauerstoff entziehen. Klingt sehr einfach.

Doch die Löschmethode ist von den brennenden Materialien abhängig. Das beste Löschmittel ist immer noch Wasser: Es ist billig, umweltfreundlich und fast überall unbegrenzt verfügbar. Bei Bränden wird es entweder als dicker Löschstrahl oder als Tröpfchenregen eingesetzt.

Sprüht man Wasser auf etwas Brennendes, wird der Flamme Energie entzogen – und zwar so viel, bis nicht mehr genug Energie da ist, um zusammen mit Brennstoff und Sauerstoff das Feuer anzuheizen. Wird Wasser beispielsweise auf ein Stück glühende Holzkohle gesprüht, kühlt der Brennstoff Kohle immer mehr ab.

Außerdem entsteht dabei Dampf, der emporsteigt – ein weiterer Löscheffekt: Der Dampf wird zu einer Sperre, die die Sauerstoffzufuhr verringert. Die Flamme wird kleiner, bis sie schließlich erlischt. Das heißt, Wasser löscht, weil es kühl ist und nicht, weil es nass ist.

Aber es gibt auch Feuer, die man niemals mit Wasser löschen sollte: zum Beispiel Flüssigkeitsbrände. Hier kann es zu kleinen oder auch größeren Explosionen kommen. Bei Fettbränden können meterhohe Stichflammen entstehen: Die Wassertropfen dringen in die heiße Flüssigkeit ein und verdampfen in Bruchteilen von Sekunden, wobei sie sich stark ausdehnen.

Dadurch werden Brennstoffteilchen in die Luft gerissen, die beim Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft sofort explodieren. Flüssigkeitsbrände löscht man mit Schaum. Dieser trennt den Brennstoff vom Sauerstoff ab. Wo Materialien wie Computer stehen, sollte man Löschgas verwenden. Ein Fettbrand in der Pfanne kann gelöscht werden, indem man einfach einen Deckel auf die Pfanne setzt. Damit wird dem Feuer die Luft genommen.

Brandschutz im Haushalt

Ein Handfeuerlöscher der Berufsfeuerwehr

Feuerlöscher müssen regelmäßig überprüft werden

Ein Feuer im Haushalt ist schnell entfacht. Eine brennende Zigarette fällt auf den Boden, Kinder zündeln mit Streichhölzern, ein veraltetes Elektrogerät verursacht einen Schwel- oder Kabelbrand. Doch trotz hoher Brandgefahren im Haushalt sind Feuerlöscher nicht überall griffbereit. Oftmals fehlen sie ganz, sind veraltet oder schlecht gewartet.

Vorhandene Geräte sollten alle zwei Jahre vom Fachmann überprüft werden, Geräte, die älter als 20 Jahre sind, gegen neue ersetzt werden. Der Feuerlöscher sollte so montiert sein, dass er schnell griffbereit ist, beispielsweise im Flur oder Eingangsbereich. Auf der Flasche aufgedruckte Piktogramme informieren darüber, für welche Brandklassen der Feuerlöscher geeignet ist.

Brandklasse A etwa sind feste Materialien wie Holz, Papier oder Textilien, Brandklasse D Metalle wie Aluminium oder Lithium. Wichtig ist, mit der Handhabung eines Feuerlöschers möglichst schon vor dem Ernstfall vertraut zu sein. Denn mit ihm können nur kleinere Brände vollständig gelöscht werden, daher ist der rechtzeitige Einsatz wichtig.

Häufig kommt es nachts zu Bränden und die Brandopfer werden im Schlaf überrascht. Oft werden die Betroffenen durch die Kohlenmonoxide bewusstlos, bevor sie durch Hustenreize aufwachen und sterben nicht durch die Flammen, sondern an den Folgen einer Rauchvergiftung. Rauchmelder können daher zu Lebensrettern werden.

Die meisten der im Handel erhältlichen Rauchmelder arbeiten optisch und geben einen schrillen Signalton ab, sobald Rauchpartikel in ihre Messkammern eintreten. Um auch bei Stromausfall geschützt zu sein, sollten die Geräte batteriebetrieben sein. Für die Küche gibt es spezielle Thermomelder, die auf Hitze statt Dampf reagieren, um häufige Fehlalarme zu vermeiden.

Autorinnen: Gönke Harms/Silke Rehren

Stand: 04.04.2016, 13:37

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