Elbe

Flüsse und Seen

Elbe

Sie fließt durch schroffe Täler, vorbei an alten Burgen, malerischen Altstädten und Schlössern bis hin zum Hamburger Hafen und schließlich in die Nordsee: die Elbe. Als gut 1100 Kilometer langes blaues Band zieht sie sich quer durch Deutschland. Der Fluss entspringt im tschechischen Riesengebirge. Labe wird er hier genannt. Hinter Děčín fließt er dann nach Deutschland und heißt Elbe.

Von Elfen und hellen Wassern

Wie ein breites blaues Band zieht sich die Mittelelbe bei Dessau durch eine flache grüne Landschaft.

Mittelelbe bei Dessau

Für den Ursprung des Flussnamens "Elbe" gibt es verschiedene Erklärungen. Eine häufig genannte ist die lateinische Bezeichnung des Flusses "albia", was so viel wie "helles Wasser" bedeutet. Dies würde auch erklären, warum der Strom mit dem weiblichen Artikel "die Elbe" bezeichnet wird, denn der lateinische Begriff "albia" ist ebenfalls weiblich.

Eher poetisch als sprachwissenschaftlich wahrscheinlich mutet dagegen die Erklärung an, in den weißen Flussnebeln um die Kiefern huschende Elfen (mittelhochdeutsch: alb) könnten dem Strom zu seinem Namen verholfen haben.

Der Fluss lässt sich geografisch in verschiedene Bereiche aufgliedern: Als Oberelbe bezeichnet man den eher von Gebirge geprägten Teil von der Quelle bis etwa Riesa im Regierungsbezirk Dresden. Die Mittelelbe dagegen ist ein Tieflandfluss. Sie reicht bis zum Stauwehr Geesthacht kurz vor Hamburg.

Unterelbe nennt man den gezeitenabhängigen Teil des Stroms. Hier bildet die Elbe einen Mündungstrichter, einen sogenannten Ästuar. Bei Flut dringt in dieses trichterförmige Delta im Mündungsbereich der Elbe Meerwasser ein und mischt sich mit dem Süßwasser des Flusses. Bei Ebbe fließt das Wasser dann zur Nordsee hin ab. Die Fortsetzung des Mündungstrichters im Wattenmeer schließlich wird als Außenelbe bezeichnet.

Riesiges Einzugsgebiet

Die Karte zeigt den Verlauf der Elbe von der Quelle im tschechischen Riesengebirge über die Städte Dresden, Magdeburg und Hamburg bis zur Mündung in Cuxhaven.

Das Einzugsgebiet der Elbe

Insgesamt ist die Elbe von der Quelle bis zur Mündung 1094 Kilometer lang. Ihr Einzugsgebiet – also der Bereich, aus dem die Elbe über Nebenflüsse mit Wasser gespeist wird – erstreckt sich über eine Fläche von 148.268 Quadratkilometern und ist damit gut doppelt so groß wie das Bundesland Bayern.

Nach Donau, Weichsel und Rhein ist die Elbe das viertgrößte Flusseinzugsgebiet Mitteleuropas. Dieses Gebiet liegt zu knapp zwei Dritteln in Deutschland, zu gut einem Drittel in der Tschechischen Republik. Randbereiche des Einzugsgebietes erstrecken sich bis nach Österreich und Polen.

Insgesamt leben in dieser Region rund 25 Millionen Menschen. Die größten Städte sind Berlin, Hamburg und Prag. Innerhalb von Deutschland liegen die zehn Bundesländer Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen im Einzugsgebiet der Elbe.

Bizarre Felsen und seltene Frösche

Die Elbe durchquert sehr unterschiedliche Landschaften. Nach dem Riesengebirge fließt sie durch das Elbsandsteingebirge, das im deutschen Teil auch als Sächsische Schweiz, im tschechischen als Böhmische Schweiz bekannt ist. Auf beiden Seiten der Grenze sind hier Nationalparks ausgewiesen, mit Sandsteinnadeln und bizarren Felsriffen, skurrilen Kiefern und urwüchsigen Buchenwäldern. Daran schließt sich die Mittelelbe mit dem Elbe-Mulde-Tiefland an, das sich bis kurz hinter Magdeburg erstreckt.

Der nächste größere Abschnitt bis kurz vor Hamburg wird als Elbtalniederung bezeichnet. Diese Gebiete um die Mittlere Elbe hat die UNESCO 1997 zum großen Teil als "Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe" in die Liste der schützenswerten Natur- und Kulturlandschaften aufgenommen. So finden sich beispielsweise im Dessauer Elbtal noch typische Auwälder, wie sie sonst in Mitteleuropa kaum noch vorkommen. Besonders selten sind hier die sogenannten Hartholz-Auwälder mit Eichen, Ulmen und Eschen. Prägend für das Bild der Elbe-Auwälder sind dagegen Silberweiden und Schwarzpappeln.

Ein junger Seeadler sitzt am Elbufer. Zwischen seinen Füßen liegt ein Stück Fisch.

Seeadler fühlen sich in den Elbauen wohl

In den Auwäldern ist auch der Elbe-Biber heimisch. Lange war sein Lebensraum stark bedroht. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen breitet er sich aber in den vergangenen Jahren langsam immer weiter entlang des Flusses aus. Auch Fischotter kommen hier vor, Seeadler und Schwarzstorch nutzen die Elbtalauen zum Brüten.

Eine weitere Besonderheit entlang der mittleren Elbe sind die sogenannten Qualmgewässer. Sie entstehen bei Hochwasser. Hierbei drückt sich Wasser durch den größtenteils sandigen Boden der Elbdeiche und tritt an der anderen Seite wieder aus. In diesem Qualmwasser leben vor allem Amphibien, die andernorts selten sind, wie zum Beispiel die Rotbauchunke oder der Moorfrosch.

Hinter Hamburg, in der Unteren Elbeniederung, findet man eine bereits merklich von der Nordsee geprägte Marschlandschaft. Der Boden hier ist sehr fruchtbar, und so wird dieser Bereich vor allem landwirtschaftlich genutzt.

Mit dem Rad am Fluss entlang

Eine Radfahrerin fährt auf dem Elberadweg am Fluss entlang, im Hintergrund sind ein Dampfer und die Brücke 'Blaues Wunder' zu sehen.

Per Rad lässt sich die Elbe gut erkunden

Besonders gut erkunden lässt sich die abwechslungsreiche Landschaft entlang der Elbe vom Fahrrad aus. Auf einer Strecke von rund 1000 Kilometern begleitet die als Elberadweg ausgewiesene Fahrradstrecke das blaue Band des Flusses, mal auf eigens angelegten asphaltierten Radwegen, mal auf Nebenstraßen.

Start der Tour, die sich auch gut in mehrere Einzeletappen untergliedern lässt, ist allerdings nicht die Elbquelle, sondern Prag. Erst an der Mündung der Moldau trifft der Radweg auf die Elbe, folgt ihr dann aber bis zur Nordsee-Mündung in Cuxhaven. Streckenweise gibt es sogar zwei Wegevarianten am rechten und am linken Elbufer entlang.

Autorin: Christina Lüdeke

Stand: 11.05.2016, 09:15

Darstellung: