Höhenwanderung der Apfelblüte 2017 im Murgtal

Unsere Aktion Apfelblütenland

Höhenwanderung der Apfelblüte 2017 im Murgtal

Parallel zur Planet Wissen-Aktion "Apfelblütenland" führt die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) seit 2007 ein phänologisches Projekt zur Apfelblüte durch. Im Murgtal, einem Seitenarm des südlichen Rheintals in Baden-Württemberg, untersucht Sandra Dezenter die Ausbreitung der Apfelblüte hinauf in die Höhenlagen des Schwarzwaldes.

Dienstag 30.05.2017

Eine Woche mit früh- bis sogar hochsommerlichen Temperaturen hat das Blühende bis in die Höhenstufe über 900 Meter getrieben. Zum Wochenende erreichte der Sonnenwirtsapfel am Naturschutzzentrum Ruhestein, auf 910 Höhenmeter, zeitgleich mit dem Boskoop in Seewald-Besenfeld, auf 805 Höhenmeter, das Ende der Blüte. Lediglich am Standort Freudenstadt-Kniebis, auf 910 Höhenmeter, hält einer der beobachteten Apfelbäume noch an zwei letzten Blüten fest. Da 95 Prozent seiner Blütenblätter bereits verblüht und abgefallen sind, ist das Stadium "Ende der Blüte" auch beim letzten Beobachtungsbaum im Murgtal eingetreten.

Statistik Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 30. Mai.

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 30. Mai

Im elften Jahr der Apfelblütenbeobachtung war der Apfelblütenverlauf stark von Wetterkapriolen beeinflusst. Kälteeinbrüche und Frost ließen den diesjährigen Blühverlauf zum längsten und langsamsten seit Projektbeginn werden. Nach zwei Monaten intensiver Apfelblütenbeobachtung schließe ich heute das Murgtal-Tagebuch am Standort Freudenstadt-Kniebis und erlaube mir einen intensiven Blick über Schwarzwaldhöhen.

Blick auf den Ellbachsee im Schwarzwald.

Blick auf das Naturdenkmal "Ellbachsee"

Dienstag 23.05.2017

Statistik Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 23. Mai.

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 23. Mai

Heute müssen nur noch die Standorte in den Seitentälern über 600 Höhenmeter begutachtet werden, genauer gesagt, ab Freudenstadt-Dietersweiler. Dennoch führt die Route zunächst über die höher gelegen Standorte entlang der Schwarzwaldhochstraße am Ruhestein und Schliffkopf. Der Sonnenwirtsapfel am Naturschutzzentrum Ruhestein, auf 910 Höhenmeter, ist der letzte Beobachtungsbaum mit dem Blühbeginn auf dieser Höhenstufe. Er blüht seit dem 16. Mai, 47 Tage nach Einsetzten der ersten Blüte in der Rheinebene. Mit 16,8 Meter pro Tag ist der diesjährige Höhenaufstieg der Apfelblüte der langsamste seit Projektbeginn.

Eine Schnecke auf einerm Apfelbaum-Ast.

2017 geht’s nur im Schneckentempo voran

Heute steht er noch im Stadium der Vollblüte, obwohl schon viele seiner Blütenblätter am Boden liegen. Ein kurzer Abstecher zu „Struppi“ am Schliffkopf, auf 1043 Höhenmeter, bringt heute keine neuen Erkenntnisse. Es bleibt dabei, er blüht 2017 nicht! Am Standort in Freudenstadt-Kniebis, ebenso auf 910 Höhenmeter, war der Blühbeginn zwar drei Tage früher als am Ruhestein, aber auch hier wird sich die Vollblüte noch einige Tage halten. An allen weiteren Standorten in Freudenstadt ist die Blühphase beendet. Der Rückweg führt über Seewald-Besenfeld, auf 805 Höhenmeter, dort wird der Boskoop auch noch bis zum Wochenende in der Blühphase bleiben.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 12. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 12. Mai

Freitag 12.05.2017

Drei warme Tage und Sonnenschein haben die Vollblüte bis in die Höhenlagen auf 800 Meter, in Seewald-Besenfeld, steigen lassen. Kleine Farbunterschiede in der Höhengrafik bleiben zunächst noch erhalten. Die Nachzügler in Baiersbronn-Schönegrund, auf 480 Höhenmeter und Freudenstadt-Zentrum, auf 740 Höhenmeter, blühen auch endlich. An diesen Stellen befindet heute noch die Markierung für die „Erste Blüte“. In Freudenstadt-Kniebis, auf 910 Höhenmeter, sind an zwei der beobachteten Apfelbäume erste Blüten geöffnet. Auf der gleichen Höhenstufe, hinter dem Naturschutzzentrum Ruhestein, steht der Sonnenwirtsapfel. Hier haben sich zu Wochenanfang die Frostnächte, der verfrühten „Eisheilgen“ stärker als in Freudenstadt-Kniebis ausgewirkt. Viele Blütenknospen scheinen erfroren zu sein, einige rosafarbene Blütenknospen kann ich trotzdem finden, aber noch sind keine offenen Blüten zu sehen. Am Schliffkopf, bei „Struppi“ auf 1043 Höhenmeter, sieht es schlechter aus, seine bislang einzige Blütenknospe ist erfroren. Im Moment sieht es so aus, als würde unser höchstgelegener Apfelbaum im Murgtalprojekt in diesem Jahr nicht mehr blühen.

Eine braune Blütenknospe zwischen braun gefleckten frischen Blättern.

„Struppis“ einzige Blütenknospe ist erfroren

Nach 43 Tagen hat der Blühbeginn in diesem Projektjahr seinen Höchststand zunächst in Freudenstadt-Kniebis, auf 910 Höhenmeter, erreicht. Der frühe Beginn der Apfelblüte, zum 31. März wurde mehrfacht gebremst. Sah es nach der ersten Blühwoche noch nach einem rekordverdächtigen Höhenzuwachs von 50 Meter pro Tag aus, so ist dieser durch wiederholte Kälteeinbrüche auf 18,3 Meter pro Tag gebremst worden.

Dienstag 09.05.2017

Wieder einmal kühle Temperaturen, Regenfälle und nur wenig Sonnenstunden. Ist der anfänglich rasante Anstieg der Apfelblüte nun ein viertes Mal gebremst worden? Ob der Boskoop in Seewald-Besenfeld heute das Stadium der ersten Blüte überschritten hat? Bei gleichmäßig warmen Temperaturen war dies in den vergangenen Projektjahren bereits nach drei bis vier Tagen der Fall. Die erste Station durch das Murgtal führt hoch nach Seewald-Besenfeld, auf 800 Höhenmeter. Oben angekommen, zeigt sich mir ein ähnliches Bild wie vor acht Tagen zu Blühbeginn. Die kühle Witterung hat den Eintritt in die nächste Blühphase verlangsamt, es sind nur wenig offene Blüten dazugekommen. Erst wenn 50 Prozent der Blüten geöffnet sind, spricht man von „Vollblüte“.

Geöffnete Apfelblüten zwischen noch geschlossenen Blütenknospen an einem Zweig mit frischen Blättern.

In Seewald-Besenfeld sind die Bäume noch immer nicht in der Vollblüte

Die nächste Station führt nach Freudenstadt-Zentrum auf 740 Höhenmeter. An unserem Beobachtungsbaum finden sich einige rosa Blütenknospen, hier ist in den nächsten Tagen mit dem Blühbeginn zu rechnen. Auch für Freudenstadt-Dietersweiler gibt es heute keine neuen Meldungen. Hier hält sich weiterhin die Vollblüte. Dies ist an den tiefer gelegenen Standorten, wie Baiersbronn-Surrbach oder Baiersbronn-Röt, auf 530 Höhenmeter, auch nach vierzehn Tagen noch der Fall.

Reichlich geöffnete Apfelblüten zwischen wenigen noch geschlossenen Blütenknospen an einem Zweig mit frischen Blättern.

In Baiersbronn-Surrbach hält sich eindeutig die Vollblüte

Dienstag 02.05.2017

Die letzte Tour am vorigen Freitag ergab nur kleine Änderungen in der Blühphase der Apfelblüte. Das Ende der Blüte war auf 420 Höhenmeter angekommen, an den Standorten bis 660 Höhenmeter hingegen standen die beobachteten Apfelbäume noch in voller Blüte. Es könnte sein, dass sie heute nach dem sonnigen Wochenende endlich den Sprung in die nächste Höhenstufe geschafft haben. Der Boskoop in Besenfeld, auf 800 Höhenmeter, deutete bereits am 24. April auf einen baldigen Blühbeginn hin. Aus diesem Grund beginne ich die heutige Tour in Richtung Schwarzwaldhochstraße mit dem Höhenstandort am Naturschutzzentrum Ruhestein. Hier steht der Sonnenwirtsapfel auf 900 Höhenmeter, ihm hatten die Frostnächte der letzten Woche etwas stärker zugesetzt.  Heute finde ich mehr erfrorene Blütenknospen als bei meinem letzten Besuch. Seine Blütenknospen sind kaum größer geworden und noch immer vollkommen grün. Am nächsten Standort in Kniebis-Dorf, auch auf circa 900 Höhenmeter gelegen, stehen vier weitere Projektbäume mit scheinbar weniger Frostschäden. Bei allen sind die Blütenknospen gut zu erkennen, an einem sind sie sogar schon rot.

Bereits leicht rot gefärbte Blütenknospen an einem Zweig mit frischen Blättern.

Gut durch den Frost gekommen sind diese Blüten in Kniebis-Dorf

Die Tour führt zunächst talabwärts nach Freudenstadt-Dietersweiler, ein Standort mit sechs Projektbäumen zwischen 610 und 660 Höhenmetern. Zwei Boskoop stehen in voller Blüte, andere befinden sich noch in der ersten Phase, dem Blühbeginn. Für Freudenstadt-Zentrum, auf 740 Höhenmeter, ist noch kein Blühbeginn zu vermelden.  Ab Höhenmeter 580, in Baiersbronn-Surrbach, abwärts bis 530 Höhenmeter, in Baiersbronn-Röt, stehen alle Projektbäumen in voller Blüte. Der Standort in Baiersbronn-Schönegrund, auf 480 Höhenmeter, bekommt auch heute wieder kein Symbol für die „Erste Blüte“.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 2. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 2. Mai

Es geht wieder bergauf nach Seewald-Besenfeld, auf 805 Höhenmeter gelegen. Schade, ausgerechnet jetzt ziehen dunkle Regenwolken über den Boskoop an der Straßenkreuzung. Für einen Schnappschuss zum Blühbeginn in Besenfeld reicht die Zeit aber gerade noch.

Eine geöffnete Apfelblüte zwischen noch geschlossenen Blütenknospen an einem Zweig.

Erste Blüte in Seewald-Besenfeld

Montag 24.04.2017

Ein Wochenende mit Frostnächten und kühlen Tagestemperaturen, trotz viel Sonnenschein. Die Schäden nach diesen Frostnächten fielen erneut moderat aus, aber der anfänglich rasante Anstieg der Apfelblüte in die Höhenlagen wurde deutlich gebremst. Der ursprünglich vermutete Blührekord für Freudenstadt-Dietersweiler, auf 660 Höhenmeter, ist ausgeblieben. Der heutige Blühbeginn ist vierzehn Tage früher als im Vorjahr, dennoch ist es kein ungewöhnlich früher Zeitpunkt für diesen Standort. In den zurückliegenden zehn Projektjahren war dies bereits 2007, 2011 und 2014 der Fall. Die roten Blütenknospen des Boskoops an der Straßenkreuzung in Besenfeld, auf circa 800 Höhenmeter, sind deutlich zu erkennen. An den beiden anderen sehe ich heute nur geöffnete Blattknospen, Blühknospen kann ich trotz des Fernglas nicht erkennen.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 24. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 24. April

Kaum Frostschäden auf 800 Höhenmeter! Das bedeutet, auch „Struppi“ der höchstgelegene Apfelbaum des Projekts, auf dem Schliffkopf bei 1043 Höhenmeter könnte glimpflich davon gekommen sein. Tatsächlich, es ist ihm nicht viel passiert, die Spitzen sind nur leicht erfroren. Schade nur, dass sich seit meinem letzten Besuch am 12.04. auch sonst nichts verändert hat. Für Blütenknospen ist es ihm einfach noch zu kalt.

Knospen an einem dünnen Zweig.

„Struppi“ macht langsam

Donnerstag 20.04.2017

Wie sieht die Apfelblüte nach der letzten Frostnacht aus? Die heutige Fahrt ins Murgtal ähnelt zunächst einer Schadensaufnahme. Ich beginne mit den Apfelbäumen am Standort Loffenau, auf 360 Höhenmeter. Hier muss es am Vortag kräftig geschneit haben, vereinzelt finden sich noch Schneereste auf der Wiese. Der Jakob Fischer war schon vor dieser Frostnacht fast vollständig verblüht. Der Boskoop hingegen stand noch in voller Blüte. Auch heute scheint es, als sei er noch in der Vollblüte, lediglich die Farbgebung ist eine andere.

Braun-gelbliche Apfelblüten an einem grün belaubtem Zweig.

Apfelblüte in Loffenau nach Schnee und Frost

Erstaunlicherweise stelle ich fest, dass höher gelegene Standorte ab Forbach-Gausbach bis Baiersbronn-Surrbach, auf 580 Höhenmeter, mit weniger Frostschäden bei der Apfelblüte davon gekommen sind. Noch mehr überrascht mich die Tatsache, dass in Freudenstadt-Dietersweiler, auf 660 Höhenmeter heute noch kein Frostschaden zu erkennen ist. Ich hoffe, dass verändert sich auch mit der nächsten Frostnacht nicht. In der Höhengrafik gibt es keine Änderung. Alles wie beim letzten Mal.

Geschlossene Apfelblüten an einem Zweig mit blauem Himmel dahinter.

Noch ist alles himmelblau und rosa

Dienstag 18.04.2017

Dunkle Wolken, Regen, Schneeschauer und Temperaturen bis maximal acht Grad hindern mich daran, schon am frühen Morgen ins Murgtal zu fahren. Gegen Mittag wird es besser, die Sonne gesellt sich öfter zu diesem Wettermix. Spätestens heute Nachmittag sollten sich die „ballonartigen“ Apfelblüten an den Standorten in Forbach, Baiersbronn und Freudenstadt endlich öffnen. Mein erster Besuch gilt dem Nachzügler in Forbach, ein Klarapfel auf 380 Höhenmeter. Etwas genervt komme ich heute zum dritten Mal hierher, um nach seiner „Ersten Blüte“ zu schauen. Auch jetzt sehen seine Blüten so aus, als würden sie sich gleich im nächsten Moment wieder schließen wollen, um dem drohenden Regenguss zu entkommen. Dennoch reicht es diesmal um den Blühbeginn zu notieren. Die nächste Station, in Baiersbronn-Schönegründ lasse ich diese Woche ausfallen. Hier stehen die ewigen Nachzügler. Jener am Hang, will in diesem Jahr grün bleiben und ganz ohne Blüten auskommen, der Andere, unten am Bach, hat viele Blattknospen durch Erfrieren verloren und hinkt somit dem Blühanfang auch in diesem Jahr hinterher.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 18. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 18. April

Sonne und Apfelblüte in Baiersbronn-Röt! Hier stehen drei Rote Boskoop von 515 bis 530 Höhenmeter. Zwei davon sind in der Blühphase, der dritte wird noch ein paar Tage brauchen. In Baiersbronn-Surrbach, auf 580 Höhenmeter, blüht einer von drei neuen Projektbäumen, der Kaiser Wilhelm. An diesem Standort wurde in unmittelbarer Nähe, und gleicher Höhenstufe, Ersatz für drei im Jahr 2016 gefällte Projektbäume gesucht. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Eigentümern der neuen Beobachtungsbäume für ihr Engagement, und die freundliche Unterstützung bei der Durchführung unseres Projekts zur „Höhenwanderung der Apfelblüte im Murgtal“.

Eine einzelne, geöffnete Apfelblüte zwischen mehreren geschlossenen Blüten an einem Zweig.

Erste Blüten über 500 Höhenmeter

Der nächste Halt führt nach Freudenstadt-Dietersweiler, auf 660 Höhenmeter. Hier wechseln sich Sonne und Schneeregen im Minutentakt ab. Die Blüten an den Beobachtungsbäumen sind kurz vor dem Aufblühen. Der plötzliche Wintereinbruch verwirft meine anfänglichen Spekulationen zum Blühbeginn vor dem 17.04.2017. An diesem Standort erreicht die Apfelblüte in diesem Jahr keinen neuen Rekord. Hoffentlich kommen sie überhaupt zum Blühen, die angekündigte Frostnacht könnte der Apfelblüte massiv schaden.

Samstag 15.04.2017

Die kühle Witterung wie auch die Abnahme der Sonnenstunden zum Osterwochenende haben negative Auswirkungen auf den weiteren Höhenanstieg der Apfelblüte. Aus der Kletterpause ist jetzt Stillstand geworden. Heute habe ich kein Glück. Es ist windig, bewölkt und das Licht zum Fotografieren ausgesprochen ungünstig. Die Inspektion der Apfelbäume zwischen 515 und 580 Höhenmeter, in Baiersbronn-Röt und Baiersbronn-Surrbach, deutet auf eine erneute Verschiebung des Blühbeginns um zwei bis drei Tage hin. Die Suche nach schönen Apfelblüten als Fotomotiv gebe ich vorerst auf. Bisher ist mir das kleine Gehege an der Straßengabelung in Röt noch nie aufgefallen. Das lag wohl daran, dass sich die kleinen Bewohner meistens im Stall aufgehalten haben. Die Besitzer erlauben mir ein Foto ihrer TV-erfahrenen Minihausschweine, Hugo und Boss.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 15. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 15. April

Es scheint, als hätten mir die Minischweine auch „Mini-Glück“ gebracht. Auf der Rückfahrt besuche ich unsere Erstblüher im Murgtal. An den Standorten von Bietigheim bis Gernsbach sorgen unsere Projektbäume für eine kleine Veränderung im Höhenverlauf. Mit Erreichen der letzten Blühphase ist das Ende der Apfelblüte auf 175 Höhenmeter angestiegen. Die Tour war nicht umsonst.

Ein Minischwein steht auf Streu in einem Stall.

Hugo ist sofort zum Modeln bereit, Boss futtert lieber weiter

Mittwoch 12.04.2017

Die Apfelblüte im Murgtal macht eine Kletterpause! Die Beobachtungen in den Höhenstufen bis 420 Höhenmeter decken sich mit jenen vom letzten Sonntag. Vollblüte von 120 bis auf 420 Höhenmeter in Forbach-Gausbach. Zwar haben die „Erstblüher“ dieses Projektjahres beinahe alle Blütenblätter verloren, dennoch reicht es nicht für den Wechsel in die Phase „Ende der Blüte“. Die Entwicklung der Blüten in den höhergelegenen Standorten ist weiter vorangeschritten. Mit der Meldung „Erste Blüte über 420 Höhenmeter geklettert“ werde ich mich bis Ostern gedulden müssen.

Mehrere Ziegen liegen im Gras auf einer Weide.

Auch Kletterkünstler machen mal eine Pause

Sonntag 09.04.2017

Wochenende mit Traumwetter! Blauer Himmel, Sonne pur und Temperaturen über zwanzig Grad. In der Oberrheinebene bei Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, lässt der Gravensteiner die ersten Blütenblätter fallen. Sind 95 Prozent der Blüten verblüht, kann von dem Blühende gesprochen werden. Davon ist er noch lange entfernt. Somit bleibt er heute noch in der Phase der Vollblüte. Im Murgtal hingegen macht die Apfelblüte weitere Fortschritte. Hier ist die Vollblüte in Forbach-Gausbach auf Höhenmeter 420 geklettert.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 9. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 9. April

Dies lässt vermuten, dass die Vollblüte auch den weiteren Aufstieg in die höher gelegenen Standorte geschafft hat. Die Enttäuschung kommt wie immer am Standort Baiersbronn-Schönegründ auf 480 Höhenmeter. Hier herrscht wohl ein besonderes Mikroklima. Seit Projektbeginn sind diese Bäume die Nachzügler in puncto Blühbeginn. Sogar der Boskoop an der Straßenkreuzung in Seewald-Besenfeld auf 790 Höhenmeter hat sie in diesem Jahr in der Entwicklung eingeholt. Die Ausbildung seiner Blüte entspricht dem Stand jener in Freudenstadt-Dietersweiler auf 630 Höhenmeter vom letzten Montag (siehe Bild). Den heutigen Beobachtungen zufolge rechne ich spätestes zum Osterwochenende mit dem Blühbeginn auf 600 Höhenmeter.

Steiler Hang auf dem reichlich Apfelbäume wachsen.

Steiler Anstieg der Apfelblüte in die Höhenlagen

Donnerstag 06.04.2017

Die Umgebung Wolken verhangen, ein Schleier liegt über der Natur. In Gaggenau-Sulzbach, auf 220 Höhenmeter, weht ein kühler Wind über unsere Beobachtungsbäume Jakob Fischer und Boskoop. Erst gegen Nachmittag soll die Bewölkung aufreißen. An diesem Standort ist für heute nicht mehr mit einem Wechsel in die nächste Blühphase zu rechnen. Auf der anderen Talseite, aber gleicher Höhenstufe, in Gaggenau-Selbach, hat es geklappt. Hier steht der Jakob Fischer in der Vollblüte. Die Fahrt geht weiter, über Gernsbach, Loffenau und Lautenbach nach Forbach-Gausbach. Das Stadium der Vollblüte zeigt sich bis auf Höhenmeter 370 in Loffenau.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 6. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 6. April

Schmal, steil und kurvenreich führt der Wege durchs Heuhüttental zu unserem Boskoop. Die Überraschung kommt meist nach der Kurve. Diesmal ist es kein entgegenkommendes Fahrzeug, sondern der Blühbeginn des Boskoops auf 420 Höhenmeter. Er ist dem tieferliegenden Jakob Fischer mit dem Blühbeginn um einen Tag vorausgeeilt. Nach 6 Tagen ist die Blüte aus der Oberrheinebene bei Bietigheim von 120 Höhenmetern auf 420 Höhenmeter geklettert. Mal sehen, vielleicht nimmt sie an Fahrt auf und erreicht den bisher höchsten Durchschnittswert des Murgtalprojekts aus dem Jahr 2007, also 66 Meter pro Tag.

Offenes Tal mit Wiesen, auf denen mehrere kleine Heuhütten stehen.

Das Heuhüttental Gausbach

Montag 03.04.2017

Drei Tage nach Blühbeginn fahre ich ins Murgtal um zu prüfen, ob meine Einschätzungen zum Blühverlauf für die Höhenlagen 120 bis 350 Meter zutreffen. Für den Gravensteiner in Bietigheim auf 120 Höhenmeter hege ich Zweifel, ob er heute Vormittag schon die Hälfte seiner Blüten geöffnet hat um in die nächste Blühphase zu wechseln. Ich verschiebe den Abstecher zu ihm auf die Rückfahrt und fahre die nächst höher gelegenen Stationen auf 220 Höhenmeter an, in Gaggenau-Sulzbach und Gaggenau-Selbach. Tatsächlich, zwei der Jakob Fischer blühen, der Boskoop braucht noch ein bis zwei Tage. Es geht wieder abwärts auf 120 Höhenmeter. Wie erwartet haben in Gernsbach der Jakob Fischer und der Boskoop bereits zum Wochenende das Stadium der Vollblüte erreicht. Gespannt fahre ich weiter um zu sehen, ob ich mit dem Blühbeginn auch bei 350 Höhenmeter richtig liege. In Loffenau steht der Jakob Fischer ungeschützt auf freiem Feld, aber der warme März macht sich auch hier bemerkbar.

Apfelblüte in Dietersweiler

Rekordverdacht auf 630 Höhenmetern

Der Blühbeginn ist bis auf Höhenstufe 360 angekommen. In Forbach-Gausbach stehen weitere Projektbäume zwischen 350 und 420 Höhenmeter. Hier stagniert die Blüte bereits bei 350 Meter. Es scheint, als würde der Boskoop auf 420 Höhenmeter in diesem Jahr Anlauf zu einem Frühstart nehmen, um den tiefergelegenen Jakob Fischer abzuhängen. Ob dies auch für die Bäume in den höheren Lagen zutrifft? Ich fahre nach Freudenstadt-Dietersweiler bis auf 630 Höhenmeter. An allen Projektbäumen ist bereits die Entwicklung der Blüte zu erkennen. Seit Projektbeginn 2006 war der Blühbeginn am 17.04.2014 der früheste Zeitpunkt. Gut möglich, dass dieser Rekord 2017 geschlagen wird. Die Tour wurde deutlich länger als geplant, dafür wurde der verspätete Abstecher nach Bietigheim mit der Vollblüte des Gravensteiners belohnt.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 3. April

Höhenwanderung der Apfelblüte 2017 am 3. April

Freitag 31.03.2017

Warme Frühlingstemperaturen und viel Sonnenschein ließen schon vor Monatsende einen früheren Beginn der Apfelblüte als im Jahr 2016 erwarten. Diesen Eindruck bestätigte eine erste Exkursion zu den Beobachtungsbäumen von der Oberrheinebene bis hinauf zum Schliffkopf im Nordschwarzwald. Von Bietigheim auf 120 Höhenmeter bis Forbach-Gausbach auf 420 Höhenmeter zeigten sich bereits geöffnete Blattknospen an unseren frühblühenden Apfelbäumen. In Gernsbach, auf 175 Höhenmeter, ragen erste rosafarbene Blütenknospen aus dem Grün. An allen weiteren Apfelbäumen, von Höhenstufe 420 bis hoch auf 1043 am Schliffkopf, sind die Blattknospen noch geschlossen.

erste Apfelblüten im März

Frühlingsbeginn in Gernsbach

Der März 2017 war laut Deutschem Wetterdienst der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Auch für den heutigen Tag werden ungewöhnlich hohe Frühlingstemperaturen erwartet. Ich bin gespannt, ob sich dies auch am frühen Einsetzen der Apfelblüte zeigt. In Bietigheim auf 120 Höhenmeter hat der Gravensteiner heute Vormittag ganz zaghaft die ersten drei, für den „Beginn der Blüte“ notwendigen, Blüten geöffnet. In Gernsbach auf 175 Höhenmeter stehen Boskoop und Jakob Fischer in der prallen Mittagssonne. Hier ist keine Suche der Blüten notwendig. Dies ist eindeutig der Beginn des Vollfrühlings!

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 31. März

Höhenverlauf der Apfelblüte 2017 am 31. März

Autorin: Sandra Dezenter

Stand: 01.06.2017, 10:00

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