Schweine

Schwein auf Wiese

Haustiere

Schweine

Schon seit langer Zeit halten sich Menschen Schweine und ernähren sich von ihnen. Als Nutztiere teilen Schweine mit Rindern, Kühen, Ziegen und Schafen das Schicksal, allzu oft auch auf ihren reinen Nutzwert reduziert zu werden. Das Schwein als Markterfolg in Medizin und Fleischindustrie. Doch zum Glück gibt es auch in der Schweinehaltung ein Umdenken.

Massenware Schwein

Etwa 46 Schweine isst der Deutsche durchschnittlich während seines Lebens. Um diesen enormen Bedarf zu decken, müssen jährlich Millionen von Schweinen geschlachtet werden.

Viele von ihnen verbringen ihr kurzes Leben von der Geburt bis zur Schlachtreife mit ungefähr sechs Monaten mit Tausenden anderen Schweinen im dunklen Maststall. Nur etwas mehr als ein Prozent des deutschen Schweinefleisches stammt aus Biohaltung.

Neues Gesetz für die Haltung

In der Massentierhaltung sieht es meistens so aus, dass die Schweine in den Ställen auf Spaltenböden stehen müssen und nicht genug Platz haben, um ein separates "Klo" einzurichten.

Spaltenböden, die aussehen wie eine Europalette, gehören eigentlich längst abgeschafft. Sie zwingen die Tiere geradezu in die Langeweile und Aggressivität. Dann attackieren sich die Tiere gegenseitig. Leider wird auch der Tierarzt nur selten gerufen.

In einem Schweinemastbetrieb stehen die Schweine in Einzelboxen im Stall.

Ein Leben auf engstem Raum

Seit 2001 gibt es eine EU-weite Schweinehaltungsrichtlinie, die einige Verbesserungen vorsieht. Den Schweinen muss zum Beispiel Beschäftigungsmaterial, also Spielzeug, zur Verfügung gestellt werden und die Tiere dürfen nicht in völliger Dunkelheit gehalten werden.

Wenn kein Tageslicht in den Stall fällt, wie es eigentlich der Fall sein sollte, muss mindestens acht Stunden künstlich beleuchtet werden, damit die Schweine ihren Tag-Nacht-Rhythmus aufrecht erhalten können.

Schweine als Organspender

Die Verpflanzung von Tierorganen auf den Menschen, die sogenannte "Xenotransplantation", wird schon seit fast 100 Jahren praktiziert. Die ersten Verpflanzungen von Nieren aus Schafen, Schimpansen und sogar Kaninchen auf den Menschen waren allerdings wenig erfolgreich. Die Organe wurden vom menschlichen Immunsystem sofort abgestoßen.

Ein Herzchirurg hält ein Schweineherz, das an einen externen Blutkreislauf angeschlossen ist.

Schweineorgane für die Transplantation?

Mittlerweile werden Schweineherzklappen mit großem Erfolg auf den Menschen verpflanzt. Das Herzklappengewebe ist aber tot und wird vor der Transplantation intensiv mit Chemikalien behandelt.

Um irgendwann einmal lebende, ganze Schweineorgane auf den Menschen verpflanzen zu können, sind Forscher dabei, Schweine gentechnisch zu verändern.

Das transgene Superschwein

Erste Versuche, Schweineorgane durch Genmanipulation menschenähnlicher zu machen, sind bereits geglückt.

Britische und amerikanische Forscher haben Ferkel geklont, denen das Gen fehlt, welches normalerweise ein Protein erzeugt, das für die Abstoßung im menschlichen Körper verantwortlich ist.

Anderen Schweinen wurden Erbinformationen des Menschen eingepflanzt, so dass die Zellen der Schweinenieren ein menschliches Eiweiß auf der Oberfläche tragen. Das Schweineorgan soll dadurch vom menschlichen Immunsystem länger toleriert werden.

Schweineorgane sind für die Transplantation besonders geeignet, weil Schweine sich schnell vermehren, so dass der Organbedarf gedeckt werden könnte. Außerdem ähneln die Organe in ihrer Funktion und vor allem auch in der Größe denen des Menschen.

Doch es bestehen große ethische Bedenken bei der medizinischen Umsetzung des Vorhabens. Ganz abgesehen davon, dass die große Gefahr einer Virenübertragung vom Schwein auf den Menschen besteht.

Autorin: Pia Grzesiak

Stand: 24.11.2016, 11:00

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