Blutsaugende Insekten

Mücke auf Haut in Nahaufnahme

Stechmücken

Blutsaugende Insekten

  • Stechmücken lieben den Duftcocktail der menschlichen Haut
  • Deutsche Gnitzen übertragen das südafrikanische Blauzungenvirus
  • Kniekehlen, Armbeugen, Nacken – Zecken lieben es gut durchblutet
  • Bettwanzen verstecken sich gerne in Möbeln und Kleidungsstücken
  • Flöhe hinterlassen oft eine ganze Flohstraße

Die Welt ist voller Parasiten. Fast 50 Prozent der Tiere zählen zu den Schmarotzern, die es sich auf Kosten anderer gut gehen lassen. Auch der Mensch ist ein attraktives Opfer. Sein pulsierendes Blut ist für viele Parasiten eine willkommene Beute. Sie brauchen die proteinreiche Nahrung für die Aufzucht ihrer Nachkommen.

Stechmücken, Zecken, Kopfläuse, Flöhe und Wanzen verfügen über ausgeklügelte Stechapparate. Damit durchdringen die Insekten die Haut, um an den begehrten Lebenssaft zu kommen. Der unfreiwillige Aderlass ist nicht nur äußerst lästig, bei einem Stich können auch Krankheitserreger übertragen werden.

Angriff aus der Luft

Blutsaugende Insekten haben erfindungsreiche Strategien entwickelt, um auf dem Objekt der Begierde zu landen. Einige schwirren durch die Lüfte, manche krabbeln zu ihren Opfern und andere versuchen es mit Weitsprung.

In ihrer Mobilität unübertroffen ist die Stechmücke. Wenn es die Weibchen nach Blut gelüstet, fliegen sie aus. Dabei lassen sie sich ganz wesentlich von verlockenden Gerüchen leiten.

Leider finden die sirrenden Insekten auch den Duftcocktail der menschlichen Haut attraktiv. Nach erfolgreicher Landung, tanken sie in wenigen Sekunden voll – und zwar so viel Blut, wie es ihrem Eigengewicht entspricht.

Heimische Arten spielen als Krankheitsüberträger eine vernachlässigbare Rolle. Doch vorwiegend in tropischen Gebieten gibt es etliche Arten, die gefährliche Erreger übertragen. Am bekanntesten ist die Anopheles-Mücke, die viele Menschen mit Malaria infiziert.

Klein, aber gemein

Eine bei uns verbreitete Stechmückenart hat es aber in sich: die winzigen, nur bis zu zwei Millimeter messenden Gnitzen. Keine Gefahr für Menschen, aber für manche Tiere. Gnitzen übertragen nämlich seit 2007 bei uns das aus Südafrika importierte Blauzungenvirus.

30 Prozent der befallenen Schafe und vier bis fünf Prozent der Rinder überleben die Attacke nicht. Erkrankte Tiere magern ab, Mutterschafe und Kühe geben weniger Milch. Alles in allem kann der Angriff der Gnitzen bei Viehhaltern herbe wirtschaftliche Verluste verursachen.

Gnitze, Kriebelmücke auf menschlicher Haut

Gnitzen sind nur bis zu zwei Millimeter groß

Gefährliche Winzlinge

Zecken kommen nicht nur in Wäldern und Parkanlagen vor, sie werden auch durch Mäuse und Igel in Hausgärten eingeschleppt. Die Spinnentiere krabbeln auf Grashalme oder Sträucher und warten geduldig, bis sie irgendwann abgestreift werden. Auf Körperdüfte reagieren die Winzlinge blitzschnell.

Sie krallen sich an ihr Opfer und suchen nach einer dünnen, gut durchbluteten und versteckten Hautpartie. Deshalb stechen die Zecken beim Menschen gerne in die Kniekehlen, zwischen die Beine, in die Achseln und den Nacken. Beim Blutsaugen können die Tiere Krankheitserreger wie FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borrelien übertragen.

Zeckensaison 2015

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen

Haarige Mitbewohner

Das Haupthaar des Menschen ist das Revier der Kopfläuse. Dort gehen sie mit ihren Krallenbeinen auf Wanderschaft. Beim Schmusen oder Kuscheln, also bei direktem Haarkontakt, krabbeln die Insekten von einem Kopf zum andern und legen dort ihre Eier ab. Sie verbreiten sich vorwiegend in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten.

Alle zwei bis vier Stunden saugen die Läuse Blut aus der Kopfhaut. Die Insekten sind zwar lästig, aber ungefährlich. Die an den Haaren klebenden Eier (Nissen) lassen sich mit einem speziellen Kamm oder durch chemische Mittel entfernen.

Laus im Haar

Kopfläuse sind unangenehm, aber nicht gefährlich

Verborgene Blutsauger

Wer auf dem Flohmarkt einen alten Sessel oder ein Sofa ersteht, ahnt oft nicht, was er sich da mit ins Haus bringt. In manchem vermeintlichen Schnäppchen verbergen sich papierdünne Insekten, ihres flachen Körperbaus wegen auch Tapetenflundern genannt.

Die Bettwanzen verstecken sich nicht nur in Ritzen von Möbeln oder hinter Bildern. Sie heften sich auch gerne an Gardinen oder Kleidungsstücke. Wenn die Nacht hereinbricht, gehen die Parasiten meist im Rudel auf die Pirsch.

Sie sind die Nähe des Menschen gewohnt und bedienen sich an seinem Blut. Die Stechborsten der Bettwanzen sind so fein, dass man die Stiche nicht sofort spürt. Erst tags darauf deuten gerötete Hautstellen und juckende Quaddeln daraufhin, dass man ungeliebten Besuch hatte.

Eine Bettwanze beim Blutsaugen auf menschlicher Haut

Juckend aber harmlos – die Bisse der Bettwanze sind ungefährlich

Die Springerelite

Wahre Meister im Weitsprung sind Flöhe: Sie katapultieren sich aus dem Stand 25 Zentimeter weit, um ein geeignetes Opfer anzufallen. Gemessen an der Körpergröße müsste ein Mensch über den Kölner Dom hüpfen, um die gleiche Leistung zu vollbringen. Sie hausen gerne in Polstermöbeln und Teppichen und werden, wie die Bettwanzen, nachts aktiv.

Auch Flöhe hinterlassen schmerzhafte Stiche, oft eine ganze Reihe, die man als "Flohstraße" bezeichnet. Menschenflöhe können ihren Wirt mit Viren infizieren. Schlimmer ist der verwandte Rattenfloh. In der Vergangenheit sorgte er immer wieder für den Ausbruch von Pestepidemien.

Aufnahme eines Flohes

Auch Flöhe hinterlassen schmerzhafte Stiche

Autor: Hans-Jürgen von der Burchard

Stand: 18.05.2017, 13:00

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