Wasser in der Sahara

Trockenwüsten

Wasser in der Sahara

Mit einer Größe von etwa neun Millionen Quadratkilometern ist die Sahara die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich über 11 Staaten: Marokko, Westsahara, Mauretanien, Mali, Algerien, Tunesien, Libyen, Niger, Tschad, Sudan, Ägypten. In weiten Teilen der Sahara ist Wasser Mangelware. Die wenigen Stellen, an denen es zum Vorschein kommt, werden intensiv von Mensch und Tier genutzt.

Spuren in Sand und Fels

Blick über Sanddünen in der Sahara.

In weiten Teilen der Sahara findet sich kein Wasser

Immer wieder stoßen Wissenschaftler in der Sahara auf Spuren einer ehemals üppigen Flora und Fauna. Die Forscher schließen aus der Lage unterschiedlicher Gesteinsschichten, dass sich in dieser Wüste im Laufe von mehreren Millionen Jahren mehrfach trockene und feuchte Phasen abwechselten.

Auch in den vergangenen Jahrtausenden hat es in Teilen der Sahara mehrere Feuchtphasen gegeben. In der Ténéré, einer extremen Teilwüste in der südlichen Sahara, ist dies gut zu erkennen. Heute wachsen in der unwirtlichen Gegend weder Bäume noch Sträucher. Doch noch vor 30.000 Jahren befand sich an der Stelle der heutigen Sandwüste ein riesiges Seengebiet.

An vielen Stellen in der Sahara haben Forscher Knochenreste von großen Säugetieren wie Elefanten und Giraffen gefunden. Ein wichtiger Hinweis darauf, dass es an den Fundorten in der Vergangenheit deutlich feuchter gewesen sein muss.

Felszeichnung mit Giraffen und einem Strauß.

Einst lebten sogar Giraffen in der Sahara

Auch Felsmalereien aus der Jungsteinzeit zeugen von einer einst fruchtbaren Gegend.  Zeichnungen in der libyschen Wüste zeigen beispielsweise Nashörner, Elefanten, Giraffen oder Strauße. Wo heute Wüste ist, lebten vor etwa 10.000 Jahren noch Menschen und Tiere in einer Savannenlandschaft, die ausreichend Wasser und Nahrung bot.

Wasserreservoirs

Auch heute findet sich Wasser in der Sahara, wenn auch nur an wenigen Stellen. Die von den Gebirgen ausgehenden, oft über 1000 Kilometer langen Trockenflussbetten der Wadis füllen sich immer wieder durch periodische Regenfälle. Zudem liegt in der Nähe von Wadis der Grundwasserspiegel relativ dicht unter der Oberfläche. Einfache Brunnen können in solchen Gegenden ganze Oasenkulturen bewässern.

Die meisten Brunnen in der Sahara sind schon mehrere Hundert Jahre alt. Neue Brunnen werden nur selten gegraben, da sie die empfindlichen Wasservorkommen durch ein Absinken des Grundwasserspiegels nachhaltig stören könnten.

Palmen am Ufer des Um el Maa See im Ubari Sandmeer.

Die Wasservorkommen sind sehr empfindlich

Eine weitere empfindliche Wasserquelle ist das fossile Grundwasser, das noch aus der Feuchtperiode stammt und in unterirdischen Schichten zurückblieb. Es kann bis zu 40.000 Jahre alt sein und ist über Brunnen oder Foggaras genannte Wasserstollen erreichbar. Das fossile Grundwasser zu nutzen, kann Gefahren bergen. Da es sich nicht ständig erneuert wie normales Grundwasser, sollte es nur sehr vorsichtig genutzt werden.

Wasserwirtschaft in der Oase

Es gibt unterschiedliche Oasenformen in der Sahara: Brunnen-Oasen, Fluss-Oasen, Quell-Oasen oder sogenannte Foggara-Oasen. Die Foggara ist eine unterirdische Wasserleitung, durch die Grundwasser angezapft und für die Oasenbewässerung nutzbar gemacht wird. Foggaras sind meist am Fuße von Gebirgen und am Rande von Kalkplateaus angelegt. Hier wird das Wasser durch unterirdische Stollen über viele Kilometer zur Oase geleitet. Wichtig sind dabei ein geringes Gefälle sowie Belüftungs- und Reinigungsschächte in regelmäßigen Abständen.

Wasser ist das wichtigste und wertvollste Gut in der Wüste. Nirgendwo wird das so sichtbar wie in einer Oase. Wasser ist so kostbar, dass es nur zu festgelegten Zeiten auf die einzelnen Parzellen verteilt wird. Wasserwächter achten darauf, dass das Wasser gerecht verteilt wird.

Die Landwirtschaft in Oasen ist sehr effizient gestaltet. Der Anbau der verschiedenen Früchte erfolgt in drei Stockwerken: Ganz unten wachsen auf kleinen Beeten Weizen, Gerste, Hirse und Gemüse. Zur mittleren Schicht gehören kleinere Bäume wie Granatäpfel oder Feigen. Die obere Schicht besteht meist aus Dattelpalmen. Sie spenden den anderen Pflanzen Schatten und schützen sie vor dem Austrocknen. Die Frucht der Dattelpalme dient sowohl als Nahrungsgrundlage als auch als Exportgut der Oasenbewohner.

Weiterführende Infos

Autor/in: Kerstin Zeter

Stand: 18.10.2013, 13:00

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