Odessa – Perle an der Schwarzmeerküste

Die Oper in Odessa

Schwarzes Meer

Odessa – Perle an der Schwarzmeerküste

Kein Anrainerstaat hat an der Schwarzmeerküste seine Hauptstadt gebaut. Dennoch gibt es ein paar Städte, die historisch eine wichtige Position hatten und daher einen besonderes Flair ausstrahlen. Odessa ist die jüngste Stadt am Schwarzen Meer. Vor nur 200 Jahren wurde sie in der weiten ukrainischen Steppe aus dem Boden gestampft.

Darum geht's:

  • Zarin Katharina die Große lässt Odessa errichten.
  • Odessa ist eine Stadt mit europäischem Flair.
  • Potemkinsche Treppe, Oper und Katakomben – Sehenswürdigkeiten von Odessa

Katharina die Große und Odessa

Mit dem Frieden von Jassy fiel das Land um Odessa 1792 vom Osmanischen an das Russische Reich. An der Stelle des heutigen Odessa gab es zwar Siedlungen, aber nichts, was einer großen Stadt glich. Zarin Katharina die Große hatte große Pläne für diese Stelle. Es sollte nicht nur eine große, europäisch anmutende Stadt gebaut werden, sondern auch der größte Hafen des Schwarzen Meeres.

Katharina II., Zarin von Russland auf einem Gemälde von Fjodor S. Rokotow (1770).

Zarin Katharina die Große lässt Odessa errichten

Das Hinterland Odessas besitzt sehr fruchtbare Schwarzerde-Böden. Noch heute ist dieser Teil der Ukraine die Kornkammer der Region. Katharina die Große wollte von hier Handel in großem Stil betreiben lassen und das Getreide verschiffen. Also stampfte sie mitten in der Steppe eine Stadt und einen Hafen aus dem Boden, ähnlich wie es bei St. Petersburg gemacht wurde. Das Hinterland aber blieb Steppe, so dass diese Stadt quasi wie eine Fata Morgana erschien.

Stadt mit besonderem Flair

Aufgrund dieser abgeschiedenen Lage war Odessa teilweise auch ein Verbannungsort, an den unliebsame, aber berühmte Dichter geschickt wurden. Die Verbannung empfanden die meisten als nicht so schlimm. Denn durch den Hafen war die Stadt viel offener als andere Städte.

Blick auf Odessa mit einer russisch-orthodoxen Kirche im Vordergrund.

Die jüngste Stadt am Schwarzen Meer

Hier kamen Fremde an, und St. Petersburg, die damalige Hauptstadt, war 14 Tagesreisen entfernt. Der russische Dichter Alexander Puschkin kam 1823/24 im Zuge seiner Verbannung nach Odessa. Ihm schien es, als wenn "man hier ganz Europa atmet".

Natürlich hat auch die Sowjetzeit ihre Spuren in Odessa hinterlassen. Dennoch überwiegt im alten Kern der Stil, den Katharina die Große vorgab, indem sie führende europäische Architekten die Stadt bauen ließ. Außerdem tun Klima und Vegetation ein Übriges, um der Stadt ein südliches Flair zu geben.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehört die Potemkinsche Treppe, der Regisseur Sergej Eisenstein in seinem Film "Panzerkreuzer Potemkin" ein Denkmal setzte. Diese 142 Meter lange Treppe führt vom Hafen über 192 Stufen hoch in die Altstadt.

Aufnahme der Potemkinschen Treppe in Odessa vom Hafen nach oben betrachtet.

Die Potemkinsche Treppe am Hafen von Odessa

Der Architekt Francesco Boffo hat einen perspektivischen Trick angewendet, um die Treppe von unten extrem lang wirken zu lassen. Unten sind die Stufen sehr viel breiter als oben, sodass sich die Treppe optisch in die Länge zieht. Von oben aus betrachtet dagegen wirkt die Treppe banal, denn von oben sehen alle Stufen gleich breit aus.

Eine andere Sehenswürdigkeit ist die Oper von Odessa. Nachdem das ursprüngliche Gebäude abgebrannt war, wurde eine neue Oper in neobarockem Stil errichtet, deren Saal berühmt ist für seine ausgezeichnete Akustik.

Eine touristische Attraktion sind auch die Katakomben von Odessa. Das Netz aus unterirdischen Gängen stammt aus der Gründungszeit der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Katakomben Partisanen als Unterschlupf.

Autorin: Christiane Gorse

Stand: 10.08.2017, 12:00

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