Kampf gegen Piratenfischer

Greenpeace-Schlauchboot neben Schiff eines Piratenfischers. Die Aktivisten pinseln den Schriftzug 'stolen fish' auf das andere Schiff.

Überfischung der Meere

Kampf gegen Piratenfischer

Piratenfischer sind keine Kämpfer für die Freiheit der Fischerei. Es handelt sich um die Handlanger einer international tätigen Fisch-Mafia, die Milliardengewinne durch den illegalen Fang von bedrohten und wertvollen Fischarten einfährt.

Klare Regeln in EU-Gewässern

Um die illegale Fischerei zu bekämpfen, gibt es in europäischen Gewässern, aber auch auf hoher See Regeln. Diese sollen dafür sorgen, dass die Rechte aller Fischerei-Nationen gewahrt bleiben:

• Alle Fischer müssen sich an Regulierungen wie Maschenweiten oder Fangmethoden halten.

• Fischer müssen ihre Fänge dokumentieren, damit eine nachträgliche Kontrolle möglich ist.

• Die Fischer müssen sich an zugewiesene Quoten halten und dürfen nur in erlaubten Zonen fischen.

Brechen Schiffe zumindest eine dieser Regeln, werden sie als Piratenfischer eingestuft. Dabei dürfen die Schiffe jedoch nur innerhalb des jeweiligen Hoheitsgebiets beschlagnahmt werden. Dieses reicht von der Küste 200 Meilen ins Meer hinein. Schaffen die Piratenfischer es unentdeckt wieder aus dieser Zone heraus, hat die Küstenwache meist keine Handhabe mehr gegen sie. Die Staaten, die den internationalen Fischereiabkommen beigetreten sind, haben nur die Möglichkeit, den Kauf dieser Fische zu boykottieren.

Piraten finden Schlupflöcher

Männer mit Mützen stehen auf einem Schiffsdeck.

Piraten fischen in der Antarktis auf einem Schiff ohne Kennung

In der Europäischen Union (EU) ist die Anlandung von illegalen Piratenfängen seit 2011 mit der sogenannten IUU-Richtlinie explizit verboten. Jeder Fang, der in einem europäischen Hafen ankommt, muss mit Fanggebiet und Name des Schiffes gemeldet werden. Im Grunde genommen ein sicheres Kontrollsystem. In der Realität zeigt es sich aber, dass es durchaus Schleichwege gibt, illegale Fänge in europäischen Häfen anzulanden.

So müssen Schiffe im Fischereisektor keine Registrierungsnummer haben, die beispielsweise im Schiff eingraviert ist. Ohne diese eindeutige Identifikation können Reeder jedoch Namen und Flaggen wechseln, um nicht erwischt zu werden oder Strafen zu umgehen. Auf Basis dieser Richtlinie kann die EU einzelne, aber auch ganze Staaten auf eine Schwarze Liste setzen. Das ist allerdings bislang noch nicht geschehen.

Für den Verbraucher gilt am Ende: Je lukrativer die Fischart, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass der Fisch aus illegalen Fängen auf den heimischen Tisch gelangt. Dies gilt vor allem für Thunfisch, für den enorme Preise erzielt werden, seit es schick ist, auch bei uns rohen Fisch in Sushi-Restaurants zu genießen. Niemand kann garantieren, dass der dort servierte Fisch nicht vom Piratenfischer stammt.

Autoren: Vladimir Rydl/Inka Reichert

Stand: 16.08.2016, 10:00

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