Der richtige Fisch für den Tisch

Überfischung der Meere

Der richtige Fisch für den Tisch

Fisch enthält Jod, Mineralstoffe, Vitamine – und Omega-3-Fettsäuren. Letztere muss der Mensch über die Nahrung aufnehmen, da der Körper diese essenziellen Fettsäuren nicht selbst herstellen kann. Es reiche, ein- bis zweimal in der Woche Fisch zu essen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Omega-3-Fettsäuren sollen gut sein fürs Herz

Sie fördern die Durchblutung, stabilisieren den Blutdruck und sollen somit das Herz schützen: Omega-3-Fettsäuren. Diese sind vor allem in Fischen zu finden, die in kalten Gewässern leben, etwa in Lachs aus dem Atlantik, Makrele und Hering. Eine Fettschicht ermöglicht es diesen Meeresbewohnern, in der Kälte zu überleben.

Der Nachteil: Sie haben mehr Kalorien als etwa Bachforellen oder Schellfische, die im Warmen leben. Wer keinen Fisch isst, kann Omega-3-Fettsäuren über Pflanzenöle aufnehmen, zum Beispiel über Raps- oder Leinsamenöl.

Fische enthalten Eiweiße und Jod

Ob aus dem Meer, aus Seen oder Flüssen – alle Fische enthalten hochwertige Eiweiße. Einige Fische, darunter Kabeljau, bestehen zu fast 20 Prozent aus Proteinen. Der Körper kann diese etwa als Baumaterial für die Zellen verwerten. Kabeljau enthält zudem Jod. Dieses unterstützt die Funktion der Schilddrüse und fördert somit den Stoffwechsel.

Das MSC-Siegel

Beim Fang von Plattfischen wie Schollen und Flundern geht den Fischern mehr Beifang ins Netz als verwertbarer Fisch. Vier Fünftel des Fangs sind Beifang. Wer derartige Fangmethoden nicht unterstützen möchte, sollte beim Fischkauf aufs Siegel achten. Der Marine Stewardship Council (MSC) kümmert sich etwa um Fisch aus dem Meer. Das unabhängige Expertengremium zertifiziert Fischereibetriebe, die das Meer möglichst nachhaltig befischen.

Es ist auf Initiative des Lebensmittelkonzerns Unilever und der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) entstanden. Das MSC-Siegel dürfen nur jene Betriebe auf die Verpackung drucken, die darauf achten, dass nur wenig Beifang ins Netz geht. Das Logo findet sich mittlerweile auf vielen Produkten im Supermarkt, etwa auf den Packungen von Räucherlachs und Fischstäbchen.

Das ASC-Siegel

Großaufnahme des Speisefisch Scholle vor weißem Hintergrund.

Der Fang von Plattfischen verursacht viel Beifang

Für die Fischzucht gibt es unter anderem das Siegel des Aquaculture Stewardship Council (ASC). Dieses legt Sozial- und Umweltstandards für konventionell bewirtschaftete Aquakulturen fest. Die Farmen dürfen nur wenige Medikamente und Chemikalien einsetzen und zudem nur eine begrenzte Menge an Fischmehl verfüttern. Sie müssen ihre Abwässer klären und Lebensräume wie Mangroven meiden. Zudem müssen die Züchter die Sozialstandards einhalten und ihren Arbeitnehmern einen Mindestlohn sowie geregelte Arbeitszeiten garantieren.

Angelehnt an das MSC-Siegel, hat auch hier der WWF mitgewirkt. Das Siegel ziele auf eine Kompromisslösung am Massenmarkt ab, heißt es seitens der Umweltorganisation. Gentechnisch verändertes Soja als Futter sei so beispielsweise erlaubt, da dieses in nahezu jeder konventionellen Zuchtfarm zum Einsatz komme. Wer lieber auf Gentechnik verzichtet, sollte daher aufs Biosiegel achten.

Das Bio-Siegel

Auch für Zuchtfische aus Aquakulturen gibt es Bio-Siegel, zum Beispiel von Bioland und Naturland. Die Fische mit diesen Siegeln werden häufig als "bio" gekennzeichnet und heißen etwa "Bio-Lachs" oder "Bio-Karpfen".

Naturland und Bioland legen nach eigenen Angaben Wert auf eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen – in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht.

Ratgeber für Fisch an der Theke

Obwohl immer mehr Produkte mit solchen Zertifikaten auf den Markt kommen, bleibt dem Fischfreund oftmals keine andere Wahl als der Gang zur Fischtheke. Wer hier nicht völlig ahnungslos zugreifen möchte, findet beim WWF und bei Greenpeace Unterstützung. Beide geben sogenannte "Fischführer" heraus, die dem Käufer wichtige Informationen zu den beliebtesten Fischarten vermitteln.

Wer sicher sein will, dass seine Mahlzeit nicht durch Raubbau am Meer gefangen wurde, der muss auf etliche beliebte Fischarten verzichten: Der WWF und Greenpeace raten beide vom Kauf folgender Fischarten dringend ab: Dornhai (etwa als Schillerlocke), Dorade, Flussaal, Heilbutt, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch, Scholle, Seehecht, Seezunge, Tropische Shrimps/Tiefseegarnele, Thunfisch/Bonito und Viktoriabarsch.

Wirklich zu empfehlen sind laut Greenpeace nur wenige Speisefische: Karpfen, Hering und der Afrikanische Wels.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Fisch kaufen

Ist der Fisch frisch, hat er klare, glänzende Augen. Sind diese glasig oder eingesunken, so ist das ein Hinweis darauf, dass der Fisch schlecht sein könnte. Die Schuppen von frischem Fisch glänzen zudem und sind fest. Eine matte Farbe und lockere Schuppen sind ein Hinweis darauf, dass der Fisch schlecht ist.

Fisch, der frisch ist, sollte innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden. Länger hält er sich im Kühlschrank nicht. Die Konsistenz des Fischfleischs sollte fest sein, die Farbe hell (weiß bis rosa). Zerfällt das Fleisch und ist es dunkel, ist der Fisch verdorben. Er sollte einen angenehmen Geruch haben und weder fischig noch sauer riechen.

Autoren: Inka Reichert/Vladimir Rydl

Stand: 16.08.2016, 10:00

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