Pflanzen und Musik

Das bekannteste Mozart-Porträt: Er trägt eine rote Jacke, steht seitlich vor einem dunklen Hintergrund und blickt den Betrachter an.

Sinne der Pflanzen

Pflanzen und Musik

Den Klängen von Mozart, Beethoven und Verdi wird so manche wundersame Wirkung nachgesagt. So soll es angeblich gut für die Entwicklung eines ungeborenen Kindes sein, wenn ihm die Mutter schon früh klassische Musik vorspielt. U-Bahnhöfe wurden schon mit klassischen Klängen beschallt, um unerwünschten Personen dort einen längeren Aufenthalt zu vergällen. Können auch Pflanzen besser wachsen, wenn man ihnen Musik vorspielt?

Darum geht's:

  • Pflanzen nutzen Schallwellen, die von Musik ausgelöst werden, um Informationen zu sammeln.
  • Besonders Weinreben reagieren positiv auf Musik und tragen sogar größere Früchte.

Ein Team des WDR ließ im Pflanzenversuchslabor im Forschungszentrum Jülich einige Sonnenblumen mehrere Tage lang mit klassischer Musik, Ausschnitten aus dem "Dschungelbuch" und Naturgeräuschen beschallen – ohne erkennbare Auswirkungen oder Unterschiede.

Wurde dagegen die Menge des Lichts oder des Wassers verändert, reagierten die Pflanzen sofort.

Besserer Wein Dank Mozart

Auch andere haben schon mit Pflanzen und Musik experimentiert. In der Nähe von Florenz spielt ein Winzer seit vielen Jahren einem Teil seiner Weinreben Stücke von Mozart vor.

Den anderen Teil lässt er ohne musikalische Beschallung wachsen. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Die Mozart-Weinreben sind größer, tragen mehr Laub und ergeben einen fruchtigeren Wein.

Blaue Trauben

Musik hilft Trauben beim Wachsen

Seit 2007 begleitet der Pflanzenelektrophysiologe Stefano Mancuso von der Universität Florenz das Musikprojekt. Zwar ist sich der Biologe darüber im Klaren, dass Pflanzen keine Ohren haben und die Musik deswegen nicht im eigentlichen Sinne "hören" können.

Sie würden aber die Schallwellen wahrnehmen, also die Vibrationen, die die Musik auslöst. Diese Fähigkeit würden sie vor allem unterirdisch nutzen, um Informationen über die Bodenbeschaffenheit und eventuelle Hindernisse für das Wurzelwachstum zu sammeln.

Mancuso forscht schon lange an der Intelligenz von Pflanzen. Er ist davon überzeugt, dass Pflanzen auf Umweltsignale antworten, Probleme lösen und Entscheidungen treffen können

Autorinnen: Rita Gudermann/Wiebke Ziegler

Stand: 09.06.2017, 14:25

Darstellung: