Riechen

Riechtest: Super- oder Zwergnase?

Wie gut können Sie eigentlich riechen? Testen Sie, wie fein ihr Näschen ist! Ob Sie Düfte wie Bergamotte, Blutorange oder Patschouli unterscheiden können, finden Sie in diesem Test heraus, den der Geruchsforscher Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum entwickelt hat.

Von Monika Sax

Ohne Geruch kaum Geschmack

Nehmen Sie einen Apfel, eine Birne, einen Kohlrabi und eine rohe Kartoffel. Schälen Sie alles und schneiden Sie etwa gleich große Stücke. Die Versuchsperson soll nun herausfinden, was sie isst: zuerst mit geschlossenen Augen und zugehaltener Nase, dann nur noch mit geschlossenen Augen.

Gut zu wissen: Wer nicht riecht, schmeckt kaum etwas. Die Zunge erkennt nur süß, sauer, bitter, salzig und fleischig/würzig (omami). Alle anderen Geschmäcke spürt die Nase auf.

Das Kauen setzt die Aromen frei. Diese steigen durch den Rachen in die Nasenhöhle, wo die Riechzellen liegen. Die Sinneszellen fangen die Aromen auf und analysieren diese. Ist ein Mensch verschnupft, kann er daher weder vernünftig riechen noch schmecken.

Nur wer riechen kann, kann auch schmecken | Bildquelle: imago/Paul von Stroheim

Die sieben Duftklassen

Der Mensch kann etwa 10.000 Düfte unterscheiden. Das Problem: Wie soll er sie nennen? Der Chemiker John E. Amoore schlug bereits 1964 eine Klassifizierung in sieben Grundgerüche vor, die viele heute noch verwenden.

  • Blumig: Rose, Nelke oder Freesie
  • Fruchtig: Orange, Pfirsich oder Erdbeere
  • Würzig: Basilikum, Zimt oder Dill
  • Ätherisch: Apfel, Birne oder Tomate
  • Stechend: Senf, Zwiebel oder Meerrettich
  • Kampferartig: Eukalyptusöl oder Menthol (Minze)
  • Natur: Wachs, Leder, Holz, Seife oder Gummiband

Aufgabe 1: Wählen Sie aus jeder der sieben Duftklassen einen Gegenstand aus. Geben Sie diesen in einen Becher, den Sie anschließend abdecken.

Vertauschen Sie nun die Duftproben. Versuchen Sie mit geschlossenen Augen die sieben Gegenstände zu identifizieren!

"Blumig" ist eine der sieben Duftklassen | Bildquelle: mauritius images

Richtiger Saft oder nicht?

Menschen mit besonders feinen Nasen können einen Duft auch nach tausendfacher Verdünnung herausriechen. Und Sie?

Aufgabe 2: Für den ersten Teil des Tests bereiten Sie zwei Gläser vor: eines mit einem naturreinen Orangensaft und eines mit einem Orangensaft-Fruchtsaftgetränk. Können Sie die Säfte unterscheiden?

Wie intensiv riecht der Saft?

Aufgabe 3: Nun verdünnen Sie den frischen Orangensaft mit Wasser im Verhältnis 1:10, indem Sie 10 Milliliter Saft und 90 Milliliter Wasser nehmen. Verdünnen Sie die entstandene Mischung wieder um 1:10.

Fahren Sie fort, bis Sie keinen Orangensaft mehr riechen können. Wie oft haben Sie verdünnt?

Bei welcher Verdünnung können Sie den Geruch noch wahrnehmen? | Bildquelle: WDR/mauritius images

Supernase oder schlechter Riecher?

Wer alle Gegenstände und Gerüche erkannt hat und den Orangenduft noch nach vier Verdünnungen riechen konnte, darf sich Supernase nennen. Sie sollten über eine Karriere als Parfumeur nachdenken!

Wer dagegen nur fünf oder weniger Gegenstände und Gerüche erkannt hat, den reinen vom künstlichen Orangensaft nicht unterscheiden konnte und schon nach der zweiten Verdünnung die Orange nicht mehr gerochen hat, sollte das Riechen üben.

(Erstveröffentlichung: 2016. Letzte Aktualisierung: 16.09.2019)