Was das Meeresmuseum Stralsund am Laufen hält

Aquarien

Was das Meeresmuseum Stralsund am Laufen hält

Das A und O in einem Aquarium ist das Wasser. Enthält es nicht die richtigen Nährstoffe, sterben die Bewohner. Wie man in 45 Becken für die jeweils richtige Mikrofauna sorgt ...

  • Das Meeresmuseum Stralsund hat vier Standorte. Einer davon ist das Ozeaneum Stralsund. Dort gibt es 45 Becken mit mehr als 10.000 Meeresbewohnern – vom Hai bis zur Koralle. Fast jedes Aquariumbecken hat eine eigene Wasserzusammensetzung, einen eigenen Wasserkreislauf und ein eigenes Reinigungssystem.
  • Kilometer von Rohren und Leitungen ziehen sich durchs Ozeaneum Stralsund, um die Wasserversorgung aller Becken zu gewährleisten. Rund um die Uhr zirkulieren sechs Millionen Liter Wasser durch das Museum.
  • Saubergemacht wird nach einem festgelegten Ablaufplan. Nur so ist der Überblick zu behalten.
  • 150 Tonnen Salz verbraucht das Deutsche Meeresmuseum im Jahr.
  • "Meerwasser" ist nicht gleich Meerwasser. Aus der nahegelegenen Ostsee kann nicht einfach Wasser ins Museum gepumpt werden. Der Salzgehalt ist zu gering, das Wasser zu schmutzig (Hafen-Nähe) und es enthält Silikate und Nitrate, die Algen-Bewuchs in den Becken verursachen würden.
  • Im Ozeaneum wird deshalb aufbereitetes Leitungswasser verwendet und mit Salz versetzt. Für jedes Aquariumbecken wird das Verhältnis von Anionen und Kationen individuell angemischt. Auf diese Art ist das eingeleitete Wasser besser kontrollierbar.
  • Miniökosystem wie im Meeresmuseum Stralsund sind sehr empfindlich, weil Futterreste, Fischkot und Bakterien nicht wie in der Natur regelmäßig weggeschwemmt werden. Ständig müssen Wasserproben genommen und untersucht werden. Sinkt der Säuregehalt in einem Becken (PH-Wert), muss er mit Chemikalien reguliert werden.
  • Die Meeresbewohner brauchen zum Leben ein Gleichgewicht aus Säuregehalt, Salz, Temperatur, Licht und Nährstoffen. Herauszufinden, was die Aquarienbewohner exakt brauchen, ist kniffelig. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Deshalb gibt es im Ozeaneum auch den Autoanalyzer. Ein 35.000 Euro teures Gerät, das in Höchstgeschwindigkeit auswertet, wie viel Nitrat, Nitrit, Ammonium und Phosphat eine Wasserprobe enthält. Bis zu 60 Proben in der Stunde kann der Autoanalyzer auswerten.
  • Im Meeresmuseum ist Schichtbetrieb angesagt. Rund um die Uhr müssen alle Systeme funktionieren.
  • Das Aquarien-Team besteht aus elf Mitarbeitern.
  • In der Abteilung für Meeresfrüchte kümmern sich die Mitarbeiter ums Futter, bei dem sie sowohl auf die Zusammensetzung als auch auf die (gerechte) Verteilung in den Becken achten müssen. Denn die Meeresbewohner haben unterschiedliche Fressgewohnheiten und sind unterschiedlich schnell beim Jagen. Viele Zutaten werden frisch oder tiefgekühlt im Lebensmittelhandel eingekauft.
  • 2012 zog Sandtigerhai-Dame Niki ins Ozeaneum ein. Der Umzug war ein großer logistischer Aufwand, denn das Hai-Weibchen ist 2,5 Meter lang, 200 Kilogramm schwer und musste mit einem Kran ins Becken gehoben werden.
  • Der Stör "Herr Waxdick" zeigt, dass man es gut aushalten kann im Meeresmuseum Stralsund. Er lebt dort schon seit mehr als 40 Jahren und wird vom Team liebevoll "der dienstälteste Mitarbeiter" genannt.
Rohrlandschaft für die Mikrofauna im Groß-Aquarium, Meeresmuseum Stralsund

Rohrlandschaft im Meeresmuseum Stralsund

Autoren: Tanja Fieber/Florian Guthknecht

Stand: 04.09.2017, 09:55

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