Der Diskusfisch

Ein Diskusfisch

Aquarien

Der Diskusfisch

Er galt lange Zeit als der edelste, der "König" aller Süßwasser-Aquarienfische. Die Farbenpracht des Diskusfisches macht ihn begehrt und wertvoll und je nach Fanggebiet sind die Tiere unterschiedlich gefärbt. Doch aufgrund seiner Größe ist die Haltung größerer Gruppen aufwendig und teuer. Und bis man letztlich dahinter gekommen ist, wie der Fisch seine Jungtiere großzieht, mussten alle Diskusfische einzeln im Amazonasgebiet gefangen und nach Europa exportiert werden.

Der edle Fisch aus Südamerika

Diskusbuntbarsche leben in ruhigen, langsam strömenden Flussabschnitten von Amazonas-Nebenflüssen zwischen den Wurzeln der Bäume.

Wie in ihrer Heimat bevorzugen sie in Aquarien leicht saures Wasser mit einem pH-Wert von 6,5, das nur eine geringe Härte aufweisen sollte. Die Wassertemperatur sollte höher als bei anderen Fischen sein. Zwischen 29 und 32 Grad werden oft empfohlen. Bei solchen Temperaturen können manche Wasserpflanzen nicht mehr gehalten werden.

Ein geräumiges Aquarium ist wichtig

Der Titel "König der Süßwasseraquarien" beruht auf den besonderen Platzansprüchen des majestätischen Fisches. Die Tiere werden meist 18 bis 20 Zentimeter lang und sollten in Gruppen von mindestens fünf bis sechs Tieren gehalten werden.

Je größer die Gruppe desto besser, da sonst die stärkeren Tiere die schwächeren von der Gruppe ausgrenzen und vom Futter fernhalten, was häufig dazu führt, dass der schwächste Fisch stirbt.

Das Becken für eine solche Gruppe von Diskusfischen muss entsprechend groß sein. Es werden zwischen 70 und 100 Liter pro Fisch empfohlen. Bei sechs Fischen – also idealerweise 600 Litern Wasser – ergibt sich eine Aquariumsgröße von 160 mal 60 mal 60 Zentimetern.

Becken in dieser Größe erfordern eine gründliche Vorbereitung des Aquarianers. Denn bei einem Gesamtgewicht von beinahe einer Tonne muss man schon die Tragfähigkeit des Fußbodens überprüfen. Dieser könnte unterschiedlich nachgeben und zu Spannungen in den Scheiben des Beckens führen.

Um auch schwächeren Tieren Ruhezonen zu verschaffen, muss das Becken ausreichend Versteckmöglichkeiten aufweisen. Am besten hat das Aquarium etwas freien Schwimmraum hinter der Dekoration, damit sich die scheuen Tiere vor den Betrachtern zurückziehen können.

Diskusbuntbarsche sind Raubfische, die sich von Würmern, Mückenlarven und kleinen Krebsen ernähren. Abwechslungsreiches Futter kann man heutzutage gefroren und in Portionsgröße verpackt kaufen.

Neben diesem Frostfutter durchsuchen Diskusfische auch gerne den Mulm – also Ablagerungen aus Mikroorganismen, Bakterien und Spurenelementen – der sich in den Ecken am Beckenboden sammelt. Zum Fressen blasen sie Wasser in den feinen Sand und wirbeln dadurch im Mulm verborgenes, feines Futter auf.

Zwei blaue Diskusbuntbarsche vor Pflanzendickicht.

Versteckmöglichkeiten dürfen nicht fehlen

Wie Diskusfische ihre Jungen großziehen

Von Anfang an war es Ziel, den Diskusfisch im Aquarium zu züchten. Jedoch gelang die Zucht in den ersten Jahren nicht. Der Grund war, dass man die sehr intensive Brutpflege der Fische fälschlicherweise mit Kannibalismus verwechselte.

Die Elterntiere saugen die Jungfische immer wieder in ihr Maul, um sie dort zu säubern und spucken sie danach wieder aus. Das schützt die Jungen vor Pilzinfektionen.

Zudem müssen die Eltern- und Jungtiere mindestens vier Wochen lang zusammenbleiben, denn der Nachwuchs ernährt sich vom Hautsekret der Eltern, das sie direkt von deren Haut picken. Ohne den Schleim der Elterntiere kann man Diskusfische nicht großziehen.

Erst mit einigen Zentimetern Durchmesser werden die Jungtiere selbstständig. Dann können sie problemlos von den Eltern getrennt werden. Kein anderer Aquarienfisch betreibt eine derartig aufwendige Brutpflege.

Junger Diskusfisch frisst Hautsekret des Elterntieres.

Junge Diskusfische ernähren sich von Hautsekret

Das Problem der Wildfänge

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Diskusbuntbarsche nach Deutschland. Anfangs mussten sie ausnahmslos aus ihrem Heimatgebiet, dem Flusssystem des Rio Negro, einem Nebenfluss des Amazonas, importiert werden. Unterarten des Diskusfisches leben aber überall im Amazonas-Becken, von den Anden bis zur Mündung.

Auch wenn vom Diskusbuntbarsch mittlerweile fast alle Fische aus Zuchten stammen, werden immer noch viele Exemplare im Rio Negro und anderen Flüssen für die Aquarien der Industrieländer gefangen. Bei anderen Fischarten, die schwerer zu züchten sind, betrifft das sogar fast alle Fische.

Das führt zu einem schwunghaften Handel, bei dem auf der einen Seite ein zahlungskräftiger Markt steht und auf der anderen Seite arme Länder, deren Bewohner oft genug ums nackte Überleben kämpfen.

In dieser Konstellation wundert es nicht, dass manche der importierten Fischarten im Heimatgewässer immer seltener werden. Neben dem Tierschutzgedanken ist dies einer der wichtigsten Kritikpunkte gegen die Aquarianer.

Die Konsequenz daraus sollte daher sein, möglichst Fische aus solide geführten Zuchten zu kaufen. Dann werden irgendwann immer weniger Fische aus ihren Heimatgebieten eingeführt, da nur wenige ab und zu zur Blutauffrischung benötigt werden.

Positiv sind auch die Bemühungen von Hobbyaquarianern zu werten, die versuchen, ihren Fischen ein Umfeld zu ermöglichen, in dem sie sich von selbst vermehren. Damit zeigen diese am besten, dass sie sich wohl fühlen. Wenn die gezüchteten Fische dann auch noch getauscht und weitergegeben werden, ist eine Blutauffrischung zur Verhinderung von Inzucht immer seltener notwendig.

Luftaufnahme eines Flusses, der sich durch einen Dschungel schlängelt

Viele Importe stammen aus Flüssen und Seen der Tropen

Autor: Vladimir Rydl

Stand: 04.09.2017, 11:57

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