Schlafen Fische?

Fische

Schlafen Fische?

Fische verschlafen einen guten Teil ihres Lebens. Ein schlafender Fisch ist für uns Menschen aber nur schwer zu erkennen, denn Fische haben keine Augenlider, die sie schließen könnten. Viele sind nachts blind und verstecken sich unter Steinen, in Höhlen oder Riffspalten, um vor Räubern geschützt zu sein. Die Schlafphase der Fische dient aber nicht nur dem Schutz vor Feinden, sondern auch der Regeneration.

Während der Nachtruhe fahren sie ihren Stoffwechsel deutlich herunter, Atmung und Herzschlag werden reduziert. Das spart kostbare Energie. Fische sind im Schlaf jedoch nicht völlig weggetreten. Sie reduzieren zwar deutlich ihre Aufmerksamkeit, fallen aber niemals in eine Tiefschlafphase.

Manche Fische legen sich zum Schlafen sogar auf die Seite, ähnlich wie wir das tun. Papageifische ziehen eine Art "Schlafanzug" an: Sie umhüllen ihren Körper mit einem Schleim, der alle Geruchsstoffe absorbiert und sie so vor Angreifern schützt. Manche Süßwasserfische wechseln die Körperfarbe und werden gräulich bleich, während sie am Boden oder auf Pflanzenteilen ruhen.

Muräne mit aufgerissenem Maul.

Muränen gehen nachts auf die Jagd

Es gibt natürlich auch nachtaktive Fische. Muränen, Makrelen und Zackenbarsche zum Beispiel begeben sich in der Dämmerung auf die Jagd. Laternenfische besitzen unterhalb ihrer Augen Licht erzeugende Organe, die sie nachts wie Taschenlampen zur Jagd einsetzen. Bei Sonnenaufgang, wenn andere Fische munter werden, begeben die Nachtjäger sich zur Ruhe.

Fische, die starken jahreszeitlichen Schwankungen ausgesetzt sind, passen ihre Aktivitätsphasen zusätzlich dem Jahresrhythmus an. Viele unserer Seefische, vor allem die Karpfenartigen, halten Winterruhe. Bei Kälte und Nahrungsmangel werden die Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert.

In unseren Bächen tobt im Winter jedoch das Leben. Das kalte Wasser ist sauerstoffreich und voller schmackhafter Insektenlarven. Ideale Bedingungen für die lachsartigen Fische, aktiv zu werden und im November mit der Fortpflanzung zu beginnen.

Autorin: Pia Grzesiak

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Stand: 17.08.2016, 09:25

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