Elefanten

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Elefanten

Der Elefant ist ein Tier der Superlative: Bis zu vier Meter kann er hoch werden, und mit bis zu 7,5 Tonnen Gewicht ist er das schwerste noch lebende Landsäugetier. 40.000 Muskeln sorgen dafür, dass er mit seinem Rüssel nicht nur riechen, sondern auch tasten und greifen kann. Kein Tier hat größere Ohren und, mit bis zu 400 Kilogramm Nahrung am Tag, einen größeren Appetit. Weitere Rekorde: Die Tragzeit der Weibchen ist mit 22 bis 24 Monaten die längste, das Neugeborene mit durchschnittlich 100 Kilogramm das Schwerste. Elefanten sind einfach gigantisch!

Elefanten-Einmaleins

Biologen unterscheiden drei Arten von Elefanten: Auf der südlichen Hälfte Afrikas lebt der Steppenelefant. Mit bis zu vier Metern Körpergröße ist er der Gigant seiner Gattung. Die mit 2,40 Metern kleinste Elefantenart ist auf dem gleichen Kontinent beheimatet: Der Waldelefant lebt in den Regenwäldern von Zentral- und Westafrikas. Im asiatischen Raum ist, wie der Name schon sagt, der Asiatische Elefant anzutreffen. Er ist in Indien, Sri Lanka und auf einigen Sunda-Inseln beheimatet.

Das Aussehen Afrikanischer und Asiatischer Elefanten unterscheidet sich deutlich: Die Asiaten haben erkennbar kleinere Ohren, zwei Höcker auf dem Schädel und einen etwas stärker gebogenen Rücken. Zudem haben sie an der Rüsselspitze nur einen Greiffinger, die Afrikanischen Elefanten hingegen zwei. Auch an den Stoßzähnen kann man sie unterscheiden: Während in Afrika beiderlei Geschlechter extrem verlängerte Schneidezähne des Oberkiefers haben, sind sie bei den Asiatischen Weibchen oft nur im Ansatz oder gar nicht vorhanden.

Musterschüler

Auf vier geschmückten Zirkuselefanten reiten Frauen. Ein Dompteur steht davor.

Mit Kunststücken im Grunde unterfordert

Immer wieder sind Wissenschaftler über die Klugheit der Elefanten überrascht. So fand 2006 ein Forscherteam der amerikanischen Emory Universität in Atlanta heraus, dass sich die grauen Kolosse in ihrem Spiegelbild selbst erkennen können. Was für uns Menschen selbstverständlich ist, war im Tierreich bis dahin nur bei Menschenaffen, Delfinen und Elstern nachgewiesen. Der Spiegeltest gilt innerhalb der Verhaltensforschung als Hinweis auf ein hohes Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, für das Allgemeinwohl zu handeln.

An der gleichen Universität bewiesen Zoologen 2011, was Beobachtungen bereits vermuten ließen: Elefanten können gemeinschaftlich eine neue Aufgabe lösen. Hierfür bauten die Wissenschaftler eine Versuchsanlage, in der ein Elefant nur mit Hilfe eines Artgenossen an Futter herankam. Die Elefanten begriffen schnell und waren auch bereit, auf den helfenden Rüssel zu warten.

Dass Elefanten wahre Rechenmeister sind, fand die japanische Wissenschaftlerin Naoko Irie von der Universität Tokio heraus. Zwar können viele Tiere grob zwischen kleineren und größeren Mengen unterscheiden, doch Elefanten machen selbst große Mengen und kleine Unterschiede bei der Addition keine Probleme.

Soziales Verhalten

Während Elefantenbullen ab der Pubertät ihre Herde verlassen und mehr und mehr zu Einzelgängern werden, verbleiben die Weibchen ihr Leben lang in ihrem Familienverband. Angeführt wird die Herde von einer Leitkuh. Sie ist zumeist das älteste und erfahrenste Tier. Von ihrer Kenntnis über die besten Futter- und Wasserstellen hängt das Überleben aller ab. Der Zusammenhalt in der Weibchengruppe ist stark. Sie helfen sich gegenseitig bei der Geburt und der Aufzucht des Nachwuchses. Auf kranke und alte Tiere wird Rücksicht genommen, ihnen notfalls mit Stupsen und Schieben geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Das gemeinschaftliche Trauern über ein verstorbenes Herdenmitglied rührt uns Menschen besonders an. Dabei stehen die Elefanten oft tagelang Wache am Kadaver und scheinen nicht begreifen zu wollen, dass ihre Gefährtin für immer fehlen wird.

Elefantentalk

Kopf eines Elefanten, der seinen Rüssel hebt.

Lauter Gruß

Wer so sozial ist, muss sich gut verständigen können. Elefanten können grollen, brüllen, bellen, grunzen und trompeten. Zehn verschiedene solcher Lautarten haben Wissenschaftler bislang entdeckt. Zudem hat jede Lautart je nach Ausführung ganz unterschiedliche Bedeutung. So gibt es das Östrus-Brüllen eines empfängnisbereiten Weibchens. Ist ein Partner nicht in Sicht, ruft sie die Männchen damit herbei. Hat sie bereits ihre Partnerwahl vollzogen, wird aber von einem anderen Bullen bedrängt, warnt sie ihren Auserwählten mit diesem Brüllen schnell zuzugreifen oder aber auf die Paarung verzichten zu müssen.

Da die verschiedenen Lautarten, besonders bei Aufregung, miteinander kombiniert werden, haben die Elefanten viele Möglichkeiten zur Verständigung. Eine solche komplexe Elefantensprache ist dem Nachwuchs nicht in die Wiege gelegt. Dass die Kleinen sie in weiten Teilen erst erlernen müssen, fand die Zoologin Angela Stöger-Howarth heraus.

Dabei ist es für uns Menschen nur mit technischen Hilfsmitteln möglich, die Gespräche der Elefanten zu belauschen: Zu zwei Dritteln benutzen die Dickhäuter Infraschall-Laute. Diese tiefen Töne können wir nicht mehr hören. Zudem werden die Laute nicht nur durch die Luft, sondern auch als Schallwellen durch den Boden verbreitet. Dass die Tiere diesen sogenannten Substratschall wahrnehmen und angemessen auf die unterirdischen Botschaften reagieren, konnte die Amerikanerin Caitlin O'Connell-Rodwell bereits nachweisen.

Elefanten in Not

Ein toter Elefant, dem die Stoßzähne entfernt wurden.

Jagd nach Elfenbein

Elefanten sind Nomaden und durchstreifen auf ihrer Suche nach Futter große Landstriche. Doch damit ist es schwierig geworden. Menschliche Siedlungen blockieren ihre Routen, besetzen ihre Futterstellen. Da sind Konflikte programmiert: Die Elefanten fressen den Bauern die Felder leer, fallen in Dörfern ein, töten Menschen. Schlussendlich muss immer der Elefant weichen. Doch wohin? Einzelne Naturschutzgebiete, so hat die Erfahrung gezeigt, beherbergen schnell eine Überpopulation der Dickhäuter. Das Bestreben, angestammte Wanderwege als geschützte Korridore den Tieren zu belassen, scheitert zumeist an den Interessen der Landwirtschaft. Naturschutz hat in Ländern, in denen der Mensch selbst um sein Überleben kämpfen muss, meist nur einen geringen Stellenwert.

Ein weiteres Problem ist der illegale Elfenbeinhandel. Bereits im 20. Jahrhundert sorgte die Jagd nach den kostbaren Stoßzähnen für einen dramatischen Rückgang der Elefantenpopulation. Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen, das den legalen Handel mit Elefanten und deren Produkte nur noch in Ausnahmen zulässt, konnten sich die Bestände in einigen Regionen wieder erholen. Doch seit 2004 verzeichnet die überwachende Organisation "Elephant Trade Information System" einen deutlichen Anstieg des illegalen Wilderns und Handels mit Elfenbein.

Weiterführende Infos

Autor/in: Birgit Amrehn

Stand: 07.08.2013, 13:00

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