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Interview mit dem Haarkunstsammler Alfred Peters

Alfred Peters beschäftigt sich mit einer ganz exotischen Seite der Haarkunst. Er ist ein bekannter Sammler von Kunstwerken und Schmuck aus Haar. Darüber hinaus engagiert er sich, dieses Handwerk, aus Haaren Schmuckstücke und Kunstwerke zu schaffen, aus der Vergessenheit zu holen. Im Interview mit Planet Wissen erklärt er, wie er zum Haarkunstsammler wurde und was man unter Haarkunst versteht.

Portrait: Alfred Peters (Rechte: Alfred Peters)

Alfred Peters

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Planet Wissen (PW): Was genau muss man sich unter Haarkunst vorstellen?

Alfred Peters (AP): Es sind Kunstwerke und Schmuckstücke, die aus menschlichem Haar hergestellt wurden. Eine verbreitete Herstellungsmethode war dabei das Klöppeln, eine Technik, die viele heute nur noch mit Spitzenbordüren an wertvollen Tischdecken assoziieren. Schon immer wurden die Haare des Menschen als kostbar empfunden. Um den Haaren eines geliebten Menschen einen besonderen Erinnerungswert zu geben, verarbeitete man sie dann irgendwann zu wertvollen Schmuckstücken – wie Broschen, Armbänder, Ohrringen oder sogar zu Wandbildern.

PW: Heute wissen die wenigsten Menschen, dass es so etwas wie Haarkunst gibt. In welchen Jahrhunderten war er vor allem modern?

AP: Vor allem im 19. Jahrhundert, mit einem ausgeprägten Freundschaftskult, der Neigung zur Empfindsamkeit und der Erinnerung, war es absolut "in", Haarschmuck zu tragen! Die modebewussten Herren trugen zum Beispiel üblicherweise ihre Taschenuhren an Ketten, die aus den Haaren der Geliebten oder Ehefrau gefertigt waren - sie wollten eben immer ein Stück der Frau ihres Lebens in ihrer Nähe tragen - ist das nicht romantisch?

PW: Wer hat Kunstwerke aus Haaren hergestellt?

AP: Es waren vor allem Haarbildner, Perückenmacher, Näherinnen in Heimarbeit sowie Novizinnen in Klöstern, die sich auf diese hohe Kunst verstanden. Sie waren dabei überaus kreativ. Ihr Ideenreichtum, die Vielfalt, die sich in den Bildern und dem Haarschmuck widerspiegelt, erstaunt mich bis heute!

PW: Gibt es heute noch Künstlerinnen, die diese Kunst beherrschen?

AP: Meine Frau und ich haben die Kunst des Haareklöppelns von einer alten Dame in Schweden erlernt - und stellen immer wieder fest, dass es viele Interessierte gibt, die sich nicht nur passiv für Haarschmuck interessieren, sondern auch mal selbst etwas aus den Haaren von Freunden oder Verwandten herstellen möchten. Aber man kann eigentlich sagen, dass das ein fast vergessenes Kulturerbe ist.

PW: In Ihrem Besitz befindet sich eine beeindruckende Sammlung an Haarkunstwerken. Wie wurden Sie zum Haarkunstsammler?

AP: Meine Familie hat schon seit Generationen mit Schmuck und Bildern aus Haaren zu tun gehabt. Es war also irgendwie natürlich, dass ich auch eine besondere Beziehung zum menschlichen Haar und der Haarkunst entwickelt habe. Ich finde, das Haupthaar ist die Krone eines jeden Menschen und ein kostbarer Werkstoff.

Almut Roehrl, Stand vom 04.03.2010

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