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Stimmt es, dass sich die Haut alle sieben Jahre komplett erneuert?

Die Sieben galt vielen Völkern der Antike als eine heilige Zahl. Sieben Planeten waren im Altertum bekannt, sieben Weise wurden verehrt, sieben Weltwunder erregten Erstaunen, sieben Zwerge kümmerten sich hinter sieben Bergen um Schneewittchen. Auch in der Bibel stoßen wir immer wieder auf die Zahl sieben: Gott erschuf die Welt in sechs Tagen, am siebten ruhte er sich aus. In Ägypten folgen auf sieben fette Jahre sieben magere Jahre. Laut arabischen Gelehrten hing die Heiligkeit der Zahl sieben eng mit der Teilung des achtundzwanzigtägigen Mondmonats in vier Wochen zu je sieben Tagen zusammen. Die Sieben wird also oft mit einem Zyklus in Verbindung gebracht, den man dann auch auf das Leben und den Körper des Menschen übertrug. So bediente sich auch der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, der Zahl sieben als Zykluszahl.

Steiner zufolge erlebt jeder Mensch vier wichtige Entwicklungszeiten von seiner Geburt bis zu seinem 28. Lebensjahr, die jeweils sieben Jahre umfassen. Daneben sehen es viele Menschen als eine Tatsache an, dass innerhalb von sieben Jahren alle unsere Körperzellen absterben und erneuert werden. Wir wären also alle sieben Jahre ein komplett neuer Mensch, zumindest von unseren Zellen her. Die Schulmedizin lehnt diese Volksweisheit, von der niemand so genau zu wissen scheint, woher sie stammt, als esoterische Zahlenmystik und als nicht begründet ab. Zwar werden die meisten Körperzellen bis auf die Gehirnzellen und einige andere laufend erneuert, sagen die Mediziner. Aber der Rhythmus, in dem Zellen absterben und ersetzt werden, ist von Gewebe zu Gewebe unterschiedlich. So werden die Hautzellen an den Füßen ungefähr alle 19 Tage ersetzt. Denn gerade Hautzellen besitzen eine große Regenerationsfähigkeit. Wie schnell schließt sich zum Beispiel eine tiefe Wunde, verursacht durch ein Gemüsemesser! Andere Körperzellen sind sehr viel langlebiger: Knochenzellen beispielsweise halten sich 25 bis 30 Jahre.

Eine Frau schreit vor Wut. (Rechte: Mauritius)

Rot vor Wut

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Warum werden wir rot?

In einer peinlichen Situation steigt uns die Schamesröte ins Gesicht. Oder aber wir regen uns furchtbar auf, wir kochen geradezu vor Wut, bis wir rot anlaufen. Unsere Haut ist ein echter Verräter. Sie signalisiert unserem Gegenüber, was wir empfinden. Doch warum werden wir eigentlich rot im Gesicht? Haut und Psyche wirken eng zusammen. Erröten ist ein Reflex unseres Körpers mit einem evolutionären Hintergrund. Es ist quasi eine Uraltreaktion der Natur: Wir können uns damit unbewusst ein Signal aufs Gesicht setzen und unser Gegenüber warnen: "Achtung, ich bin aufgeregt" oder "Nimm Dich in Acht, ich bin zornig!" Aus Scham erröten ist ebenfalls eine Form der Aufregung. Peinlich ist uns nur etwas in Bezug zu einer anderen Person, das heisst wir erröten in sozialen Situationen. Wissenschaftler vermuten, dass die Schamesröte einen ähnlichen evolutionären Hintergrund hat. Aber das ist heute recht schwer zu belegen.
Rein physiologisch ist Erröten eine Sache des vegetativen Nervensystems. Hier arbeiten der antreibende Sympathikus und der beruhigende Parasympathikus zusammen. Bei jeder Form der Aufregung gewinnt der Sympathikus die Oberhand. Er versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Dabei sendet das Gehirn seine Nachrichten in Sekundenbruchteilen über die Nervenbahnen bis zu den Nervenenden in unserer Haut. Gesicht und Hals sind dicht unter der Hautoberfläche sehr stark durchblutet. Werden nun die Haut und alle darunter liegenden Schichten in Alarmbereitschaft gesetzt, bekommen die Blutgefäße das Signal, sich weit zu stellen. Die Haut wird stärker durchblutet, wir erröten.

Andrea Lützenkirchen, Stand vom 30.11.2010

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