Herzrhythmusstörungen
Die Ursachen
Der natürliche Taktgeber des Herzens sitzt im oberen Teil des rechten Herzvorhofes. Der sogenannte Sinusknoten erzeugt ein elektrisches Signal, das an den darunter liegenden AV-Knoten (Atrioventrikular-Knoten) übermittelt wird. Der AV-Knoten bündelt die Signale, gibt sie über Leiterbahnen weiter an die Herzmuskelzellen der großen Herzkammern und reguliert so das Zusammenziehen und die Entspannung des Muskels.
Beim Vorhofflimmern ist diese Reizübertragung gestört. Ausgelöst wird sie durch Areale im Umfeld des Sinusknotens, die eigene, abnorme Erregungswellen erzeugen und damit die Impulse des Sinusknotens überlagern. Da auch diese Signale in die Herzkammern gelangen, kommt es zu der chaotischen Abfolge von Herzschlägen.
Die Diagnose
Fatal ist: Nicht immer ist das Krankheitsbild offensichtlich. Die typischen Symptome sind beim Vorhofflimmern der schnelle Herzschlag, Schwindel, Atemnot und Abgeschlagenheit, gelegentlich auch Schmerzen in der Brust. Ein Gefühl von Beklemmung und Angst stellt sich ein. Doch all das kann auch ausbleiben. Der Patient merkt manchmal von seinen Herzrhythmusstörungen auch gar nichts. Anfangs kann die Störung sehr vereinzelt auftreten, im Laufe der Jahre kann sie chronisch werden und dann mitunter auch über mehrere Stunden anhalten.
Aus der spontanen Herzrhythmusstörung wird dann ein Dauerflimmern. Spätestens dann lässt sich die Störung eindeutig im EKG nachweisen. Mit dem EKG können jedoch nicht jene Regionen ermittelt werden, wo die unerwünschten elektrischen Impulsstörungen ihren Ausgangspunkt nehmen. Dies herauszufinden, erfordert den Einsatz des Herzkatheters. Dabei wird, ausgehend von der Leiste, ein Katheter in den rechten Vorhof geschoben, um die zusätzlichen Erregungswellen zu messen und zu lokalisieren. Anschließend können diese Daten in Form einer dreidimensionalen "elektrischen Landkarte" auf einem Computer dargestellt werden.
Die Therapie
Das Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensbedrohlich. Gravierend sind jedoch die Folgen. Patienten mit einer solchen Herzrhythmusstörung haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko. Rund 15 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf das Vorhofflimmern zurück. Um dieses Risiko zu senken, müssen die Patienten in der Regel blutverdünnende Medikamente einnehmen, damit die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln gebannt werden kann.
Das Vorhofflimmern selbst wird zunächst medikamentös behandelt. Bestimmte Wirkstoffe blockieren die Ionenkanäle und sorgen so dafür, dass die elektrischen Impulse nicht weitergeleitet werden. Da jedoch manche Medikamente unter Verdacht stehen, selbst zusätzliche Rhythmusstörungen auszulösen, kommt immer häufiger die Katheterablation zur Anwendung. Dabei nutzt man die Daten des "Kathetermappings", mit dem sich die überflüssigen Erregungsareale lokalisieren lassen. In einem zweiten Schritt werden diese Areale dann mit Hilfe eines Lasers bei einer Temperatur von 50 bis 70 Grad Celsius verödet.
Herzschrittmacher (1'09")
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Herzschrittmacher
Bei der erfolgreichen Behandlung von Herzrhythmusstörungen gehören Schrittmacher zu den segensreichsten Erfindungen überhaupt. Die flachen, wenige Zentimeter großen Schrittmacher, die in Höhe des Schlüsselbeins implantiert werden, kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn das Herz zu langsam schlägt. Schwindel, plötzliche Ohnmachtsanfälle, Übelkeit und Erbrechen, das sind die typischen Begleiterscheinungen der sogenannten Bradykardie. Der Schrittmacher gibt einen schwachen Stromimpuls immer dann ab, wenn eine bestimmte Herzfrequenz von 60 bis 70 Schlägen pro Minute unterschritten wird.
Auch beim Vorhofflimmern kommen Schrittmacher zum Einsatz. Häufig implantiert man dabei Zweikammer-Herzschrittmacher, die im rechten Vorhof und in der rechten Hauptkammer des Herzens platziert werden und hier gezielte Impulse abgeben, die verhindern sollen, dass es zu einem Vorhofflimmern kommt.
Lebensrettend können auch Schrittmacher sein, die nicht nur einen abweichenden Herzrhythmus korrigieren, sondern die auch dann einen Stromimpuls absetzen, wenn es zu einem plötzlichen Herzstillstand kommt. Solche Defibrillatoren gehören schon lange zur Standardausrüstung in der Notfallmedizin und haben sich in miniaturisierter Form auch als Schrittmacher für Patienten mit einer Herzrhythmusstörung bewährt.
Ulrich Neumann, Stand vom 18.04.2012







