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Rat & Tat - Gesundes Herz

Rund 80.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Der Herzinfarkt ist längst zur häufigsten Todesursache geworden. Die Medizin bezeichnet die Herzinfarkt verursachenden Krankheitsbilder wie Diabetes, Übergewicht, Durchblutungsstörungen in der Folge von Rauchen oder Arteriosklerose als Zivilisationskrankheiten. Diese sind nur selten erblich veranlagt, sondern entstehen durch falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Alkohol- und Nikotinkonsum und belastende Lebensumstände in Arbeit und Privatleben. Diese Risikofaktoren zu minimieren, hat jeder selbst in der Hand.

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Tipps für ein gesundes Herz (1'05'')
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Ernährung: Am besten faserreiche Kost

Die richtige Ernährung fängt beim Einkaufen an. Bevorzugen Sie frische und nicht abgepackte Ware. Je intensiver Nahrungsmittel verarbeitet werden, desto mehr verlieren sie von den wichtigen Inhaltsstoffen wie Mineralien und Vitamine. Obst und Gemüse verlieren im Kühlschrank innerhalb von zwei Tagen die Hälfte ihres Vitamingehaltes.

Die beste Grundlage Ihrer täglichen Ernährung ist eine faserreiche Kost mit frischem Obst, Gemüse und Getreide. Ballaststoffe unterstützen den Darm bei der Arbeit.

Obstkorb gefüllt mit Bananen, Trauben, Ananas, Äpfeln, Melonen und Birnen. (Rechte: dpa)

Bevorzugen Sie frische statt abgepackte Ware

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Fett ist ein unverzichtbarer Nahrungsbestandteil und transportiert viel Energie. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Fette mit viel ungesättigten Fettsäuren, wie sie in Meeresfischen, Oliven- und Rapsöl enthalten sind, für die Ernährung günstig sind. Der Körper braucht diese Fette zur Bildung bestimmter Gewebshormone, die für die Blutgerinnung, die Regulierung der Gefäßweite und andere Faktoren wichtig sind.

Fette mit gesättigten Fettsäuren wie sie in Butter, Fleisch, Wurst und Käse enthalten sind, sind dagegen ungünstig für die Gesundheit. Cholesterin, das bei der Entstehung der Arteriosklerose eine wesentliche Rolle spielt, kommt ausschließlich in tierischen Fetten vor. Schränken Sie deshalb den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten ein und bevorzugen Sie Fisch. Eine Fisch-Mahlzeit pro Woche senkt das Risiko, an einem plötzlichen Herztod zu sterben, um die Hälfte. Benutzen Sie zum Kochen und Braten Olivenöl, das ungesättigte Fettsäuren enthält.

Seien Sie sparsam mit Alkohol. Groß angelegte Untersuchungen belegen, dass der regelmäßige Genuß kleiner Mengen Wein - etwa ein bis eineinhalb Gläser am Tag - sich positiv auf das Herz auswirkt. Resveratrol, das in der Traubenschale enthalten ist, kann sowohl entzündungshemmend wirken wie auch die Bildung von Blutgerinnsel verhindern. Auch ein Glas Bier kann entspannend wirken. Alles, was darüber hinausgeht, bedeutet eine Belastung für Kreislauf und Herz und kann dauerhafte Schäden verursachen.

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Andrea Grießmann beim Belastungs-EKG (2'13'')
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Bewegung trainiert den Herzmuskel

Von seiner Entwicklungsgeschichte her ist unser Körper auf Bewegung programmiert. Sie hat eine Reihe von Auswirkungen auf unseren Körper, die das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eines Herzinfarktes drastisch senken können:

Regelmäßiges Training verbessert die Sauerstoffzufuhr im ganzen Organismus. Die bessere Durchblutung führt mehr Sauerstoff und Nahrungsstoffe in alle Körperbereiche, und damit auch in die Herzkranzgefäße.

Der Herzmuskel wird trainiert. Bei einem regelmäßigen Training vergrößert sich die Blutmenge, die mit jedem Schlag befördert wird. Das Schlagvolumen nimmt zu, das Herz arbeitet effizienter und auch im Ruhezustand ökonomischer. Der Blutdruck sinkt langfristig.

Ausdauertraining sorgt insgesamt für ein besseres Allgemeinbefinden. Der Appetit nimmt zu, das Einschlafen fällt leichter, die Grundstimmung bessert sich, man wird resistenter gegen Stress. Schon nach einem 30-minütigem Ausdauertraining beginnt der Körper Endorphine auszuschütten, die für regelrechte Glücksgefühle sorgen können. Zudem werden Knochenbau und Skelettmuskulatur gestärkt, der Körper bleibt vital.

Um diese Effekte zu erzielen, reichen schon dreimal 30 Minuten in der Woche aus. In Frage kommen dabei Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern oder andere Ausdauersportarten. Dabei sollte die Belastung nur sehr langsam erhöht werden und das Training sollte unter keinen Umständen in Stress ausarten. Ältere Personen, Patienten mit Bluthochdruck, mit Herzfehlern oder sonstigen schweren Erkrankungen sollten in jedem Fall ihr Programm mit einem Arzt absprechen, bevor sie mit dem Training beginnen.

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Gesundheitscheck (2'08")
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Medizinische Vorsorge zur Früherkennung

In den allermeisten Fällen lassen sich Herzkrankheiten durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeiden. Die Diagnostik ist heute auf einem Stand, dass sie gefährliche Entwicklungen zuverlässig frühzeitig erkennen kann.

Lassen Sie ihren Blutdruck regelmäßig messen. Auch wenn Sie jünger sind und an und für sich gesund. Bluthochdruck kann auch im Jugendalter schon auftreten und stellt ein ernstes Problem dar. Ab einem Alter von 35 Jahren sollten Sie einmal im Jahr beim Internisten eine gründliche Herz-Kreislauf-Untersuchung machen lassen.

Eine junge Frau sieht gestresst aus und hält sich die Ohren zu. (Rechte: Mauritius)

Nach dem Infarkt: Stress vermeiden

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Stress: Lebensumstände beeinflussen die Gesundheit

Viele Mediziner schätzen, dass die Hälfte aller Krankheiten psychosomatische Ursachen hat. Bei Herzinfarkten dürfte der Anteil deutlich höher liegen. Den engen Zusammenhang zwischen der persönlichen Lebenssituation und der Gesundheit belegen auch zahlreiche empirische Studien.

So wird heute kaum noch angezweifelt, dass Menschen, die in einer langfristigen, positiv empfundenen Partnerschaft leben, deutlich gesünder sind. Und Mobbing am Arbeitsplatz ist ein nicht nur medizinisch ernst zu nehmendes Problem, sondern auch eine großer wirtschaftlicher Faktor, der jedes Jahr zu Milliardenschäden führt. Deshalb ist es wichtig, den persönlichen Lebensumständen genügend Beachtung zu schenken und den Mut zu Veränderungen aufzubringen: Befriedigt mich meine Arbeit? Bin ich in meiner Partnerschaft glücklich? Empfinde ich meine privaten Beziehungen als Belastung oder als Bereicherung?

Viele Menschen schöpfen große Kraft aus Meditationsübungen. Unter Umständen kann auch eine psychologische Beratung oder Behandlung richtig sein. Oft kann ein Gespräch mit dem Hausarzt die mögliche Richtung aufzeigen.

Johannes Hirschler, Stand vom 18.04.2012

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