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Medikamente gegen Osteoporose

Osteoporose ist eine Krankheit, die man nicht heilen kann. Aber man kann vieles tun, um sie aufzuhalten. Vor allem: Es ist nie zu spät. Selbst ein 80-jähriger kann noch mit leichtem Sport anfangen und sein persönliches Risiko in einem halben Jahr um bis zur Hälfte senken. Das gibt es bei keiner anderen Krankheit. Dennoch ist Sport und Bewegung alleine nur ein Baustein in der Osteoporosebehandlung. Dazu kommen noch die Ernährung und die richtigen Medikamente.

Ein Stapel mit verschiedenen Medikamenten. (Rechte: SWR)

Ein Baustein in der Osteoporosebehandlung: Medikamente

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Kalzium und Vitamin D

Zur Basisversorgung gehören Kalzium und Vitamin D. Ein Sonnenmuffel beispielsweise, dessen Körper durch sein "Schattendasein" kaum Vitamin D bildet, und der womöglich noch wenig Kalzium mit der Nahrung aufnimmt, braucht bis zu 1000 Einheiten Vitamin D und 1000 mg Kalzium. In der Regel gibt es beides in Tablettenform. Hat der Patient dazu eine niedrige Knochendichte und sogar schon Knochenbrüche, benötigt er zusätzlich noch spezielle Medikamente. Heute sind verschiedene Präparate auf dem Markt, die wirksam die Festigkeit des Knochens verbessern und somit Brüche verhindern können. Diese Medikamente greifen günstig in den Knochenstoffwechsel ein und lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Die eine Gruppe fördert die knochenaufbauenden Zellen, die andere hemmt die abbauenden Zellen. Beides führt zu einer besseren Stabilität des Knochens. Die Medikamente müssen meist über sehr lange Zeiträume eingenommen werden, können den Knochenverfall aufhalten, die Krankheit aber nicht heilen.

Biphosphonate

Zu den Medikamenten, die knochenabbauenden Zellen hemmen, gehören die so genannten Bisphosphonate. Die Biphosphonate sind sehr gut untersucht und haben sich in der Behandlung der Osteoporose gut bewährt. Sie sind in der Lage, bereits nach wenigen Monaten das Knochenbruchrisiko der Wirbelsäule zu halbieren. Gleichzeitig erhöhen die Bisphosphonate auch die Stabilität der anderen Körperknochen und mindern das Bruchrisiko. Übrigens hemmen auch die Östrogene die Aktivität der knochenabbauenden Zellen. Aber die scheiden mittlerweile bei der Behandlung aus, da sie im Verdacht stehen, die Entstehung von Brustkrebs zu fördern.

Fluoride und Parathormon

Zu den Medikamenten, die die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen steigern, gehören die Fluoride. Sie bewirken, dass mehr Knochensubstanz gebildet als abgebaut wird und die Knochenmasse wieder zunimmt. Allerdings werden die Fluoride heute kaum noch verwendet. Zwar führen sie innerhalb kurzer Zeit zu einem großen Zuwachs der Knochenmasse, aber trotzdem nicht zu einem stabilen Knochen. Denn die Fluoride verschlechtern die Knochenqualität. Mit Teriparatid wird die Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren behandelt, bei denen bereits Knochenbrüche vorliegen. Es handelt sich um ein Eiweißpräparat, ein Teilstück des körpereigenen Parathormons aus der Nebenschilddrüse. Das Hormonpräparat muss ähnlich wie Insulin täglich unter die Haut gespritzt werden. Das erstaunliche bei Parathormon: Eigentlich baut es Knochen ab, indem es die Knochenfresszellen aktiviert. Also eigentlich genau das Gegenteil von dem bewirkt, was ein Medikament gegen Osteoporose leisten sollte. In einer bestimmten Dosierung hat es aber auch gegenteilige Effekte, es kann auch auf direktem Wege knochenaufbauenden Zellen stimulieren. Durch das Parathormon kann im schon porösen und brüchigen Knochen neue Knochenstruktur gebildet werden. Eine große amerikanische Studie belegt, dass das Risiko von schweren Knochenbrüchen mit Parathormon um bis zu 90 Prozent gesenkt werden kann. Welche Patienten welches Medikament bekommen und wie lange sie es einnehmen müssen, ist sehr unterschiedlich und muss ganz individuell entschieden werden.

Andrea Wengel, Stand vom 12.10.2011

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