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Tipps für eine gesunde Schilddrüse

Für die Gesundheit seiner Schilddrüse kann man einiges tun. An erster Stelle steht dabei die richtige Ernährung. Denn wenn die Schilddrüse nicht die richtigen Nährstoffe erhält, kann sie nicht normal arbeiten. Der wichtigste Treibstoff für die Schilddrüse ist das Spurenelement Jod. Ein Mangel kann zu zahlreichen Krankheiten führen.

Mädchen streichelt den schwangeren Bauch seiner Mutter. (Rechte: Mauritius)

Gerade Schwangere und Kinder brauchen viel Jod

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Jod - ein wichtiges Element

Jod - viele denken bei diesem Wort vielleicht an ein altes Hausmittel zur Desinfektion; eine rotbraune Flüssigkeit, die einem die Mutter auf das zerschrammte Knie tupfte und die ganz furchtbar brannte. Doch Jod spielt auch in unserer Ernährung eine wichtige Rolle.

Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2004 macht deutlich: Auch in Deutschland stellt Jodmangel in der Bevölkerung ein Problem dar. Etwa 27 Prozent der sechs- bis zwölfjährigen Schulkinder hatten damals einen zu geringen Jodgehalt im Blut. Bei den Erwachsenen waren es sogar 37 Prozent. Zwar hat sich die Jodversorgung durch Lebensmittel in der Vergangenheit deutlich verbessert, trotzdem liegt die Jodversorgung noch immer an der Untergrenze der von der WHO empfohlenen Standards. Etwa 20 Prozent der Berufstätigen in Deutschland leiden laut der Papillon-Studie unter einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf), die durch Jodmangel verursacht wird. Um dieser Krankheit vorzubeugen, ist es wichtig, viele jodhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Kinder benötigen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich etwa 100 bis 140 Mikrogramm Jod, Jugendliche und Erwachsene 180 bis 200 Mikrogramm.

Schwangere Frauen und stillende Mütter haben einen besonders hohen Bedarf. Sie sollten täglich etwa 230 bis 260 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Denn ein ungeborenes Kind kann die Schilddrüsenhormone nicht wie andere Nährstoffe über den Mutterkuchen aufnehmen, sondern muss sie selbst produzieren. Daher ist es wichtig, dass die werdende Mutter "Jod für zwei" zu sich nimmt. Andernfalls besteht das Risiko, dass das Kind mit einer vergrößerten Schilddrüse zur Welt kommt. In der Stillzeit wird das Baby durch die Muttermilch weiter mit Jod versorgt. Doch auch Babynahrung enthält inzwischen Jodzusätze, sodass auch Kinder, die nicht gestillt werden können, keine Mangelerscheinungen befürchten müssen.

Ein Teller mit japanischem Sushi und Essstäbchen. (Rechte: Mauritius)

Sushi: viel Jod dank Fisch und Algen

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Welche Lebensmittel enthalten Jod ?

Deutschland ist ein verhältnismäßig jodarmes Land. Im Boden sind nur geringe Reserven vorhanden, denn nach der Eiszeit wurde das Jod aus der Erde in die Meere gespült. Deshalb ist die Jodkonzentration in unserem Trinkwasser, Obst und Gemüse eher gering. Während in den 70er Jahren noch deutliche regionale Unterschiede in der Jodversorgung bestanden, hat sich die Versorgung in Deutschland inzwischen auf einem niedrigen Niveau angeglichen. Um einem flächendeckenden Mangel vorzubeugen, empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium daher, sowohl privat als auch in der Gastronomie und der Lebensmittelproduktion Speisen mit Jodsalz zuzubereiten. So ist es beispielsweise sinnvoll, wenn Bäcker oder Produzenten von Fleischwaren ihren Produkten Jodsalz beifügen. Viele Hersteller halten sich bereits an diese Empfehlung. Nicht zuletzt deshalb geht die Jodunterversorgung auch in Deutschland stetig zurück.

Doch man kann noch mehr für seine Schilddrüse tun, als nur mit Jodsalz zu kochen. Lebensmittel, die aus dem Meer kommen, haben grundsätzlich einen recht hohen Jodgehalt. Spitzenreiter ist der Schellfisch: Er enthält 240 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm Fleisch, dicht gefolgt vom Kabeljau und der Miesmuschel. Auch japanische Algen (wie zum Beispiel in Sushi-Gerichten) sind hervorragende Jodlieferanten.

Wer sich nicht für Meeresfrüchte erwärmen kann, hat Alternativen. Spinat zum Beispiel enthält zwölf Mikrogramm pro 100 Gramm, schwarzer Tee etwa zehn Mikrogramm. Auch Eier, verschiedene Backwaren (wie zum Beispiel Roggenbrot) und Rindfleisch enthalten Jod. Lebensmittel mit einem sehr hohen Jodgehalt tragen sogar ein Siegel, damit man sie im Supermarktregal leichter finden kann. Drogerien und Apotheken bieten zudem Jodtabletten an, die (in Maßen) eingenommen, ebenfalls den Jodhaushalt des Körpers ausgleichen können.

Doch es gibt auch Fälle, in denen eine jodreiche Ernährung nicht gerade förderlich ist. Bei Autoimmunkrankheiten wie der Basedow‘schen Erkrankung oder der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung sind sich die Experten uneinig und diskutieren, ob Jod sich sogar schädlich auf die Schilddrüse auswirken kann. In Deutschland empfiehlt das Gesundheitsministerium den Betroffenen, auch weiterhin eine gesunde Menge an Jod aufzunehmen. In Österreich hingegen raten Ärzte, möglichst nur jodarme Nahrungsmittel zu konsumieren.

Eine Frau liegt im Bett und gähnt. (Rechte: Mauritius)

Typisches Symptom: ständige Müdigkeit

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Die Ernährung ist der sicherste Weg, die Schilddrüse gesund zu halten. In manchen Fällen entstehen Krankheiten allerdings aufgrund einer erblichen Veranlagung. Deshalb sollten Menschen, in deren Familie Schilddrüsenprobleme bekannt sind, besonders auf Veränderungen des Organs achten.

Mit diesem kurzen Test können Sie schnell überprüfen, ob möglicherweise eine Erkrankung vorliegt:

  • Haben Sie in letzter Zeit Probleme beim Schlucken oder Atmen?
  • Müssen Sie sich oft räuspern?
  • Haben Sie bei gleichbleibenden Essgewohnheiten in kurzer Zeit stark ab- oder zugenommen?
  • Spannen Hemden oder Blusen neuerdings am Hals?
  • Sind Sie häufig schlecht gelaunt oder fühlen sich ständig müde?
  • Frieren Sie auch in gut beheizten Räumen oder leiden Sie unter Hitzewallungen?
  • Leiden Sie unter brüchigen Nägeln, trockener Haut und/oder Haarausfall?
  • Haben Sie Probleme beim Ein- oder Durchschlafen?

Falls Sie mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet haben, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen, denn all diese Symptome sind typisch für Schilddrüsenerkrankungen.

Durch eine Tastuntersuchung kann der Arzt dann schnell feststellen, ob die Schilddrüse vergrößert ist. Mit einem Bluttest lässt sich herausfinden, ob in Ihrem Körper womöglich zu viele oder zu wenige Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Je nach Ergebnis der Untersuchung kann der Arzt eine passende Therapie verordnen, damit die Krankheitssymptome schnell verschwinden und die Schilddrüse keinen dauerhaften Schaden nimmt.

Jennifer Dacqué, Stand vom 01.06.2009

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