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Phänologische Beobachtungsnetze

Phänologische Beobachtungen macht jeder, der im eigenen Garten feststellt, dass die Krokusse aufgeblüht sind oder dass die Äpfel schon reif sind. Damit jedoch aus solchen Einzelbeobachtungen wissenschaftliche Feststellungen werden können, aus denen allgemeine Aussagen abgeleitet werden können, müssen die Daten gesammelt werden. Das geschieht mithilfe phänologischer Netze, in denen viele Beobachtungen zusammengetragen werden. Das größte phänologische Beobachtungsnetz in Deutschland betreut der Deutsche Wetterdienst, zu dessen Aufgaben die Erfassung, Bewertung und Archivierung meteorologischer Prozesse gehören.

Das Bild zeigt einen grün gekleideten Förster und seinen Jagdhund auf einem Waldweg. Der Förster setzt gerade sein Fernglas an. (Rechte: dpa)

Hauptberuflicher Naturbeobachter

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Das Grundnetz des Deutschen Wetterdienstes

Das Grundnetz des Deutschen Wetterdienstes umfasst circa 1550 Stationen, deren Beobachtungen zu Blattentfaltung, Blüte, Fruchtreife und Laubverfärbung an ausgewählten Bäumen und Pflanzen einmal jährlich per Meldebogen übermittelt werden. Die Beobachtungen dieser sogenannten Jahresmelder werden immer zum Jahresende, am Ende der Vegetationsperiode, erfasst und archiviert.

Gelbe, noch geschlossene Krokusse wachsen aus einem dicken Eisklumpen hervor, der in der Sonne glitzert. (Rechte: dpa)

Erste Frühlingsboten

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Die Daten werden von ehrenamtlichen Pflanzenbeobachtern erhoben. Viele dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter haben Berufe, die sie als Pflanzenbeobachter sozusagen prädestinieren: Sie sind zum Beispiel Landwirt, Gärtner, Förster oder Biologielehrer. Es gibt jedoch auch viele Beobachter, die einfach aus Liebe zur Natur und einem großen Interesse am Umweltgeschehen Melder werden.

Eine junge Frau pflückt Butterblumen in einer Kirschplantage, die in voller Blüte steht. (Rechte: Zentralbild)

Phänologie macht Spaß

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Die Sofortmelder des Deutschen Wetterdienstes

Etwa 400 Jahresmelder sind gleichzeitig auch als Sofortmelder in ihren Regionen tätig. Zweck der Sofortmeldernetze ist der sofortige Zugriff auf die Ergebnisse der phänologischen Betrachtungen. Das nützt vor allem der Abteilung Landwirtschaft, die landwirtschaftliche Unternehmen agrarmeteorologisch berät und Vorhersagen für landwirtschaftlich bedeutsame Ereignisse und Zustände macht, zum Beispiel Bodenfeuchte, Wasserbedarf von Pflanzen, Kornfeuchte oder Pflanzenkrankheiten. Die Ergebnisse nutzt auch der Polleninformationsdienst, der medizinische Einrichtungen informiert.

Internationale Netze

Damit phänologische Daten noch größere Aussagekraft erhalten, gibt es seit einigen Jahren Bemühungen, die Arbeit der einzelnen europäischen Beobachtungsnetze miteinander zu koordinieren. Bis es soweit ist, müssen jedoch noch viele Hürden genommen werden.

Die nationalen Netze haben viele Jahrzehnte unabhängig voneinander gearbeitet und in dieser Zeit eigene Standards entwickelt. Jedes Netz hat eigene Traditionen und eigene Reihen, die man nicht aufgeben will. Das hat zur Folge, dass die Daten unterschiedlicher Regionen oft nicht vergleichbar sind. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Österreich sammelt jedoch bereits gemeinsame Daten aus mehreren europäischen Ländern und stellt sie mit einheitlichen Codes dar. Bis die größten Vereinheitlichungsprobleme überwunden sind und die europäischen Phänologen zusammenarbeiten können, wird es wohl noch ein langer Prozess, sagt Ekko Bruns, Phänologie-Experte des Deutschen Wetterdienstes.

Christine Buth, Stand vom 18.11.2011

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Aktion Apfelblütenland

Planet Wissen unterstützt seit Frühjahr 2006 die phänologischen Beobachtungen: Unsere Zuschauer und Internetnutzer können den Beginn der Apfelblüte in Deutschland verfolgen und ihre Beobachtungen der Planet-Wissen-Redaktion mitteilen. Wissenschaftler der TU München und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg werden die Ergebnisse einordnen und mit Blick auf die globalen Klimaveränderungen bewerten.

http://www.planet-wissen.de

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