Apfelblüten-Tagebuch 2010
In den Unterrubriken des Apfelblütentagebuchs finden Sie noch mehr Wissenswertes zum Blühverlauf: In den Videos erläutern wir den aktuellen Stand der Dinge. Der Leitfaden zur Beobachtung beschreibt, was Sie bei der Beobachtung und Meldung Ihres Apfelbaums beachten sollten. Über das Apfelblütenformular können Sie dann Ihre Beobachtungsdaten schnell und unkompliziert an uns schicken - und gerne auch ein Bild Ihres Baumes hinzufügen. Die Obstblütenanleitung erläutert die Unterschiede der Blüten unserer wichtigsten einheimischen Obstsorten. Die Naturraumkarte für Deutschland zeigt das kartographische Schema, nach dem wir die Apfelblüte für Deutschland dokumentieren. In einem normalen Jahr sollte die Apfelblüte in den Tieflagen des Westens oder Südwestens beginnen und sich dann Richtung Nordosten und in die Höhenlagen ausbreiten. Die Rubrik "Beobachte den Frühling!" enthält Materialien, die für den Einsatz im Schulunterreicht geeignet sind. Neben dem eigentlichen Apfelblütentagebuch gibt es dann noch eine gesonderte Sammlung von Berichten aus dem Schwarzwälder Murgtal. Dort verfolgen wir gemeinsam mit den Forschern der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg die Wanderung der Apfelblüte von 200 auf 1048 Meter über dem Meeresspiegel.
7. Juni: Blühbeginn am Langfjord
Es ist Anfang Juni. Sie wollen wissen, wo die Apfelbäume blühen? Kein Problem, unsere Apfelblütenbeobachter sind auch jetzt noch aktiv. Ich zeige Ihnen hier einmal ein Foto eines aufblühenden Apfelbaums: Seit dem 2. Juni ist Blühbeginn am Langfjord in Norwegen, am 62. Breitengrad! Die Wanderungsgeschwindigkeit der Apfelblütenzone vom 48. Breitengrad in Freiburg im Breisgau (9. April) bis Eidsvag am Langfjord (2. Juni) beträgt ca. 29 Kilometer pro Tag. Für die Ausbreitung in Deutschland hatten wir einen Schnitt von 30 Kilometern pro Tag ermittelt. (Die "Deutschland-Wanderung" der Blüte können Sie sich übrigens im Tagebucheintrag vom 1. Juni als Video anschauen). Im Rahmen unserer Messmöglichkeiten können wir also sagen, dass die Apfelblütenzone mit annähernd gleichbleibender Langsamkeit über Europa hinweg gezogen ist. Denn frühere Untersuchungen haben einen Durchschnittswert von 40 Kilometern pro Tag ermittelt. Das Blühende hat mittlerweile auch die Bäume in der Region des Vänersees in Mittelschweden erreicht. Und auf dem Schliffkopf im Schwarzwald steht Deutschlands höchstgelegener Apfelbaum heute in Vollblüte - mehr dazu lesen Sie in der Rubrik "Murgtal 2010".
Verlauf der Apfelblüte 2010 (0'22'')
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1. Juni: Eine lange Apfelblüte geht zu Ende
Es war eine wirklich lange Apfelblütenkampagne dieses Jahr. Die erste kleine Blüte öffnete sich am 9. April in Freiburg im Breisgau. Kurz danach bremste auch schon ein erster Kaltlufteinbruch die weitere Entwicklung. Ab dem 15. April dehnte sich die Blütenzone langsam vom Rheinverlauf weg nach Osten und Nordosten aus. Es dauerte dann noch bis Ende April/Anfang Mai, bis die Blütenzone auf ihre maximale Größe angewachsen war. Nur die Ostseeküste war zu diesem Zeitpunkt noch blütenfrei - und natürlich alle Höhenlagen oberhalb 500 Metern. Die Kaltluft strömte munter weiter von Norden nach Deutschland hinein, und dieser Umständ führte zu einer recht langen Blühdauer. Manche Bäume brauchten zwei Wochen um vom Beginn der Blüte ins Stadium der Vollblüte zu gelangen.
Seit heute ist nun das Blühende auch entlang der Ostseeküste und in den Hochlagen der Eifel erreicht. Unsere Deutschlandkarte ist also nun einheitlich im dunklen Orangeton gefärbt. Doch die Apfelblüte wandert weiter: In Schweden haben wir an der Ostseeküste und auch im Westen in der Region des Vänersees die Vollblüte erreicht. Da war ich in meinem letzten Tagebucheintrag etwas zu optimistisch. Und am Langfjord bei Trondheim blühen sogar erst die frühen Steinobstsorten. Dagegen wandert bei den frühen Sorten das Blühende langsam auch weiter nach Dänemark hinein. Ich befinde mich gerade am Rand des Tauern-Nationalparks in Österreich. Auf 800 bis 1000 Metern Höhe blühen hier die Bäume. Auf 2000 Metern hat die Schafskälte über Nacht nochmals eine Schneedecke eingezogen.
28. Mai: Der "Kleine" auf dem Schliffkopf blüht!
Sie haben´s vielleicht schon unter "Murgtal 2010" gelesen: Der "Kleine" auf dem Schliffkopf auf 1043 Meter Meereshöhe blüht! Allerdings zieht in diesen Minuten ein ziemlich heftiges Gewitter über ihn weg. Das wird ihn das ein oder andere Blütenblättchen kosten. Aber er hat es also noch vor dem Bäumchen am Langfjord in Norwegen geschafft, seine Blütenknospen zu öffnen. Dort am Langfjord blüht seit einer Woche der Pflaumenbaum - immerhin. Und in Schweden stellt sich langsam an den beobachteten Bäumchen an der Ostsee und am Vänersee die Vollblüte ein.
In Deutschland ist nun das Blühende auf dem Weg in die höchsten Apfelbaumregionen. Alpen und Mittelgebirge wechseln auf der Landkarte die Farbe - nur die Hochlagen der Eifel noch nicht, weil hier in den vergangenen Tagen weiter die Meldungen von der Vollblüte dominierten. Im Nordosten können Blühende und Miniäpfelchen jetzt am Wochenende in Raum Kiel, Wismar, Schwerin und Greifswald bestaunt werden. Nur der Küstenstreifen bis hinauf nach Rügen bleibt auf der Landkarte noch auf Vollblüte. Rügen im Nordosten und Monschau in der Eifel - meine letzten sicheren Tipps für Apfelblütentouristen in diesem Jahr. Oder eben Norwegen.
Apfelblüte in Norwegen? (1'52'')
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25. Mai: Apfelblüte erreicht Schweden
In Schweden blühen die Apfelbäume! Glückwunsch an unsere Melder an der Ostsee und am Vänersee, die so lange und geduldig gewartet haben! Jetzt fehlen nur noch 100 Kilometer bis zur norwegischen Grenze - doch der 63. Breitengrad, an dem eine unserer Teilnehmerinnen zuhause ist, ist noch weit. Das kleine Video links zeigt Ihnen mal, wie es derzeit in Norwegen an den Apfelbäumen (wohl) ausschaut. Ich habe mich dafür auf eine kleine Reise begeben - lassen Sie sich überraschen wohin.
Von den Blüten des Baums am Vänersee haben wir ein Foto zugeschickt bekommen. Unser Melder schreibt dazu: "Der Winter war zwar kalt, jedoch sehr zeitig durchgehend schneereich, so dass der Boden unter der dicken Isolation keine Möglichkeit hatte wie gewohnt zu gefrieren. Kleine Gewässer/Moore entwickelten unter dem Schnee keine tragfähige Eisschicht, viele Kleintiere (ach, die Zecken!) fanden gute Überwinterungsmöglichkeiten."
Nun noch ein Blick auf Apfelblütendeutschland: Es hat sich kaum etwas geändert auf unserer Landkarte. Aus dem Harz kommen keine Meldungen mehr von blühenden Apfelbäumen - so haben wir ihn nun auf Blühende markiert.
Ganz anders die Lage in Monschau, Schleiden, Urft und Prüm: Aus den hohen Lagen der Eifel kommen dieses Jahr viele Meldungen und zeugen von der Vollblüte auf ca. 500 Höhenmetern. Vielen Dank dafür! Im Südschwarzwald ist die Vollblüte bei 800 Metern angekommen. Das Blühende springt aber in Einzelfällen schon über die 600-Meter-Höhenmarke. (Lesen Sie dazu mehr unter Murgtal 2010). Bleiben wir bei den Hochlagen: Fichtelgebirge und Frankenwald melden noch bei 500 Höhenmetern die Vollblüte. Im Erzgebirge beginnen die Bäume bei 700 Metern zu blühen, das Blühende rückt bei 450 Metern nach. Aus dem Bayerischen Wald wird das nachrückende Blühende bei 600 Metern gemeldet.
Die Lage im Norden stellt sich wie folgt dar: Rügen meldet eine Mischung aus voller Blüte und Blühbeginn. Im weiteren Verlauf der Ostseeküste Richtung Lübeck dominiert aber klar die Vollblüte. Richtung Dänemark sind auch noch vollblühende Bäume der vorherrschende Anblick. Im Nordwesten Deutschlands hat sich das Blühende ausgebreitet.
21. Mai: Vollblüte auf Rügen
Vollblüte im Nordosten und damit auch auf Rügen! Hat ganz schön gedauert. Bei warmem Sonnenschein kann ein Apfelbaum auch mal innerhalb von zwei Tagen voll aufblühen. Doch der beständige Zustrom von Kaltluft ist eine echte Aufblüh-Bremse: Dieses Jahr dauerte es an manchen Bäumen bis zu zwei Wochen - und dieses Phänomen konnte an den unterschiedlichsten Stellen im Beobachtungsgebiet verfolgt werden. Ein schönes Beispiel dafür sind der Baum nahe der Wetterwarte Bad Marienberg auf ca. 540 Metern im Westerwald und ein Baum, der auf nahezu Meereshöhe in Dänemark beobachtet wurde. Beide öffneten ihre Blüten am selben Tag und beide brauchten 14 Tage bis zur Vollblüte. Der Mai ist halt innerhalb eines Streifens, der von Skandinavien bis über die Alpen wegreicht, bislang deutlich zu kühl ausgefallen.
Ich werde heute mit einer Kamerakollegin nochmals nach dem "unserer Meinung nach höchstgelegenen Apfelbaum Deutschlands" schauen. Wir werden oben auf 1043 Meter Meereshöhe ein kleines Video drehen, das ein wenig die Verbindung zwischen dem Blühgeschehen in den südlichen Höhenlagen Deutschlands und den Fjordgebieten Norwegens aufzeigen soll. Lassen Sie sich überraschen, nach Pfingsten werden Sie sich das Filmchen hier im Tagebuch anschauen können.
19. Mai: Dänemark: Frühling jetzt am 56. Breitengrad!
Vielen Dank für die Meldung aus Galten/Dänemark. Dort, das Foto zeigt es, beginnt jetzt die Apfelblüte. Vom Breitengrad her ist das eine mit Südschweden vergleichbare Lage - vielleicht tut sich also bei unserer Melderin dort auch bald etwas. In Deutschland fokussiert sich das Apfelblütengeschehen jetzt mehr und mehr auf den Norden und den Nordosten. Gute Chancen einen aufblühenden Baum einer späten Sorte bestaunen zu können hat man in der Mitte und im Süden Deutschlands nur noch oberhalb von 600 Höhenmetern. Südschwarzwald, Eifel, Harz, Fichtelgebirge, Thüringerwald, Erzgebirge und natürlich die Alpen sind noch geeignete Zielgebiete für den Apfelblütentourismus. Doch im größten Teil Deutschlands dominiert jetzt bereits der Anblick von kleinen Äpfelchen an den Zweigen.
Rechnen wir mal damit, dass die Blütenzone 3 bis 4 Tage braucht, um einen Breitengrad weiter zu wandern. Dann erhalten wir in ca. 3 Wochen die erste Meldung von unserer Beobachterin am Langfjord bei Trondheim in Norwegen. Und die erste Blüte am Nordpol ließe sich dann im besten Fall auf den 29. August berechnen. Ein deutliches Argument gegen den Obstanbau am Pol - abgesehen davon, dass dort nur Meereis als Untergrund zur Verfügung stünde. Da fällt mir auf: Aus Finnland hatten wir noch nie eine Meldung - vielleicht ja dieses Jahr?
17. Mai: Ein Besuch auf dem Schliffkopf
Ich habe also meine Wanderstiefel geschnürt und habe den verstruppten kleinen Apfelbaum auf der Kuppe des Schliffkopfs im Schwarzwald besucht - Resultat: Er hat einige Blütenansätze, aber die Knospen sind noch recht klein. Sieben bis zehn Tage braucht er sicher noch bis er aufblüht. Er wird also zu den letzten blühenden Apfelbäumen gehören, wie fast jedes Jahr. Nur im Jahr 2007 war die Frühlingswärme so mächtig, dass sie die Apfelblüte mit 60 Höhenmetern pro Tag in die Berge trieb. Nur in jenem Jahr schaffte es der kleine Baum zur selben Zeit aufzublühen wie die Apfelbäume auf Rügen.
Der aktuelle Stand auf Deutschlands größter Insel ist folgender: Im Rahmen unseres Projekts haben wir jetzt doch einige Meldungen über blühende Bäume auf Rügen - der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete mir jedoch, dass seine Testbäume auf Rügen noch keine offenen Blüten haben. Vielleicht liegen die DWD-Bäume noch etwas ungeschützter als jene, von denen wir Kenntnis haben.
Das Jahr 2010 zeichnet sich jedenfalls durch einen recht lange andauernden Blühverlauf aus. Zur Erinnerung: Erste Blüten in Deutschland verzeichneten wir am 9. April bei Freiburg im Breisgau. Das massive Einsetzen der Apfelblüte im Westen und Südwesten begann am 19. April. Jetzt haben wir den 18. Mai und noch immer erreichen mich außergewöhnlich viele Meldungen zu den verschiedenen Blühstadien aus den Höhenlagen und den Küstenregionen Deutschlands.
Ein Blick ins Ausland: Eine unserer Teilnehmerinnen ist am Langfjord am 62./63. Breitengrad in Nordwest-Norwegen zuhause. Sie schreibt: "Mit Apfelblüte kann ich noch nicht dienen, aber vor zwei Tagen kamen die ersten Kirschblüten zum Vorschein (Wildkirschen, sog. Spatzenkirschen). So langsam platzen die Blattknospen und die Bäume werden grüner". Tja, irgendwie haben Nordwest-Norwegen und der Schwarzwälder Schliffkopf etwas gemeinsam!
16. Mai: Apfelblüte steigt in die Höhe!
Die Höhenangaben werden vierstellig: Aus Klais, im Werdenfelser Land zwischen Karwendel und Wettersteingebirge gelegen, meldet ein Beobachter den Beginn der Apfelblüte bei einem "Danziger Kantapfel" und einem "Schönen von Nordhausen" auf ca. 1000 Meter Meereshöhe. Oho, das ist ordentliche Konkurrenz für "mein" Bäumchen unbekannter Sorte auf der 1043 Meter hohen Kuppe des Schwarzwälder Schliffkopfs. Weitere Meldungen aus apfeltechnisch besehen extremen Höhenlagen kommen aus Wiggensbach-Staig im Allgäu (930 Meter), Ühlingen-Birkendorf an der Südseite des Schwarzwalds (900 Meter) und aus Füssen (800 Meter). Das Ende der Blüte wird beispielsweise aus Burg im Spreewald gemeldet - und das deckt sich mit vielen weiteren Meldungen aus anderen Naturräumen in Deutschland. Im Nordosten blühen jetzt auch die Apfelbäume in Diedrichshagen-Guest und in Greifswald. Hier wird jetzt langsam das Stadium der Vollblüte erreicht. Und aus Schweden erreichte mich ein Bericht von der dort einsetzenden Kirschblüte!
14. Mai: Vom Südwestpol zum Nordostpol in einem Monat
Apfelblütenseitig betrachtet kann man durchaus von einer Deutschland-Wanderung der Blütenzone zwischen zwei Polen sprechen: Dem Südwestpol beim Kaiserstuhl im südlichen Oberrheintal und dem Nordostpol bei Rügen. Der Nordostpol hat sich dieses Jahr bislang als für die Blüte schwer erreichbar herausgestellt - doch jetzt tut sich, einen Monat nach Blühbeginn am Südwestpol, langsam etwas mehr in dieser Region. Das Foto rechts stammt aus Seebad Heringsdorf nahe der polnischen Grenze. Die Blüten sind noch nicht ganz geöffnet, aber über´s Wochenende sollte es doch endlich soweit sein. Unsere Teilnehmer in Schweden und Norwegen müssen sich aber noch ein wenig gedulden, bis die Apfelblüte über die Ost- und Nordsee zu ihnen rüberspringt.
Die Apfelblütenlandkarte hat sich wieder etwas verändert: Das Blütenende dominiert als Stadium jetzt mehr und mehr die tieferen Lagen und ist auch schon bei Bremen angekommen. Die Vollblüte ist meist in den Höhenlagen und in Richtung Küste anzutreffen. Der Blühbeginn, wie oben bereits beschrieben, hat seinen Schwerpunkt im Nordosten. Meine Wanderstiefel habe ich jetzt übrigens geputzt, so dass ich in den kommenden Tagen zum erstenmal in diesem Jahr Deutschlands höchstgelegenen Apfelbaum auf dem Schwarzwälder Schliffkopf in 1043 Meter Meereshöhe in Augenschein nehmen kann.
11. Mai: Wettlauf zwischen Höhe und dem Nordosten
Wo blüht's zuerst? In den höchsten Lagen um 1000 Meter Meereshöhe oder im äußerten Nordosten. Auf unserer Karte ist zwar der Blühbeginn auf Rügen schon vermerkt, aber dort blühen nur vereinzelte Bäume. An den meisten Knospen schimmert es erst rosafarben. So richtig festgesetzt hat sich die Blüte nordöstlich einer Linie Rostock-Neubrandenburg noch nicht. Könnte also sein, dass jener Baum, den wir für Deutschlands höchsten halten (auf 1043 Meter Meereshöhe auf dem Schliffkopf/Nordschwarzwald) doch noch blüht, bevor der Nordosten vom Frühling voll erfasst wird? Mal schauen. Im Südschwarzwald ist die Blütenzone bei Herrischried und bei Villingen-Schwennigen jedenfalls auf ca. 850 Metern angekommen. Das Ende der Blüte rückt dort bei 400 Metern (Grenzach-Wyhlen) nach. Dazwischen ist die Zone, in der die Bäume überwiegend in Vollblüte stehen. Die Schwäbische Alb meldet Blüten auf 750 Meter Höhe bei Laichingen, der Thüringer Wald auf 750 Meter bei Sonneberg und das Erzgebirge auf 450 Meter bei Lengefeld. Von Chemnitz kommend dehnt sich jetzt langsam die Vollblüte ins Erzgebirge hinein aus. Im Norden kamen Meldungen beispielsweise aus Husum, aus Kropp und im Nordosten aus Templin.
Auch wenn auf unserer Karte an manchen Stellen schon das Blühende eingezeichnet ist, so ist das natürlich ein Durchschnittswert für jene Regionen. Späte Sorten können dort auch jetzt noch erste Blüten zeigen. So erreichte mich aus dem schon weit fortgeschrittenen Apfelblüten-Westen eine Meldung über den Blühbeginn in Belgien - vielen Dank dafür! Ich werde nun heute Abend meine Wanderstiefel gründlich putzen, damit ich mich auf den Weg zu unserem Bäumchen auf dem Schliffkopf machen kann. Am Wochenende soll dort nochmals Schnee gefallen sein. Apfelbüten im Schnee wären ein schönes Fotomotiv, aber wahrscheinlich ist der Schnee schon wieder weg und die Blüten sind noch nicht da.
7. Mai: Apfelblüte jetzt auch in Dänemark
Die Apfelblüte hat nun auch die Insel Als im Süden Dänemarks erreicht. Weitere Meldungen aus dem Norden stammen von Pellworm, aus Wismar (von hier stammt auch das Foto), aus der Region Sternberger Seenplatte und aus Eggesin nahe dem Stettiner Haff. Was mir noch ein wenig fehlt ist der sichere Überblick über den äußersten Nordost-Rand.
Da aber die westliche Ostseeküste schon eine geraume Zeit blüht und auch eine Meldung von Rügen vorliegt, färben wir die Küstenregion nun ein wenig zaghaft in Orange ein. Vielleicht kommen ja noch ein paar Meldungen aus dieser Region - ich würde mich freuen. Kein Mangel an Meldungen herrscht derzeit aus den Hochlagen oberhalb von 600 Metern. Im Allgäu wurde aus Wiggensbach die erste Blüte in 900 Meter Höhe angekündigt. Recht dicht ist das Blühgeschehen inzwischen zwischen 600 und 800 Höhenmetern. Die Vollblüte rückt langsam in diese Höhenlagen vor - das ist auch auf unserer Landkarte am Beispiel der Mittelgebirge gut zu sehen. Bleiben Sie dran und melden Sie gerne auch das Blühende Ihres Baums - diese Angabe ist wichtig, um die durchschnittliche Blühdauer für Deutschland ermitteln zu können.
5. Mai: Warten auf Wärme für den Nordosten
Der Kälteeinbruch hat die weitere Ausbreitung der Blüte gestoppt. Aus dem äußersten Nordosten, oberhalb einer Linie Schwerin-Neubrandenburg-Schwedt, liegen noch keine Meldungen und Fotos von blühenden Apfelbäumen vor. Unsere Landkarte hat sich also in den vergangenen 24 Stunden nicht verändert. Das bietet mir die Chance, Ihnen mal wieder ein Foto zu zeigen. Einer unserer Apfelblütenmelder fühlte sich bei der Blütenkontrolle selbst ein wenig beobachtet - und hat prompt diesen Beobachter fotografisch festgehalten. Eine schönes Beweisfoto für die geringe Scheu mancher Rotkehlchen vor den Menschen. Das Bild stammt aus Kassel und um das Rotkehlchen herum können Sie einen Baum in voller Blüte erkennen. Ich hoffe nun, dass das Hoch über dem Ostantlantik sich einen netteren Platz weiter östlich sucht - dann würde nämlich wieder etwas wärmere Luft zu uns gelangen, und die Apfelblütenzone wieder ein wenig in Bewegung bringen.
P.S.: Gerade kommt eine erste Meldung aus der Nähe des Stettiner Haffs - kommt doch Bewegung in den Nordosten?
3. Mai: Vollblüte trifft auf Kälte
Bei Rostock hat die Blüte inzwischen die Ostseeküste erreicht. Bis Rügen wird es nicht mehr lange dauern und dann werden wir auch den Naturraum an der Küste entsprechend einfärben. Die Vollblüte breitet sich weiter kräftig über Deutschland aus. Allerdings hat sich die Wetterlage im Vergleich zur Vorwoche komplett umgestellt. Statt warmer Luft von Südwesten schaufelt ein Hoch über den Britischen Inseln jetzt Polarluft ins Apfelblütengebiet. Am Oberrhein und im Raum Köln ist die Blüte in dem meisten Fällen zwar bereits zu Ende, aber im Nordosten könnten gerade aufgeblühte Bäume in den frühen Morgenstunden des 5. Mai nochmals mit Frost konfrontiert werden. Die Blütenzone klettert derzeit mit ca. 30 Höhenmetern pro Tag in die Gebirge und ist bei Füssen und Kempten auf ca. 700 bis 800 Meter Meereshöhe angekommen. Nun noch ein paar Worte zu einer Premiere: Die erste Blüte, die uns im Rahmen unseres Projekts aus Polen gemeldet wurde, wurde gestern im Ort Zdzieszowice (Deschowitz) in Oberschlesien beobachtet. Herzlichen Dank dafür und auch für einige Meldungen, die aus Österreich an uns geschickt wurden!
2. Mai: Nur noch wenige "weiße Flecken" auf der Karte
Auch wenn es im Schwarzwälder Murgtal (lesen Sie mehr dazu unter Stichwort " Murgtal 2010") ein wenig zäh vorangeht - im Rest des Schwarzwalds und in den Alpen haben die ersten Apfelblüten schon die Höhenlagen um 700 Meter erreicht. Toll ist, dass wir auch aus den ganz kleinen, gebirgigen Naturräumen bei Garmisch-Partenkirchen, Oberstdorf und Berchtesgaden ausreichend Meldungen über den Blühbeginn erhalten haben. Vielen Dank dafür! Auch in die Täler von Bayerischem Wald, Harz und Erzgebirge ist die Apfelblütenzone erfolgreich "eingesickert". Bis die Blüte dort in breitem Maße die Höhenlagen erreicht, wird es noch wenige Tage dauern. Im Norden habe ich neben der Meldung von der Insel Borkum inzwischen auch eine von Sylt erhalten. Hier reicht die Blütenzone auf dem Festland an die dänische Grenze heran. Im Nordosten stehen nun die küstennahen Regionen kurz vor dem Blühbeginn. In Deutschland sehr weit verbreitet ist inzwischen der Anblick von vollblühenden Apfelbäumen. Auch dazu nehme ich gerne noch Meldungen entgegen. Ebenso zum Ende der Blüte, das zum Beispiel im Oberrheintal langsam aber sicher der dominierende Aspekt wird.
30. April: Meer in Sicht!
Mit dem heutigen Tag hat die Apfelblütenzone nun die Nordsee erreicht: Emden, Bremerhaven, Leer und auch die Insel Borkum melden offene Blüten. Von der Ostsee hält die Blütenzone aber noch gebührend Abstand. Bilder aus Rostock zeigen, dass es dort bis zur Blüte noch 5 bis 7 Tage dauern kann. Im Südwesten gehören jetzt Schwäbische Alb (Blüte bei 600 Meter Meershöhe), Frankenalb, Fränkische Schweiz, Nordschwarzwald und Eifel (350 Meter Meereshöhe) zum Apfelblütengebiet. Auch im Allgäu zeigen sich in Höhenlagen um 600 Meter die ersten offenen Blüten. Das Erzgebirgsvorland und das Vogtland sind ebenfalls von der Apfelblüte erreicht. Besonders gefreut hat mich diesesmal übrigens neben Meldungen aus den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und der Schweiz eine Meldung aus Maramures in Rumänien! Für´s kommende Jahr sollten wir uns vielleicht doch einmal eine Apfelblüten-Europakarte zulegen.
Welche Ziele stehen nun als nächstes an? 1. Wir brauchen noch weitere Daten über die Vollblüte und das Ende der Blüte aus allen Gebieten. 2. Wir müssen nun die weitere Wanderung Richtung Ostsee dokumentieren. 3. Wir sollten die Höhenwanderung bis auf 1000 Meter genau verfolgen. Südschwarzwald, Alpen, Harz und Erzgebirge sind dafür unsere besten Testgebiete. Und 4. Wir sind gespannt, wann die ersten Meldungen aus Nordeuropa eintreffen.
Es gibt auch dieses Jahr wieder Berichte, dass wenig Bienen unterwegs sind. Das hängt möglicherweise mit dem langen und kalten Winter zusammen. Die Bienenvölker sind möglicherweise noch nicht sehr groß. Und natürlich spielt auch der stetige Rückgang der Anzahl der Imker eine Rolle. Das nebenstehende Foto zeigt eine Biene bei der Arbeit im badischen Karlsruhe. Weitere Bilder können Sie übrigens ab sofort wieder in unserer Bildergalerie sehen. Klicken Sie doch mal rein!
29. April: Kalte Nord- und Ostsee bremst die Ausbreitung gen Norden
Im Südwesten sind nur noch die höheren Mittelgebirge als weiße Flecken übrig geblieben. Hier kann man jetzt auch immer mehr Bäume in Vollblüte sehen. Das wird in der nächsten Karte sicherlich noch deutlicher hervortreten. Rund um Bayreuth blühen nun auch die Apfelbäume und westlich davon, in der Fränkischen Schweiz und der Frankenalb, wird es auch bald soweit sein. Auch aus dem Bayerischen Wald kommen die ersten Meldungen - aber auch hier warten wir noch ab, bis die Blütenzone die mittlere Höhe dieses Gebirges überschritten hat. Im Nordschwarzwald liegt diese Marke bei 500 Metern, und sie sollte eigentlich bis zur nächsten Kartierung überschritten werden. Auch Richtung Norden ist die Blütenzone einige Kilometer vorangekommen. Bemerkenswert: Der Vorsprung des Nordwestens ist derzeit recht gering, er liegt nun mit dem Nordosten Deutschlands fast gleichauf. Grund dafür ist wahrscheinlich der in Küstennähe dominierende und die Ausbreitung der Blüte spürbar bremsende klimatische Einfluss des kalten Wassers von Nord- und Ostsee. An der Nordsee wird die Apfelblüte diese Hemmschwelle aber bereits in den kommenden Tagen überwinden - an der Ostsee wird das erfahrungsgemäß etwas länger dauern.
Vielen Dank für die zahlreichen Meldungen!
Die Blüte breitet sich jetzt schnell aus - und das schlägt sich in der Anzahl der Meldungen nieder, die wir pro Tag erhalten. Derzeit sind es ca. 400 Apfelblütennachweise, die täglich an uns geschickt werden. In den Spitzenzeiten kommen bis zu vier Meldungen pro Minute im Meldungsspeicher an. Das Apfelblütenteam unserer Redaktion und ich, wir sind wirklich überwältigt davon, wie viele naturinteressierte Menschen uns bei unserer Suche nach den Apfelblüten unterstützen. Vielen Dank! Wegen der Vielzahl an Meldungen ist die Kartierung dieses Jahr sehr genau möglich - allerdings braucht es auch einige Stunden Zeit, bis ich alle eingehenden Daten gesichtet habe. Morgen werden wir wieder eine Landkarte veröffentlichen können - heute aber zeige ich Ihnen das erste Blütenfoto, das uns aus England erreicht hat, und dazu ein besonders schönes Bild einer Melderin aus der französischen Bretagne. Weitere Meldungen aus Europa erreichten mich aus dem Elsass, aus Holland, Belgien und Österreich. Aus den nördlichsten Regionen Deutschlands kommen noch keine Apfelblütenmeldungen. Bis Dänemark als erstes skandinavisches Land in "Apfelblütenreichweite" kommt wird es also noch ein wenig dauern.
26. April: Die ersten Mittelgebirge "blühen"
In Osteifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus hat die Blütenzone die mittlere Höhe dieser Mittelgebirge überschritten. In Odenwald, Spessart und Südrhön müsste es auch bald so weit sein – bitte melden, falls dort jemand einen blühenden Apfelbaum sieht. Aus dem Sauerland liegen die ersten Meldungen vor. Von Dresden aus bewegt sich die Blütenzone Richtung Pirna und Bad Schandau. Und zwischen Regensburg, Ulm und Augsburg kann die Mittagspause jetzt auch unter einem blühenden Apfelbaum verbracht werden. Was tut sich im Norden? Interessantes! Mir liegen Meldungen aus Bremerhaven und von der Insel Borkum vor. Beide leider noch ohne Foto – deshalb bleibe ich ein wenig skeptisch und warte auf weitere Meldungen von der Küste.
Nun zum Blick auf Europa: Aus Österreich werden im Zillertal blühende Apfelbäume gemeldet. In Schweden erwartet unsere Melderin, möglicherweise als letzte Teilnehmerin im späteren Mai eine geöffnete Blüte melden zu können. Aber wahrscheinlich kann sie sich noch vor unserer Beobachterin in Trondheim/Norwegen über die erste offene Blüte freuen. Dort, am 62. Breitengrad, war der Winter einer der kältesten und schneereichsten der vergangenen Jahrzehnte. Von Frühlingsgrün kann bei Trondheim immer noch keine Rede sein.
25. April: Die Apfelblüte breitet sich über Deutschland aus
Die Mittelgebirge ragen jetzt im Westen noch als einzige weiße Flecken aus unserer Landkarte heraus. Aber auch dort gibt es in den unteren Höhenlagen bis 400 Meter Meereshöhe bereits blühende Apfelbäume. Auch im Alpenraum erreicht die Blüte bereits Höhen um 400 bis 500 Meter. Aus dem um 400 Meter hohen, von Iller, Lech Isar und Inn durchzogenen Gebiet zwischen Ulm, Regensburg und Passau kommen bislang aber kaum Meldungen. Zwischen Kassel, Hannover, Magdeburg, Erfurt und Leipzig hat sich die Lücke in der Blütenzone geschlossen. Einzige Ausnahme: Der Harz. Rund um Berlin und um Frankfurt an der Oder wird es langsam auch Apfelblütenfrühling. Nördlich einer gedachten Linie von Frankfurt/Oder bis Bremen ist Deutschland aber noch apfelblütenfrei. Wie lange wohl noch?
24. April: Mehrere Hundert Meldungen
Mehrere Hundert Meldungen sind über's Wochenende eingetroffen - und deren Auswertung hat unsere Apfelblütenlandkarte ganz schön verändert: Im Westen sind nur noch die Höhenlagen weiß geblieben. Aus dem Saarbrücker Umland kamen am Freitag und Samstag recht viele Meldungen. In den weitläufigen Ostanbauflächen am Bodensee hat nun auch die Blüte eingesetzt. Nürnberg, Fulda und Gießen sind weitere Städte, aus denen erste Meldungen zum Teil mit Fotos bestätigt wurden. Und: Fotos gibt es auch aus Bremen und der Gegend um Hannover. Um München und im Alpenvorland öffnen sich die ersten Blütenknospen, und im Nordosten sind die Gebiete um Städte wie Leipzig und Dresden dazugekommen. Auch in und bei Berlin und Potsdam sind jetzt die frühblühenden Sorten nach und nach dran. Jetzt hoffe ich, dass auch recht viele Meldungen zur Vollblüte aus all den jetzt schon von der Erstblüte erfassten Gebieten an mich geschickt werden! Die Aktuelle Ausbreitungsgeschindigkeit der Blütenzone liegt übrigens bei 40 Kilometer pro Tag - das ist ein typischer Wert für ein klimatisch besehen durchschnittliches Frühjahr. Aber dieser Wert kann sich, aufgrund neuer Meldungen, noch ändern.
22. April: Im Süden hat die Vollblüte begonnen
Unsere Apfelblütenlandkarte hat sich deutlich verändert: Im Osten der Republik blühen die ersten Apfelbäume im Umland von Jena. Am Mittelrhein sind die ersten Blüten jetzt auch fotografisch nachgewiesen. Auch im Lahntal hat die Blüte begonnen. Vom Niederrhein weg zieht sich die Blütenzone jetzt bis Paderborn, Bielefeld, Osnabrück und erreicht wohl bald auch Nordhorn. Im Südwesten greift die Blütenzone langsam über die tiefen Lagen hinaus. Rund um Städte wie Heilbronn, Stuttgart (hier bis an den Fuß der Schwäbischen Alb), Würzburg und Schweinfurt lassen sich jetzt Apfelblüten finden. Im Nordschwarzwald blühen die Bäume bis in Höhenlagen um 350 Meter. Hier gilt unsere fast schon traditionelle Regel, dass wir in den Bergregionen den Frühling erst dann auf unserer Landkarte beginnen lassen, wenn die Hälfte der Gesamthöhe des Gebirges erreicht ist. Im Nordschwarzwald liegt unsere "Frühlingsgrenze" damit bei 500 Metern. Sie dürfte in fünf bis zehn Tagen erreicht werden. Im Oberrheintal meldet jetzt schon ein großer Teil der Beobachter die Vollblüte. Bin gespannt, wann es in den anderen bereits blühenden Regionen so weit sein wird.
An dieser Stelle möchte ich herzlichen Dank sagen für all die schönen Fotos, die mich täglich erreichen. Ein besonderes möchte ich Ihnen heute vorstellen. Ich bin mir sicher, dass Sie, liebe Apfelblütenfans, diese botanische Seltenheit richtig einzuschätzen wissen. Das Phänomen hat allerdings noch keinen Namen und für Ihre kreativen Vorschläge wäre ich Ihnen sehr dankbar :) Wie immer erreichen Sie mich unter der Mailadresse uwe.gradwohl@swr.de.
20. April: Apfelblüten-Kurzmeldungen
Apfelblüte jetzt auch im Osten Deutschlands: Erste Blütenfotos aus dem Raum Jena +++ Erste Blüten auch bei Osnabrück, Bielefeld, Paderborn; weitere Ausbreitung der Blütenzone Richtung Nordhorn und Hannover +++ Erste Blüten am Eingang zum Mittleren Rheintal +++ Im Südwesten breitet sich die Blüte von Karlsruhe über Heilbronn in Richtung Würzburg weiter aus +++ Auch im Raum Stuttgart, Reutlingen und im Rems-Murr-Kreis erste offene Apfelblüten +++ Erste Meldungen, aber noch ohne Fotonachweis, von der Donau zwischen Donauwörth und Ingolstadt +++ Blüte auch im Nordschwarzwald auf ca. 300 Meter Meereshöhe +++ Im Oberrheintal und im Raum Köln auch einige Bäume in Vollblüte.
19. April: Moseltal und Rhein-Main-Tiefland
Jedes Frühjahr hat so seinen eigenen "Fingerabdruck" bezüglich der Ausbreitung der Apfelblüte. Das Frühjahr 2010 glänzt durch eine geradezu lehrbuchhafte Wanderung der Apfelblütenzone durch die Wärmegunstgebiete im Westen und Südwesten Deutschlands. Neu dazugekommen sind jetzt das Moseltal und das Rhein-Main-Tiefland mit dem Großraum Frankfurt. Am Oberrhein und aus dem Kölner Raum kommen die ersten fotografischen Nachweise von vollblühenden Bäumen. Aus dem Fränkischen kommen erste Meldungen vom Blühbeginn, noch ohne Fotos und entsprechend unsicher sind die Angaben von dort noch. Vom Mittelrhein sind noch keine Blütennachweise eingetroffen. Ich selbst kann aus Luzern in der Schweiz berichten: Hier gibt es leider noch keine Apfelblüten, dafür aber ein gewaltig imposantes See-Berg-Panorama mit Blick auf noch verschneite Berge.
18. April: Blühbeginn am Niederrhein
Die Nächte sind weiterhin kalt, aber tagsüber erreichen die Temperaturen frühlingshafte Werte. Grund für die gründliche Tageserwärmung ist der schon recht hohe Sonnenstand. Ende April steht die Sonne schon wieder so hoch am Himmel wie Mitte August. Die Apfelbäume reagieren auf die Tageswärme: Blühbeginn ist jetzt auch am Niederrhein. Von Essen schwenkt die Blütenzone jetzt auch über das Ruhrgebiet weg und nähert sich Münster und Bielefeld. Vom Oberrheintal aus beginnt nun die Wanderung der Blütenzone über den Kraichgau Richtung Heilbronn.
Einzelne Blütenmeldungen kommen auch aus dem Raum Frankfurt, der Lausitz und Bayern. Fotonachweise fehlen aber noch aus diesem Gebieten, und ich vermute mal, dass es sich bei den gemeldeten Bäumen zwar um sichtbare aber doch noch geschlossene Blüten handelt. Deshalb warte ich mit dem Eintrag auf unserer Naturraumkarte mal ab, bis weitere Meldungen aus diesen Gebieten eintreffen. Vielen Dank auch für Blütenhinweise aus Tirol, Südfrankreich und der Toskana - über "Europa-Blütenmeldungen" freue ich mich immer ganz besonders!
15. April: Die Sonne kommt, und die "Höhenwanderung" beginnt
Die Apfelblüte breitet sich weiter am Rhein entlang aus. Aus Rastatt, Baden-Baden und Karlsruhe liegen Blütenfotos vor. (Leider sind keine Blüten an meinem Baum – siehe Video!) Fotos aus Mannheim zeigen dicke Blütenknospen, die sich wohl in den kommenden beiden Tagen öffnen werden. Auch aus Köln hat mir mittlerweile ein Melder die Blüte mit einem Foto bestätigt. Unsere Landkarte ist entsprechend bunt geworden. Mit dem sonnigeren Wetter in den kommenden Tagen wird die Blütenzone wohl langsam das Rheintal Richtung Westen und Osten verlassen – und die Anzahl an Meldungen wird sicher deutlich in die Höhe gehen. Apropos in die Höhe gehen: Die Biologin Christiane Edler von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg wird in den kommenden Wochen mit uns zusammen über die Höhenwanderung der Apfelblüte im Schwarzwald berichten. Mehr dazu lesen Sie in der Rubrik "Höhenwanderung Murgtal".
Noch immer keine Blüten! (1'08'')
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Wie ich bereits erwähnt habe, blühen inzwischen auch in Baden-Baden die ersten Apfelbäume. Eine Kollegin brachte mir heute morgen eine kleine Apfelblüte als Beweis mit in die Redaktion. Und da stellt sich mir gleich eine Frage: Wie weit ist denn unser Apfelbaum hier auf dem Funkgelände in Baden-Baden?
13. April: Erste Apfelblüten in Karlsruhe
Obwohl nach diesem langen und harten Winter die Apfelblüte relativ früh begonnen hat, zieht sich der Verlauf der Blüte jetzt zunächst mal deutlich in die Länge. Das zeigt der Vergleich mit der Apfelblütenaktion 2007 sehr schön: Das Jahr 2007 war ein sehr mildes Frühjahr mit sommerlichen Temperaturen im April. In jenem Jahr "raste" die Blüte mit beinahe 90 Kilometer pro Tag von Deutschlands Südwesten in Richtung Nordosten. Heute, vier Tage nach der Meldung über die erste Apfelblüte Deutschlands am Kaiserstuhl im südlichen Oberrheintal, liegen erst vereinzelte Blütenmeldungen aus der Mitte und dem Norden dieser Region vor. Die "Frühlingsgeschwindigkeit" liegt bei lediglich 30 Kilometer pro Tag.
Meine kleine Stadtexkursion durch Karlsruhe im strömenden Regen heute Vormittag bescherte mir aber dann doch noch mein persönliches Apfelblütenerlebnis: Ein älterer Apfelbaum, inmitten der Wohnbebauung aber mit ausreichend Platz für seine ausladenden Äste, zeigte schon ein paar offene Blüten. Das Beweisfoto sehen sie hier links. Später dann, auf den Streuobstwiesen bei Rastatt, konnte ich aber nur kleine Blütenknospen entdecken. Da man also noch nicht von einer flächendeckenden Blüte am Mittleren und Nördlichen Oberrhein sprechen kann, wird auch diese Gegend auf unserer Landkarte vorerst gepixelt dargestellt.
12. April: Kalte Luft bremst die Blütenentwicklung
Kühl ist es geworden - und die Entwicklung der Blüten hat sich entsprechend verlangsamt. Aus dem Raum Köln liegen mir einige Meldungen vor, die darauf schließen lassen, dass dort die Apfelblüte vereinzelt bereits eingesetzt hat. "Beweismittel" ist unter anderem ein Foto vom Ende der vergangenen Woche, das eine schon ziemlich pralle Blütenknospe zeigt. In der Landkarte haben wir den Raum Köln deshalb nun ein wenig mit Farbe gepixelt. Das kühle Wetter hängt übrigens mit einer besonderen Wetterlage zusammen. Über den Alpenraum zieht derzeit ein Kaltlufttropfen gen Westen. Den kann man sich vorstellen wie ein Fettauge, das auf der Suppe schwimmt. Nur "schwimmt" hier ein riesiger Klecks ganz kalter Luft auf nicht ganz so kalter Luft, die aber immer noch kühl genug ist, um den Austrieb der Apfelbäume etwas einzubremsen. Diese Wetterlage bleibt wenigsten bis zum Wochenende erhalten. Damit erhöht sich die Chance, dass wir dieses Jahr eine der länger andauernden Apfelblütenkampagnen erleben. Zum Vergleich: Die Hauptblühphase in Deutschland dauerte im warmen Frühjahr 2007 gerade mal 24 Tage. Im von Kälteeinbrüchen durchsetzten Frühjahr 2008 jedoch ganze 34 Tage.
9. April: Erste Apfelblüte 2010!
Wir haben sie, die erste Apfelblüte in Deutschland. Soeben hat mich die Meldung erreicht, dass in Eichstetten am Kaiserstuhl, der erste Apfelbaum blüht. Gemeldet und fotografiert wurde die Blüte von einem Mitglied der NABU- Gruppe am Kaiserstuhl. Diese Gruppe ist sehr aktiv und organisiert auch Exkursionen in diesem Gebiet. Also, falls sie mal in der Gegend sind...
Somit hat mit dem Kaiserstuhl wieder eine der traditionell frühen Apfelblütenregionen das Rennen gemacht. Auch der Raum Köln gehört zu diesen Regionen. Hier ist es noch nicht ganz soweit, aber wir haben bereits sehr vielversprechende Bilder erhalten. So schickte mir gestern eine langjährige Apfelblütenbeobachterin aktuelle Bilder ihres Apfelbaumes. Wie auf diesem Bild sehr schön zu sehen ist, haben die ersten Blütenknospen sogar schon fast das sogenannte Ballonstadium, kurz vor dem Aufblühen, erreicht. Kurz gesagt: Auch in Köln und im Kölner Umland sollten sich über’s Wochenende die ersten Apfelblüten öffnen.
Nachdem jetzt die ersten Meldungen vorliegen wird es wieder Zeit, für unsere phänologische Naturraumkarte. Sie gliedert Deutschland in mehr als 80 Naturräume. Die Aufteilung in die einzelnen Zonen findet aufgrund von Faktoren wie Klima, Boden oder auch phänologischen Beobachtungen statt. Der Deutsche Wetterdienst hat Planet Wissen diese Karte freundlicherweise wieder zur Verfügung gestellt. In den kommenden Wochen wird diese Karte durch Ihre Meldungen wieder zu "blühen" beginnen.
8. April: Seltene Schlüsselblume bei Spaziergang entdeckt
Viele unserer Apfelblüten- Melder sind große Naturfreunde und achten besonders zur Apfelblütenzeit darauf, was sich in der Natur noch so tut.
Gestern hat mir beispielsweise ein Ehepaar aus Runkel an der Lahn ein Bild zugeschickt. Es wurde in der Umgebung des Naturschutzgebietes Mensfelder Kopf in der Nähe von Limburg an der Lahn aufgenommen. Es zeigt eine Art der Schlüsselblume (primula veris), die vom Aussterben bedroht ist. Das Besondere ist, dass diese Schlüsselblume nicht wie sonst üblich gelb blüht, sondern gelb- rote Blüten hat. Diese besondere Form der Schlüsselblume ist das Ergebnis von natürlichen Kreuzungen und kommt nur sehr selten vor. Umso schöner also, dass wir an diesem besonderen Fund teilhaben dürfen.
Die ersten Blütenknospen (1'54'')
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7. April: Erste Anzeichen der Blüte in Dortmund
Heute vor einem Jahr, am 7. April, öffnete der erste Apfelbaum der vergangenen Saison seine Blüten. Dieses Jahr ist es noch nicht ganz so weit, wie ich bei dem Apfelbaum hier auf dem SWR-Gelände in Baden-Baden selbst festgestellt habe. Eigentlich wollte ich mir die Zeit bis zur ersten Blüte mit einem selbstgemalten Apfelknospenbild vertreiben, aber irgendwie fehlt mir das Talent zum Zeichnen. Vielleicht gibt es ja aber den einen oder anderen Apfelblütenmelder, der das besser kann ...?
Seit dem Wochenende blühen am Oberrhein immerhin die Süßkirschen. Und wenn's nach dem phänologischen Kalender geht, dann sollten die Apfelbäume etwa 7 bis 10 Tage nach der Süßkirsche zu blühen beginnen. Gestern erreichte mich aus dem Raum Dortmund ein sehr liebevoll aufgenommenes Bild der sich gerade öffnenden ersten Knospen. Vielleicht sieht es in Ihrem Garten ja ähnlich aus. Beobachten Sie also Ihren Apfelbaum und lassen Sie es mich wissen, wenn dieser seine Blüten öffnet.
Kirschbaumblüte in Spanien
Der Frühling lässt sich hierzulande noch etwas Zeit. Das wollen wir nutzen, um einmal einen Blick ins europäische Ausland zu werfen. Denn unsere Zuschauer halten uns in Sachen Frühling nicht nur in Deutschland auf dem Laufenden. So blühen im schwedischen Yngsjö jetzt die Schneeglöckchen. Trotz Temperaturen über dem Gefrierpunkt hält sich im norwegischen Trondheim, am 62. Breitengrad, die Schneedecke in diesem Jahr länger als sonst – mit schlimmen Folgen für die Wildtiere. Sie finden zu wenig Nahrung in den Wäldern und Hungern.
In Spanien hat der Frühling schon länger deutliche Spuren hinterlassen. Bereits Ende Februar blühten in der Provinz Alicante die Kirschbäume. Ein Bild davon hat mich heute erreicht. Vielen Dank für die Meldungen von unseren Zuschauern aus dem Ausland und an alle weiterhin viel Geduld beim Warten auf die erste Apfelblüte!
Blühbeginn der Kaktusfeigen - in Mexiko
Gerade bewegt sich die Temperaturanzeige in Baden-Baden Richtung 20 Grad. Zeit, unsere Apfelblütenaktion 2010 zu starten! Augenblicklich blühen im Südwesten Huflattich, Kornelkirsche und Salweide. Gegenüber der durchschnittlichen Frühlingsentwicklung haben wir derzeit noch einen Rückstand von ungefähr 10 bis 14 Tagen. Die ersten Apfelblüten im Westen oder Südwesten sollten also nicht vor Mitte April aufbrechen - das kann sich aber bei weiterhin milder Witterung schnell ändern. Deshalb: Behalten Sie Ihren Apfelbaum im Blick und melden Sie uns auch in diesem Jahr wieder, wann er zu blühen beginnt. Wir sind alle gespannt auf den Vergleich mit unseren Beobachtungsjahren 2006 bis 2009! Das erste Bild einer Frühlingsblüte erreichte mich übrigens dieses Jahr aus Mexiko - dort blühen jetzt die Kaktusfeigen. Das links abgebildete Exemplar steht als Frühlingsanzeiger auf 1800 Meter Höhe.
Uwe Gradwohl, Stand vom 07.06.2010


















































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