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Leitfaden zur Beobachtung

Wenn die Apfelbäume blühen, ist der Frühling gekommen. Für die Phänologie, die Wissenschaft von der Naturbeobachtung, markiert die Apfelblüte den Beginn des "phänologischen Vollfrühlings". Solche Daten aus der Natur werden für die Wissenschaft immer interessanter, da sich mit ihrer Hilfe zum Beispiel Angaben zum Witterungsverlauf in einem bestimmten Jahr oder zu Klimaveränderungen in einem bestimmten Zeitraum machen lassen. Planet Wissen ruft in diesem Jahr zum sechsten Mal zur Beobachtung der Apfelblüte auf und möchte Sie bitten, als Beobachter wissenschaftlich tätig zu werden. Damit Sie wissen, worauf Sie bei Ihren Beobachtungen achten müssen, hier ein kleiner Leitfaden:

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1. Suchen Sie sich einen Apfelbaum

Suchen Sie sich einen Apfelbaum aus. Vielleicht haben Sie einen Apfelbaum im eigenen Garten oder in der Nachbarschaft oder Sie kommen beim Spazierengehen an einer Pflanzung vorbei. Wenn Sie schon vor Beginn der Blüte wissen, wo Ihr Apfelbaum steht, können Sie sicher gehen, die ersten Blüten nicht zu verpassen.

Informationen zur Wahl des Apfelbaums:

  • Idealerweise sollte Ihr Apfelbaum möglichst frei stehen: nicht direkt an einer Hauswand, im Schattenbereich eines Hochhauses oder in einem dichten Waldstück.
  • Hausgärten eignen sich zur Beobachtung, jedoch nur, wenn sie so groß sind, dass die natürlichen Witterungseinflüsse, vor allem die Lufttemperatur, ungehindert auf den Baum einwirken können. Er sollte also so stehen, dass sich kein spezielles Mikroklima (zum Beispiel: warme geschützte Hauswand) ausbilden kann.
  • Der Wuchsort der Pflanze sollte möglichst eben sein, der Baum nicht in einer tiefen Mulde stehen. In solchen "Frostlöchern" sammelt sich kalte Luft, die dazu führt, dass sich der Baum langsamer entwickelt.
  • Wenn es in Ihrer Nähe keinen Apfelbaum gibt, der so ideal wie oben beschrieben steht, können Sie auch einen anderen Baum beobachten. Wichtig ist dann, dass Sie im Kontaktformular angeben, dass Ihr Baum zum Beispiel an einer Hauswand oder an einem Hang steht.
  • Die Apfelsorte: Sie können jede Apfelsorte beobachten. Auch Experten haben Schwierigkeiten, die Apfelsorte allein nach der Blüte zu bestimmen! Idealerweise sollten Sie jedoch eine früh blühende Apfelsorte, wie den "Klarapfel" oder den "Boskoop", beobachten.

2. Standortangaben

Damit Ihre Beobachtungen ausgewertet werden können, ist es wichtig, dass Sie die "Adresse" Ihres Baumes kennen, also die Postleitzahl der Gemeinde nennen können, in der Ihr Apfelbaum steht. So kann später auf der Basis Ihrer Beobachtungen eine Naturraumkarte erstellt werden, die deutlich zeigt, in welchen Gebieten der Frühling 2009 begonnen hat.

Besonders hilfreich ist es, wenn Sie auch die ungefähre Höhenlage ihres Baumes angeben können. Die Entwicklung von Pflanzen wird stark von der Höhenlage mitbestimmt, da sie nicht nur Einfluss auf die Temperatur, sondern auch auf die Beleuchtung und die Stärke der UV-Strahlung nimmt. Mit einem Navigationsgerät oder einem Höhenmesser, wie ihn Wanderer benutzen, können Sie die Höhenlage ihres Beobachtungsbaumes herausfinden. Vielleicht besitzen Sie auch eine topographische Karte Ihrer Region.

3. Die Beobachtung

Wann sich die Blüten an Ihrem Apfelbaum öffnen, hängt von vielen Faktoren ab: von der Witterung, dem Standort des Baumes und der beobachteten Sorte. Die Natur folgt ihrem eigenen Plan: In manchen Jahren liegt zu Ostern noch Schnee, in anderen blühen die ersten Apfelbäume bereits. Ende März sollten Sie regelmäßig einen Blick auf Ihren Baum werfen und nachsehen, ob die Blüte schon begonnen hat. Solange die Apfelblüten noch geschlossen sind, leuchten sie dunkelrot bis rosa; erst wenn sich die Blütenblätter öffnen, werden sie schneeweiß. Unter den Blütenblättern liegen die grünen, behaarten Kelchblätter, die die Knospe umschlossen und vor Kälte geschützt haben.

Die einzelnen Phasen der Blüte: Phänologen unterscheiden drei Blühphasen. Sie sollten genau angeben können, in welcher Phase der Blüte sich Ihr Baum befindet:

Am Zweig eines Apfelbaums sind zwei Blüten bereits geöffnet, die meisten sind noch geschlossene Knospen. (Rechte: SWR, Planet Wissen)

Beginn der Blüte

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Der Beginn der Blüte

Wenn sich Ihr Apfelbaum am Beginn der Blüte befindet, sind an drei bis vier Stellen des Baumes die ersten Blüten geöffnet. Die Blüten des Apfelbaumes wachsen in Dolden, das bedeutet, dass mehrere Blüten eng zusammen angeordnet sind. Beim Apfelbaum öffnet sich in der Regel die mittlere Blüte einer Dolde zuerst.

Die Zweige eines Apfelbaums stehen in voller Blüte. (Rechte: SWR, Planet Wissen)

Vollblüte

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Die Vollblüte

Die Vollblüte ist erreicht, wenn etwa 50 Prozent der Blüten Ihres Baumes geöffnet sind. Wenn dies soweit ist, sprechen Phänologen vom Beginn des Vollfrühlings, einer der zehn Jahreszeiten, die die Phänologie unterscheidet.

Am Zweig eines Apfelbaums sitzen mehrere verblühte Blüten. (Rechte: SWR, Planet Wissen)

Ende der Blüte

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Das Ende der Blüte

Wenn 95 Prozent der Blüten Ihres Baumes verblüht sind und ihre Blätter verlieren, ist das Ende der Blüte erreicht. Wenn eine Biene oder eine Hummel die Blüte befruchtet hat, sind nun schon die ersten Früchte an Ihrem Baum erkennbar. Sie müssen allerdings genau hinsehen: Was später mal ein Apfel wird, ist jetzt kaum fünf Millimeter groß.

4. Die Datenübermittlung

Wenn Sie einen Apfelbaum in einer der Blühphasen beobachtet haben, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir haben ein Formular zusammengestellt, in das Sie Ihre Beobachtungsdaten eintragen und an uns mailen können. Wenn Sie Lust haben Ihren Baum über den gesamten Zeitraum der Blüte zu begleiten, freuen wir uns, wenn Sie uns in jeder Blühphase ein Kontaktformular mit Ihren Beobachtungsdaten zuschicken, insgesamt also drei.

5. Fotos

Haben Sie eine Digitalkamera? Dann schicken Sie uns doch ein Foto von Ihrem blühenden Baum. Sie können dem Kontaktformular ganz einfach die Datei mit Ihrem Bild anhängen. Die schönsten Bäume und Blüten werden dann auf www.planet-wissen.de in einer Bildergalerie zu sehen sein.

Christine Buth, Stand vom 18.03.2010

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