Höhenwanderung der Apfelblüte 2012 im Murgtal
Wann wird "Struppi" dieses Jahr blühen?
Nur wenige Tage mehr hat er sich genehmigt, unser "Struppi" oben auf dem Schliffkopf. Erreichte das "Ende der Blüte" die Ostsee bereits am 24. Mai ist es bei "Struppi" am Pfingstsonntag schließlich so weit. Lesen Sie im Folgenden die Berichte von Ruth Baumann, die auch 2012 das Apfelblütengeschehen im Murgtal beobachtet hat.
Pfingssonntag, 27.05.2012
"Struppi", der letzte unserer Beobachtungsbäume, hat sich das Prädikat "Vollblüte" vor vier Tagen, am 23. Mai 2012 verdient. An "Struppis" Wuchsort am Schliffkopf, 1043 über Meereshöhe, ist es bei meinem Besuch stürmisch wie an der Nordsee. "Struppis" Blütenblätter, die durch die kalten Nächte gezeichnet sind und recht zart und flatterig aussehen, werden vom Sturm abgerissen und davongetragen. "Struppi" ist also wirklich hart im Nehmen. "Zur Belohnung" wird ihm heute, als letztes Etappenziel, das Prädikat "Ende der Blüte" verliehen.
Während "Struppi" das "Ende der Blüte" eingeläutet hat, zeigen sich an unserem Beobachtungsbaum in Bietigheim, 120 Meter über Meereshöhe, schon die ersten Früchte der Apfelsorte Roter Boskoop.
Damit endet das Projekt "Höhenwanderung der Apfelblüte 2012" im Murgtal. Mit einem Bild aus Forbach-Gausbach am Murgtalwanderweg, verabschieden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg bis zum Jahr 2013.
Montag, 21.05.2012: "Struppi" hat das Etappenziel erreicht!
Ein wenig gespannt war ich schon, ob die Sonnenstrahlen des Wochenendes "Struppi" dazu motiviert haben, seine Blütenblätter zu entfalten. Tatsächlich ließen sich geöffnete Blüten an drei bis vier Stellen finden. Damit ist, laut Definition, auch in den Höhenlagen des Nord-Schwarzwaldes, endlich der Vollfrühling eingekehrt. Heute ist also der Tag, an dem sich "Struppi", der höchstgelegene Beobachtungsbaum dieses Projektes, 1043 Meter über Meereshöhe, das Prädikat "Beginn der Blüte" verdient hat. Zwei weitere Etappenziele sind allerdings noch zu erreichen, die "Vollblüte" und das "Ende der Blüte".
Der früheste "Beginn der Blüte" an unseren Beobachtungsbäumen in Bietigheim, 120 Meter über Meereshöhe, zeigte sich am 10. April 2012. Der Verlauf des "Beginns der Blüte" von Bietigheim bis in die Höhenlage von "Struppi", 1043 über Meereshöhe, benötigte 42 Tage im Jahr 2012. Für diese 923 Meter Höhenunterschied betrug der Höhengewinn 22 Meter pro Tag.
Aufstiegsdauer der Apfelblüte im Murgtal
Hier haben wir noch einmal die Aufstiegsdauer der Apfelblüte für sämtliche Jahre (2007 bis 2012) seit Beginn der Aktion in einer Grafik zusammengestellt. Die senkrechten Balken zeigen die Anzahl der Tage, die die Apfelblüte vom Rheintal (120 Meter über Meereshöhe) bis zu den Höhenlagen auf dem Schliffkopf (1043 Meter über Meereshöhe) benötigt hat.
Freitag, 18.05.2012: Der Countdown läuft
Die Wetterlage am Mittwoch war aprilähnlich, Regen, Gewitter und Schnee in den Höhenlagen wechselten sich ab. Der darauffolgende "Vatertag" zeigte sich witterungsmäßig von seiner besten Seite. Auch heute fahre ich bei strahlendem Sonnenschein zu den Beobachtungsbäumen im Murgtal. In der Höhenlage von ca. 900 Metern über Meereshöhe zeigen sich Schneeflecken in schattigen Waldbereichen und zusammengeschobene Schneeberge am Straßenrand. Auch in der Umgebung von "Struppis" Standort am Schliffkopf, 1043 Meter über Meereshöhe, finden sich vereinzelt Schneeflecken.
"Struppi" ist hart im Nehmen. Die leichten Frostschäden scheinen ihn nicht sonderlich zu beeinträchtigen. Noch immer zieht er sich die schützenden Blütenblätter über die Ohren und wartet auf weitere wärmende Sonnenstrahlen. Die heutige Auswertung des Blühverlaufes der Beobachtungsbäume ergibt, dass "Struppi" sich den Terminen des Blühbeginns von 2008 und 2009 am 20. Mai oder denen von 2007 und 2010 am 27. Mai, annähern wird.
Dienstag, 15.05.2012: Stürmisch, regnerisch und leichtes Schneetreiben
Ob die Eisheiligen derzeit tatsächlich unterwegs sind, ist derzeit vollkommen egal. "Wetterstatistisch gesehen" könnten sie auch zwischen dem 21. und 23. Mai, also neun Tage später, durchs Land ziehen. Es ist stürmisch, regnerisch, sogar leichtes Schneetreiben tritt auf und es ist kalt.
Auch diese Hummel auf der Löwenzahnblüte in Seewald Besenfeld, 800 Meter über Meereshöhe, scheint wie erstarrt vor Kälte, auf höhere Temperaturen zu warten.
Die Atempause der Apfelblüte dauert an. Die heutige Auswertung der Blühentwicklungen unserer Beobachtungsbäume im Murgtal ergibt keine Veränderung. Trotzdem gibt es bei "Struppi", der in dichten Nebel gehüllt ist und von kaltem Wind und leichtem Schneetreiben geschüttelt wird, eine zaghafte Weiterentwicklung der Apfelblüte. Für die Verleihung des Prädikates "Beginn der Blüte" reicht es aber noch nicht aus. Im Jahr 2011 konnte "Struppi" diese Auszeichnung bereits am 7. Mai in Empfang nehmen. In den Jahren 2007 bis 2010 lagen diese Termine zwischen dem 20. und 27. Mai.
Sonnabend, 12.05.2012: Sind die Eisheiligen im Anmarsch?
Nach den hochsommerlichen Temperaturen am Donnerstag und Freitag sind für dieses Wochenende Temperaturen unter Null Grad Celsius vorausgesagt. Ob die Apfelblüten sich wohl so weit entwickelt haben, dass ihnen der Frost nichts mehr anhaben kann? Sind die fünf Eisheiligen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie im Anmarsch?
Die Temperaturen am heutigen Vormittag liegen im Murgtal zwischen 10 und 16 Grad Celsius und es ist bedeckt und regnerisch. Trotzdem schreitet die Apfelblüte unaufhaltsam und stetig voran.
Das "Ende der Blüte" ruht sich weiterhin in Freudenstadt-Dietersweiler, 660 Meter über Meereshöhe, aus. Die "Vollblüte" wagt noch einen kleinen Sprung und findet sich bis Freudenstadt-Kniebis, 910 Meter über Meereshöhe. Das Prädikat "Beginn der Blüte" kann für die letzte Höhenstufe allerdings noch nicht vergeben werden. Der nächste und letzte Anwärter für dieses Prädikat ist "Struppi" am Schliffkopf, 1043 über Meereshöhe. Doch "Struppi" wartet noch auf einige Sonnenstrahlen und braucht noch ein wenig Zeit.
Mittwoch, 09.05.2012: Gemächlich klettert die Apfelblüte weiter das Murgtal hinauf
An unserem Beobachtungsbaum der Apfelsorte "Klarapfel" treffe ich den Besitzer unseres Beobachtungsbaumes in Freudenstadt, hier 740 Meter über Meereshöhe. Er erzählt die Geschichte des Baumes: Vor ca. 44 Jahren zeigte ihm sein Großvater diesen Baum. Auf einer Seite des Baumes war ein großer Ast abgebrochen. Der Großvater band diesen mit Hilfe eines alten Motorrad-Nummernschildes und einem Draht wieder mit dem Stamm zusammen. Die Spuren "des Handwerkszeuges" sind noch heute wage zu erkennen. Der Großvater rührte eine Masse aus Kuhmist und Wiesenkräutern an und füllte diese in den aufgebrochenen Stamm. Die Wunde verheilte. Dieser Großvater kannte noch die Geheimnisse der Natur. Seit 2007 zählt dieser Baum zu unseren Beobachtungsbäumen im Projekt "Höhenwanderung der Apfelblüte im Murgtal".
Der "Beginn der Blüte" ist von zuletzt 740 Meter bis Kniebis, 910 Meter über Meereshöhe, geklettert. Die "Vollblüte" schaffte es von 660 Meter bis nach Seewald-Besenfeld auf 790 Meter über Meereshöhe. Das "Ende der Blüte" wanderte von zuletzt 420 Meter bis Freudenstadt-Dietersweiler auf 660 Meter über Meereshöhe.
Sonntag, 06.05.2012: Die Ruhe vor dem Sturm
Am Sonntagmorgen empfängt mich ein stolzer Hahn mit lautem Krähen. Erst später verstehe ich, was er mitzuteilen hatte: "Nichts Neues beim Höhenverlauf der Apfelblüte im Murgtal". Noch immer befindet sich der Höhenverlauf der Apfelblüte im Murgtal in der Phase "Ruhe vor dem Sturm". Der Klarapfel in Freudenstadt Zentrum, 740 Meter über Meereshöhe, braucht noch einige Sonnenstunden, um sich mit dem Prädikat "Vollblüte" schmücken zu können. Es tritt weder ein weiteres "Ende der Blüte" in den unteren, noch ein weiterer "Beginn der Blüte" in den angrenzenden Höhenstufen auf. Somit wechselt kein einziges Bäumchen der Höhenverlaufsgrafik heute seine Farbe.
Donnerstag, 03.05.2012: Atempause in den oberen Höhenstufen
Das "Ende der Blüte" eilte zu Beginn der Woche bis auf 420 Meter über Meereshöhe. Die "Vollblüte" machte bei 660 Meter über Meereshöhe Halt. Eine weitere Veränderung im Blühverlauf gab es nicht. Doch heute zeigt sich der Beobachtungsbaum der Apfelsorte "Klarapfel" in Freudenstadt Zentrum, 740 Meter über Meereshöhe, mit dem "Beginn der Blüte". In den weiteren Höhenstufen legt die Apfelblüte eine kleine Atempause ein und hält sich mit dem "Beginn der Apfelblüte" noch zurück.
Wie mag "Struppi", der höchstgelegene Apfelbaum dieses Projektes am Schliffkopf, 1043 Meter über Meereshöhe, den Winter überstanden haben? Zum Glück konnte der letzte Winter "Struppi" nichts anhaben. Zwar sind seine Seitentriebe kurz und "struppig", doch immerhin zeigen sich bereits zahlreiche frisch entfaltete Blätter und einige Blütenknospen.
Montag, 30.04.2012
Dass das "Ende der Blüte" in Bietigheim, 120 Meter über Meereshöhe, nach diesen hochsommerlichen Temperaturen eingesetzt hat verwundert nicht. Gespannt fahre ich weiter das Murgtal hinauf. Wo endet die Vollblüte, wo findet sich der "Beginn der Blüte"? Bis Forbach Gausbach, 420 Meter über Meereshöhe, ist das "Ende der Blüte" geeilt.
Doch das war nicht genug. Die Vollblüte ist heute bis Freudenstadt Dietersweiler, 660 Meter über Meereshöhe, förmlich das Murgtal hinaufgeschossen. Mit dieser rasanten Wanderung die Höhenstufen das Murgtal hinauf hatte ich nun doch nicht gerechnet.
Freitag, 27.04.2012
Bevor die vorhergesagten sommerlichen Temperaturen die Apfelblüte im Murgtal am Wochenende in die Höhe treiben, dokumentieren wir den aktuellen Stand der Apfelblütenentwicklung. Schon heute steigen die Temperaturen von 10 Grad Celsius am Morgen auf 22 Grad Celsius zur Mittagszeit.
Insgesamt fällt das Ergebnis unserer Dokumentation "recht mager aus". Nur in Forbach Gausbach, 420 Meter über Meereshöhe, hat der Beobachtungsbaum der Apfelsorte "Boskoop" die Vollblüte erreicht. Auf dem nächsten Höhenabschnitt in Baiersbronn Röt, 530 Meter über Meereshöhe ist deutlich zu erkennen, dass die Beobachtungsbäume noch ein wenig Zeit benötigen, um sich aus ihren schützenden Kelchblättern zu trauen. Warten wir das Wochenende ab.
Montag, 23.04.2012: Langsam, aber stetig klettert die Apfelblüte das Murgtal hinauf
Zum zweiten Mal in diesem Jahr kann ich Bienen am Beobachtungsbaum "Jakob Fischer" in Gernsbach Lautenbach, 350 Meter über dem Meeresspiegel, beobachten. Die Biene, die vor Bruchteilen von Sekunden Pollen und Nektar in diesem Blütenmeer gesammelt hat ist schon wieder auf und davon, bevor es mir gelingt sie abzulichten.
Bei der heutigen Fahrt zu den Beobachtungsbäumen im Murgtal sieht es auf den ersten Blick so aus, als würde das Fortschreiten der Apfelblüte "auf der Stelle treten".
Nach Auswertung der Dokumentation zeigt sich jedoch, dass auch heute einige Bäumchen in der Höhenverlaufsgrafik "ein andersfarbiges Mäntelchen anziehen dürfen":
In Gernsbach Lautenbach, 350 Meter über dem Meeresspiegel, hat der Beobachtungsbaum der Sorte "Jakob Fischer", die Vollblüte erreicht. In Loffenau, 370 Meter über dem Meeresspiegel, bereitet sich der Beobachtungsbaum "Jakob Fischer" zum Sprung in die Vollblüte vor. Der Beobachtungsbaum "Boskoop" in Forbach Gausbach, 420 Meter über dem Meeresspiegel, hat den Sprung in den "Blühbeginn" am Sonntag, 22.04.2012, geschafft.
Donnerstag, 19.04.2012: Ein Tag zum Aufblühen
Am frühen Morgen sieht das Wetter aprilmäßig-wechselhaft aus, doch im Laufe des Tages stabilisiert es sich. In der Oberrheinebene werden Temperaturen bis 15 Grad Celsius vorhergesagt.
In Bietigheim, 120 Meter über dem Meeresspiegel, zeigen die Blütenblätter des "Roten Boskoop" Frostschäden der letzten kalten Nächte.
Auch an unserem Beobachtungsbaum "Boskoop" in Forbach Gausbach, der sich auf 420 Meter über dem Meeresspiegel befindet, zeigen sich Frostschäden. Das Resümee des heutigen Tages: Auch heute werden wieder einige Bäumchen ihre Farbe auf der Höhenverlaufsgrafik wechseln: In Gernsbach Zentrum, 170 Meter über dem Meeresspiegel, haben sich die Beobachtungsbäume der Sorten "Klarapfel" und "Gravensteiner" das Prädikat "Vollblüte" erklettert. Doch auch in Gaggenau Sulzbach, 220 Meter über dem Meeresspiegel, hat sich der Beobachtungsbaum "Roter Boskoop" diese Auszeichnung verdient. Den "Beginn der Blüte" hat sich der Beobachtungsbaum der Apfelsorte "Jakob Fischer" in Gernsbach Lautenbach, 350 Meter über dem Meeresspiegel, erarbeitet. Und auch der "Jakob Fischer" in Loffenau, 370 Meter über dem Meeresspiegel, hat sich angestrengt, um dieses Prädikat zu erhalten.
Montag, 16.04.2012: Es ist viel zu kalt!
Auch heute empfängt mich in Bietigheim, 120 Meter über dem Meeresspiegel, unfreundliches Wetter. Der Wind ist sehr kalt, es ist bedeckt und beginnt zu regnen. Die Apfelbäume im näheren Umkreis unserer Beobachtungsbäume stehen bereits zum Teil in Vollblüte. An unserem Beobachtungstandort Bietigheim hat sich der "Rote Boskoop" trotz dieser Witterung das Prädikat "Vollblüte" verdient.
In der Höhenverlaufsgrafik wird daher das erste "Bäumchen in Orange" verliehen. In Gaggenau-Selbach zeigen unsere Beobachtungsbäume der Sorte "Jakob Fischer", die sich auf 170 Meter und 220 Meter über dem Meeresspiegel befinden, den "Beginn der Blüte" an. Die Beobachtungsbäume "Jakob Fischer" in Gernsbach-Lautenbach, 350 Meter und in Loffenau, 370 Meter über dem Meeresspiegel, stehen bereits an vorderster Stelle in der Warteschlange zum "Beginn der Blüte".
Einige Sonnenstrahlen und ein wenig Wärme fehlen noch, damit sich die Blüten weiter entfalten können. Doch auch den Bienen ist es noch viel zu kalt. Sie warten auf Temperaturen von mehr als 10 Grad Celsius, um Nektar und Pollen der Apfelblüten zu sammeln und die Blüten zu bestäuben.
Auch dieses beinahe historische Bienenhaus (Bild links) in Gernsbach-Lautenbach wartet auf die Besetzung mit neuen Bienenvölkern.
Freitag, 13.04.2012
Bei glutrotem Sonnenaufgang fahre ich zu unseren Beobachtungsbäumen im Murgtal. Nach den beiden letzten feuchten und zum Teil regnerischen Tagen verspricht dieser "Freitag der 13." ein wunderschöner, sonniger Tag zu werden. Die niedrigen Tagestemperaturen, der kalte Wind und die niedrigen Temperaturen der letzten Nächte verzögern das Voranschreiten der Apfelblüte in die nächste Höhenstufe.
Die Entwicklung der Blüten ist zwar sichtbar vorangeschritten, doch zur Verleihung weiterer "Prädikate" wie "Beginn der Blüte" oder "Vollblüte" reicht es noch nicht aus. Somit muss dieser Baum, der vom Efeu fest umschlungen ist, weiter nach frühlingshafter Wetterlage Ausschau halten.
Dienstag, 10.04.2012
Heute wird es wirklich spannend, denn der Deutsche Wetterdienst kündigt Temperaturen bis 16 Grad Celsius an der Messstation in Rheinstetten an. Ein Wetter, das wir uns über Ostern gewünscht hätten.
Als ich in Bietigheim, 120 Meter über Meereshöhe, aus dem Auto aussteige empfangen mich strahlender Sonnenschein, der Duft der Wiesen, das Vogelgezwitscher und eine der ersten Bienen auf einer geöffneten Apfelblüte. Hier hat der Vollfrühling Einzug gehalten. Dieser ist durch den Beginn der Apfelblüte definiert. Wenn sich an drei bis vier Stellen eines unserer Beobachtungsbäume Blüten geöffnet haben darf "dieses Prädikat" vergeben werden.
Damit startet die Reihe der Höhenverlaufsgrafiken, die der SWR (Planet Wissen) für uns erstellt. Das erste "gelbe Bäumchen" wird für heute eingetragen. In den nachfolgenden Höhenstufen bis 220 Meter über Meereshöhe steht der "Beginn der Apfelblüte" bereits "in den Startlöchern".
Ostersonntag, 08.04.2012
Ein recht kalter Wind begrüßt mich am Ostersonntag in Bietigheim, 120 Meter über dem Meeresspiegel. Der Himmel ist bedeckt und es "sieht überhaupt nicht nach Ostern aus". Heute schaue ich sogar mit dem Fernglas zu unserem Beobachtungsbaum der Sorte "Gravensteiner" hinauf, um den Beginn der Apfelblüte ja nicht zu verpassen. Ich kann den Beginn der Apfelblüte einfach nicht herbeilocken.
In meinen Augenwinkeln sehe ich gerade noch, wie zwei Osterhasen diesen unwirtlichen Beobachtungsstandort verlassen. Sie packen ihren mit Ostereiern gefüllten Korb und ziehen weiter.
In Gernsbach stehen zwei weitere unserer Beobachtungsbäume auf 170 Meter und 190 Meter über dem Meeresspiegel. Auch hier ist vom Beginn der Apfelblüte keine Spur zu erkennen.
Dafür entschädigt uns ein Blick auf den Marktplatz: Haben die beiden Osterhasen mit ihren Ostereiern die Girlanden am Marktbrunnen geschmückt?
Gründonnerstag, 05.04.2012
Ach Du meine Güte - nicht eine Apfelblüte!!
Eine vorösterliche Fahrt zu unseren Beobachtungsbäumen und dem zuletzt erspähten Osterhasen in Bietigheim, 120 Meter über dem Meeresspiegel, ließ auf den Beginn der Apfelblüte hoffen. Doch weit gefehlt. In der näheren Umgebung blühen bereits die Pflaumen- und Birnbäume. Doch die Blütenknospen unseres Beobachtungsbaumes "Roter Boskoop" sind noch nicht soweit.
Auch der nächtliche Regen der vorletzten Nacht konnte dieser Entwicklung nicht weiter auf die Sprünge helfen. Um sicher zu gehen, dass mir keine sich öffnende Apfelblüte entgeht, fahre ich weiter nach Gaggenau-Sulzbach, 220 Meter über dem Meeresspiegel. Hier hängen düstere Regenwolken im Tal. Es ist unangenehm kalt und es beginnt zu regnen. Da ist es kein Wunder, dass sich die Apfelblüten noch durch ihre grünen Kelchblätter schützen lassen und sich bedeckt halten. Vielleicht trauen sie sich nach diesem Regen weiter heraus.
Dienstag, 03.04.2012: Der Osterhase im Murgtal
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg haben nicht nur einen geübten Blick für Blüten aller Art, sie sind auch ziemlich gewieft im Hinblick auf den Osterhasen. Auf dem linken Bild weiß vermutlich auch der Laie, dass die Apfelblüte nicht mehr sehr lange auf sich warten lässt. Tja, aber Wissenschaftler geben sich damit keineswegs zufrieden. Immerhin ist Karwoche und irgendwo muss er ja schon unterwegs sein - der Osterhase. Können Sie ihn entdecken? Die Auflösung des Rätsels sehen Sie unten rechts.
Und hier steckt er! Zugegeben, der Osterhase hat sich schon ziemlich professionell getarnt, hat ihm aber nichts genutzt. Wahrscheinlich hat er überhaupt nicht damit gerechnet, dass der Apfelblüten-Suchtrupp der LUBW das Murgtal unsicher macht. So wäre nun auch wissenschaftlich bewiesen, dass Ostern vor der Tür steht!
Montag, 02.04.2012
Es ist wieder soweit. Stachel- und Johannisbeeren zeigen den Beginn der Obstblüte an. Viele Süßkirschen stehen bereits in vollster Blütenpracht. Pflaume und Birne werden bald folgen. Der Erstfrühling, die zweite der zehn phänologischen Jahreszeiten, hat begonnen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg machten sich auf den Weg, um sich den Stand der Apfelblüte anzusehen. Der Beginn der Apfelblüte kennzeichnet den Einzug des Vollfrühlings.
Seit 2007 werden die früh blühenden Apfelsorten Boskoop, Gravensteiner, Klarapfel und in höheren Lagen die robusten Sorten Jakob Fischer und Jakob Label beobachtet und ihr Blühbeginn dokumentiert.
Ziel dieses Projektes ist es, die Bewegung des Blühverlaufs im Projektgebiet des Murgtales mit den umgebenden Höhen des Nordschwarzwalds sowie die Oberrheinebene beim Austritt der Murg aus dem Schwarzwald zu beobachten. Danach sollen Vergleiche mit den vorangegangenen Jahren aufgestellt werden, um etwaige Veränderungen im Blühverhalten zu erkennen.
An einem unserer Beobachtungsbäume in Bietigheim, 120 Meter über dem Meeresspiegel, blicken uns bereits pralle Blütenknospen des "Roten Boskoop" entgegen. Obwohl der März außerordentlich warm, trocken und sonnenscheinreich war, waren die Nächte der letzten Tage recht kühl. Es wird also wieder sehr spannend, wann sich der Blühbeginn der anderen Apfelbäume der Sorten "Klarapfel" und "Gravensteiner" auf dieser Höhenstufe in die phänologische Jahreszeit "Vollfrühling" einreihen lässt.
Vor Ort im Murgtal - Ruth Baumann
Ruth Baumann ist langjährige Mitarbeiterin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Ihr Aufgabenbereich umfasst unter anderem das Flächenmanagement der Dauerbeobachtungsflächen Wald, Grünland und Fließgewässer. Als sie "vor vielen Jahren" aus Westfalen in den Schwarzwald zog, gab es die allerersten Begegnungen mit dem Murgtal, das sie bis heute sehr mag. Nun führt sie die Aktion "Apfelblütenland" wieder dorthin, und sie freut sich darüber, dass sie das Murgtal nun unter einem ganz neuen Blickwinkel kennen lernen kann.
Planet Wissen/Ruth Baumann, Stand vom 27.05.2012










































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