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Großrechner

Ob in der Bahn, im Park oder beim Essen - heutzutage kann man sein Notebook bequem überall mit hin nehmen und an allen möglichen Orten den Rechner anschmeißen. Doch die ersten Computer im herkömmlichen Sinne waren Großrechenanlagen, die zu Beginn der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts konstruiert wurden. Computer füllten damals riesige Hallen und brachten Tonnen an Gewicht auf die Waage. Wir blicken zurück auf das Zeitalter der Großrechner, als ein Computer für jeden noch Zukunftsmusik war.

Schaltpult der von Konrad Zuse erbauten Rechenanlage Zuse 11. (Rechte: Gregor Delvaux de Fenffe)

Großrechner Zuse 11

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Maschinerie mit Zukunft

Die Größe und das enorme Gewicht der Rechner lag vor allem an der noch sehr sperrigen Technik. Schaltprozesse, die sich heute in miniaturisierten Chips von der Größe einer Zwei-Euro-Münze abspielen, wurden vor rund 50 Jahren in riesigen Relais und Elektronenröhrenanlagen vorgenommen. Die Großrechenanlagen sahen aus wie die Maschinen und Steuerungseinheiten in alten Science-Fiction-Filmen, in denen riesige Rechenautomaten mit unzähligen Schaltern und endlos blinkenden Lichterreihen vor sich hin rattern.

Für die EDV zuständige angestellte Frauen bedienen einen Lochkartencomputer (Rechte: Mauritius)

Elektronische Datenverarbeitung an der Tabelliermaschinen

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Rechnen für den Krieg

"Der Krieg ist der Vater aller Dinge." Das geflügelte Wort Heraklits scheint in besonderem Maße auch auf den Computer zuzutreffen. Von Beginn an ist die militärische Verwendbarkeit der Rechner eine der Hauptantriebsfedern der Computerentwicklung. Im Ersten Weltkrieg übernahmen Lochkartenrechner wichtige logistische Aufgaben, etwa bei der Munitionsherstellung oder der Lebensmittelverteilung. Die ersten elektronischen Großrechner wurden hingegen für ballistische Berechnungen eingesetzt, um so präzise wie möglich die Flugbahnen von Projektilen zu ermitteln. In Friedenszeiten wurden dann auch die Rechner auf Friedenswirtschaft umgestellt. Jetzt übernahmen Großrechner Aufgaben der Massenverarbeitung von Daten, die vorher Lochkartenautomaten zugedacht waren, etwa die Organisation von Löhnen und Gehältern, Personalstrukturen und Buchführung von Unternehmen. Immer ging es um die Optimierung von betrieblichen Abläufen, um Effizienzsteigerung und Kostenersparnis.

Zuse und die Pioniere

Computerkenner waren damals hoch spezialisierte Fachleute, von denen es weltweit nur eine Handvoll gab. Einer der berühmtesten Computerpioniere ist der Deutsche Konrad Zuse. Er baute 1941 den ersten programmgesteuerten Computer der Welt mit der Bezeichnung Z3. Zuse arbeitete in Berlin in den Wirren des Krieges, völlig im Alleingang, ohne jeglichen Austausch mit Fachleuten und Ingenieuren. Seine Pionierleistung kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine ganze Palette weiterer Modellreihen folgte. In Karlsruhe, im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) steht eine Original-Z22, die einzige noch voll funktionstüchtige Zuse auf der Welt, die dank liebevoller Wartung immer noch regelmäßig rechnet.

Die Großrechenanlage ENIAC wird an ihrer riesigen Front bedient und gewartet. (Rechte: AKG)

Programmierung der Großrechenanlage ENIAC

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Ungetüm mit 17.000 Röhren

Auch der Name ENIAC ist längst Legende. Der ENIAC-Rechner (kurz für Electronic Numerical Integrator and Computer) wurde im Auftrag der US-Armee ab 1942 von J. Presper Eckert und John W. Mauchly gebaut. Der Großcomputer maß zehn mal 17 Meter und wog 27 Tonnen. Allein der Computer ENIAC hatte damals über 17.000 Elektronenröhren, von denen bei einer Berechnung jede einzelne funktionsbereit gehalten werden musste. Geschichte schrieb auch der Computer Mark I, in den USA zwischen 1943 und 1944 von Howard H. Aiken von der Harvard-Universität konstruiert, mit einem Gewicht von 35 Tonnen und einer Frontlänge von 16 Metern.

Wie spektakulär die Entwicklung der Computertechnik seit dem Zeitalter der Großrechner verlaufen ist, verdeutlicht ein Projekt aus dem Jahr 1996: Ein Team von Informatik-Studenten der Pennsylvania University in Philadelphia (USA) bannte im Projekt "ENIAC on a Chip" die vollständige Rechenkapazität des ENIAC auf einen einzigen Chip, der gerade einmal sechs mal sechs Millimeter groß war!

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009

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