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Rat & Tat - Weisheiten zum Blitzeinschlag

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Welche stimmen, welche nicht?

Um sich vor Blitzen zu schützen, sollte man frühzeitig in Sicherheit gehen - am besten in ein Haus. Doch nicht immer ist das möglich. Vor allem in freier Natur wird manch einer von Gewittern überrascht. Doch glücklicherweise gibt es ja ein paar Regeln, an die man sich halten kann. Oder etwa nicht?

Mindestens fünf große und sehr helle Blitze im schwarzen Nachthimmel. Manche verlaufen senkrecht, manche waagerecht. Am unteren Bildrand ist die Silhouette einer Stadt zu erkennen. (Rechte: dpa)

Gewitter - faszinierend und unheimlich zugleich

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Buchen sollst du suchen?

"Eichen sollst du weichen, Fichten such' mitnichten, Weiden sollst du meiden, aber Buchen sollst du suchen!" Dieses alte Sprichwort gibt es in vielen ähnlichen Varianten, doch man sollte ihm auf keinen Fall Glauben schenken. Denn die angebliche Weisheit ist schlichtweg falsch! Sie könnte auf einer Verwechslung beruhen, da niedrige Büsche früher als "Bucken" bezeichnet wurden. Oder aber man glaubte einfach dem Schein: Vom Aussehen her werden Buchen weniger zerstört als andere Bäume, da ihre Rinde von vornherein weniger zerklüftet ist. Der Blitz wird deshalb fast ohne sichtbaren Schaden in den Boden geleitet.

Doch entgegen allen Bauernregeln ist es dem Blitz ganz egal, welcher Baum ihm die hohe Spitze entgegenstreckt. Hier ist Baum gleich Baum - Blitze schlagen in die höchsten Punkte ein und man sollte es vermeiden, bei einem Gewitter sehr nah an oder gar direkt unter einem Baum zu stehen!

Das Foto zeigt ein Flugzeug, das durch ein Gewitter fliegt. Dabei wird es von einem großen, sehr hellen Blitz getroffen. Der Himmel ist fast schwarz; im Hintergrund sieht man weiße Wolken. (Rechte: Mauritius)

Gefahr für die Insassen?

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In Auto und Flugzeug ist man vor Blitzen sicher?

Der nach Michael Faraday benannte Faraday’sche Käfig gilt als sicher vor Blitzeinschlägen und anderer Hochspannung. Der englische Physiker und Chemiker Faraday erkannte Anfang des 19. Jahrhunderts, dass ein metallisches Gehäuse den einschlagenden Blitz ableitet und nicht ins Innere hinein lässt. Nach diesem Prinzip funktionieren auch Autos und Flugzeuge: Auch ihr Metallkorpus schützt wie ein Faraday’scher Käfig, weshalb sie als sicher vor Blitzen gelten. Doch hier muss man natürlich unterscheiden: Beim Flugzeug werden mittlerweile viele Bauteile aus Kunststoff gefertigt, so dass der Strom nicht mehr durchgehend fließen kann. Und auch beim Auto gibt's ähnliche Probleme: Cabrios haben ganz offensichtlich kein durchgehendes Metallgehäuse, doch auch beim "normalen" Auto ist Vorsicht geboten. Schon manch einer wurde durch das offene Fenster vom Blitz getroffen, als er etwa eine Hand nach außen streckte. Zusätzlich ist die zahlreich vorhandene Elektronik gefährdet. Selbst wenn man selbst nicht getroffen wird, so kann doch eine aussetzende Elektronik oder der Schockmoment durch einen Blitz lebensbedrohliche Auswirkungen haben. Am sichersten ist es also im geschlossenen und stehenden Auto. Und auch bei Flügen nehmen sich Piloten das zu Herzen: Obwohl zumindest die empfindliche Elektronik gegen sehr hohe Spannung geschützt ist, versuchen sie, Gewitter vorsorglich zu umfliegen.

In freier Natur am besten flach auf den Boden legen?

Da Blitze bekanntermaßen in die höchsten Punkte einschlagen, ist es richtig, sich in freier Natur so klein wie möglich zu machen. Doch sinnvoller, als sich auf den Boden zu legen, ist es, man kauert sich zusammen und geht in die Hocke. Denn beim ausgestreckten Liegen bietet man dem Blitz eine große Angriffsfläche und greift sehr viel der Spannung vom Boden ab. Hinzu kommt eine mögliche Schrittspannung, da auf dem Weg vom Kopf bis hin zu den Füßen schon ein gefährlicher Spannungsunterschied auftreten kann. Am besten ist also, Hände und Arme um die Beine zu schlingen, sich in der Hocke zusammenzukauern und die Füße eng nebeneinander zu stellen.

Können Menschen, die vom Blitz getroffen werden, überleben?

Immer wieder hört man von Menschen, die einen Blitzschlag überlebt haben. Und es gibt sie weit häufiger, als man annehmen würde, denn die Mehrzahl der Blitzopfer überlebt. Weil unsere Haut Strom vergleichsweise schlecht aufnimmt, kommt es fast immer zu einem Übersprung, dem sogenannten "Flashover", der den meisten Betroffenen das Leben rettet. Der Großteil der elektrischen Ladung gelangt über die Körperoberfläche hinweg in den Erdboden. Wer vom Blitz getroffen wird, erleidet jedoch schwerwiegende Schäden, die in den unterschiedlichsten Ausprägungen auftreten. Fast nie sind klassische Wunden zu sehen, doch die psychischen und körperlichen Schäden sind vielfältig und bleiben den Opfern oft für den Rest ihres Lebens erhalten.

Andrea Schultens, Stand vom 01.06.2009

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Energie (Rechte: dpa)

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