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Elektrosmog: eine ernsthafte Bedrohung?

Immer mehr Menschen fürchten sich vor Elektrosmog. Doch geht von den elektrischen Feldern wirklich eine Bedrohung aus? Planet Wissen hat mit Prof. Maria Blettner vom "Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik" an der Universität Mainz gesprochen. Sie betreut seit vielen Jahren Studien zum Thema Elektrosmog.

Porträt von Maria Blettner. (Rechte: Maria Blettner)

Maria Blettner hat auch zur "Elektrosensibilität" geforscht

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Elektrosmog
Ernsthafte Bedrohung?
Interview
Wissensfrage
Handy an der Tankstelle
Schutz vor Strahlung
Literatur & Co

PW.: Elektrosmog ist ein Thema, das immer wieder in den Schlagzeilen ist. Gibt es Beweise für gesundheitliche Schäden in Zusammenhang mit Elektrosmog?

M.B.: Der Begriff Elektrosmog wird zwar immer wieder verwendet, ist aber nicht wirklich gut definiert. Manchmal versteht man darunter hochfrequente Strahlung, also Strahlen im Zusammenhang mit dem Mobilfunk, manchmal auch niederfrequente Strahlung, also Strahlung im Zusammenhang mit Stromleitungen. Allein schon deswegen ist die Frage nicht einfach zu beantworten. Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn für Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit gibt es bislang nicht. Die bisherigen Studien sind vielfältig und zum Teil auch widersprüchlich.

PW.: Auch das Telefonieren mit dem Handy wird immer wieder als gefährlich bezeichnet. Geht davon tatsächlich ein Gesundheitsrisiko aus?

M.B.: Wir haben hier in Kooperation mit Wissenschaftlern aus 13 Ländern eine große Studie durchgeführt. Die sogenannte Interphone-Studie, die von der Weltgesundheitsorganisation initiiert wurde, ist bisher noch nicht vollständig veröffentlicht worden. Lediglich die Berichte aus einzelnen Ländern liegen vor. Diese Ergebnisse zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Hirntumoren und dem Telefonieren mit dem Handy gibt. Das gilt für Personen, die mäßig bis wenig telefonieren. Diskutiert wird allerdings noch, wie es bei denjenigen aussieht, die seit vielen Jahren und sehr viel, das heißt mehrere Stunden am Tag, telefonieren. In diesem Punkt ist die Diskussion noch nicht abgeschlossen, da ja noch keine Langzeitbeobachtungen vorliegen. Das Handy gibt es ja noch keine 20 Jahre.

Kollage: Mobilfunkmast, Handy und stilisierte Strahlenkreise. (Rechte: Mauritius)

"Kein Zusammenhang zwischen Tumoren und Handy"

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PW.: Im Mittelpunkt vieler Diskussionen zum Thema Elektrosmog steht der Mobilfunk. Was weiß man mittlerweile über die Auswirkungen von Mobilfunkantennen für Anwohner?

M.B.: Die Strahlung, die von den Mobilfunkantennen ausgeht, ist um ein Vielfaches geringer, als die Strahlung beim Telefonieren mit dem Handy. Hier gilt: Man sollte die Menschen ernst nehmen, die über Gesundheitsstörungen klagen, auch wenn es bislang keine Beweise für den Zusammenhang zwischen Mobilfunkantennen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt.

Zu beachten ist aber, dass die Entfernung der Wohnung von einem Mobilfunkmast fast keine Aussage über die tatsächliche Belastung macht. Da spielen Richtung, Höhe des Mastes, Abschirmungen, zum Beispiel durch Bäume, eine entscheidende Rolle.

PW.: Kritiker bemängeln, dass die Grenzwerte für die Belastung mit hochfrequenten Feldern zu hoch angesetzt sind, wie schätzen Sie das ein?

M.B.: Die Festlegung der Grenzwerte ist eine politische Entscheidung. Die Wissenschaftler können Aussagen über die Wirkung der Strahlenbelastung machen: Wenn der Körper dieser oder jener Strahlenbelastung ausgesetzt ist, gibt es diese oder jene Effekte. Die bisherigen Grenzwerte beruhen auf wissenschaftlichen Grundlagen. Zu bemerken ist auch, dass zum Beispiel durch die Belastung durch die Mobilmasten die Grenzwerte bei Weitem nicht erreicht werden.

Interview: Christiane Tovar, Stand vom 10.03.2008

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Energie (Rechte: dpa)

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