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Sprengstoffsuche mit Tieren und Technik

Wenn Sprengstoffe in die Luft gehen, sind Menschenleben in Gefahr - egal ob im Erdboden schlummernd oder in Koffern versteckt. Sprengstofffahnder haben ein starkes Interesse daran, die explosive Ladung so schnell wie möglich zu finden. Alleine ist der Mensch bei der Suche nach Sprengladungen hoffnungslos überfordert. Zum Glück gibt es verlässliche Helfer.

Polizeikommissar Holger Lura trainiert mit Schnüffelhund Santos und hält ihm ein mit Sprengstoff gefülltes Spielgerät hin. (Rechte: dpa)

Polizeihelfer auf vier Pfoten

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Spürhunde - feine Nasen für mehr Sicherheit

Sind Sprengstoffe gut verborgen, ist ihre Entdeckung fast unmöglich. Außer man kann sie riechen, so wie die  Sprengstoffspürhunde, die in Nordrhein-Westfalen im Polizeidienst stehen. Die Vierbeiner sind wahre Spezialisten. 70 Tage lang haben sie einen Lehrgang besucht, um den Geruch von Sprengstoffen identifizieren zu können. Was für Menschen nach harter Arbeit klingt, ist für Sprengstoffspürhunde eine wahre Freude. Denn die Suche nach Explosivstoffen lernen sie ganz spielerisch. Nach jeder erfolgreichen Übung dürfen sie mit ihren Herrchen durch Grünanlagen toben oder Stöckchen holen. Denn die Hunde sollen merken: Erfolgreiches Suchen wird durch ausgelassenes Spielen belohnt. Vergessen dürfen die Sprengstoffspürhunde eines allerdings nie: Sobald sie Explosivstoffe wittern, müssen sie ruhig stehen bleiben. Denn bei jeder falschen Bewegung könnte die Ladung in die Luft gehen.

Eine Gambia-Riesenhamsterratte sitzt auf der Hand ihres Trainers. Das Tier trägt einen Anschnallgürtel um Bauch und Hals. (Rechte: dpa)

Eine Gambia-Riesenhamsterratte

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Ratten in humanitärer Mission

Unglaublich aber wahr: Der Belgier Bart Weetjens bildet in Tansania auch Ratten für die Sprengstoffsuche aus. Allerdings kann sich nicht jede Haus- und Wiesenratte um einen Platz bewerben. Ausgebildet werden hier lediglich die kaninchengroßen Gambia-Riesenhamsterratten, denn sie haben sich als ausgesprochen robust und lernfähig erwiesen. Das Ausbildungsziel der Nager ist klar umrissen: Sie sollen in Krisenregionen nach Landminen suchen.

Und so werden die Ratten auf ihre Aufgaben vorbereitet: In den ersten Trainingseinheiten bekommen sie Proben mit unterschiedlichen Substanzen vorgesetzt. Einige enthalten den Minen-Sprengstoff TNT, andere nicht. Kratzen die Tiere an der sprengstoffhaltigen Probe, werden sie mit Futter belohnt. Diese Übung wiederholen die Tiere so oft, bis sie auch die kleinsten Sprengstoffspuren sicher orten können. Dann erst geht es zu den Trainingseinheiten ins freie Feld. Auf einer speziellen Versuchsparzelle beginnen die Ratten ihre Suche. Sobald sie eine Mine riechen, bleiben sie stehen und scharren im Sand. Die Mine ist gefunden. Die Ausbilder der Minenratten sind zufrieden, denn tatsächlich erweist sich die Suche mit den Kleintieren als äußerst effizient. Ratten sind kaum anfällig für tropische Krankheiten, sie sind äußerst günstig in der Haltung und haben vor allem einen entscheidenden Vorteil gegenüber Sprengstoffspürhunden: Durch ihr geringes Gewicht besteht kaum Gefahr, dass sie die Minen durch eine falsche Bewegung auslösen und explodieren lassen.

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Mit Bienen gegen den Terror (5'31'')
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Sprengstoffsuche mit Bienen

Wissenschaftliche Studien beweisen, dass auch Bienen für die Suche nach Sprengstoff geeignet sind. Im August 2003 trainierten amerikanische Wissenschaftler erstmals mit den geruchsempfindlichen Tieren. Um die Bienen für die Sprengstoffsuche zu begeistern, wandten die Forscher einen einfachen Trick an. Bei jeder Fütterung mit Zuckerwasser ließen sie gasförmiges TNT ausströmen. Schnell merkten sich die Tiere: Wo Sprengstoff ist, ist auch Nahrung. So konditioniert entließen die Wissenschaftler die Bienen auf ein Versuchsfeld und die Insekten erledigten ihren Job schnell und gründlich. Nach kurzer Zeit hatten die Tiere 90 Prozent der versteckten Sprengkörper auf dem Versuchsfeld gefunden.

Damit Spezialkräfte die Minen bergen können, ist eine genaue Angabe des Fundorts erforderlich. Nichts leichter als das. Sind die Bienen mit einem Sensor ausgestattet, müssen die Wissenschaftler nur ermitteln, an welcher Stelle sich besonders viele von ihnen sammeln. Hier liegt dann die gesuchte Landmine. Die US-Wissenschaftler sind übrigens nicht die Einzigen, die mit Bienen als Sprengstofffahndern experimentieren. Auch das Zentrum für Minenräumung in Kroatien bildet mittlerweile Sprengstoffbienen aus.

Auf dem Foto sieht man einen elektro-chemischen Minendetektor, der im Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. (Rechte: Fraunhofer Institut)

Der elektro-chemische Minendetektor

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Der "riechende" Minendetektor

Was Hunde, Ratten und Bienen können, kann auch ein chemischer Sensor leisten. Diesen haben Wissenschaftler aus dem "Fraunhofer Institut für Chemische Technologie" in Pfinztal bei Karlsruhe 2002 entwickelt. Der Grund für die Entwicklung einer chemischen "Supernase" liegt auf der Hand: Während jedes Lebewesen irgendwann einmal von Müdigkeit übermannt wird, funktionieren chemische Sensoren immer und überall. Der elektro-chemische Minendetektor kann auch kleinste TNT-Konzentrationen aufspüren. Das Gerät besteht aus drei Elektroden, an die eine elektrische Spannung angelegt wird. Ist TNT in der Luft, findet an den Elektroden eine chemische Reaktion statt. Dadurch wächst der Strom an einer der Elektroden und das Gerät schlägt aus. Ein eindeutiges Zeichen: Der Sensor hat TNT "gerochen".

Über die Laborphase wird das Projekt aber zunächst nicht hinauskommen. Das Bundesverteidigungsministerium, in dessen Auftrag in Pfinztal geforscht wurde, will den TNT-Sensor nicht weiterentwickeln. Der neue Auftrag für das Fraunhofer Institut: Die Forscher sollen einen Detektor entwickeln, der mithilfe der Elektrochemie militärische Altlasten aus den beiden Weltkriegen in der Nord- und Ostsee aufspürt.

Marietta Arellano, Stand vom 26.01.2011
Sendung: Ratten und Mäuse auf ewigen Wanderpfaden um die Welt, 27.12.2010

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