• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Tinte

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Natur & Technik
  • Farbe
  • Tinte

Tinte

Was wäre die Menschheit ohne die Möglichkeit, Gedanken, Ereignisse und Bräuche auf Papier zu bannen? Rund um den Globus unterhielt man sich einst in 3000 Sprachen. Etwa 100 davon sind schriftlich überliefert. Die Entwicklung von geschriebener Sprache veränderte nicht nur die Weitergabe von Informationen, sondern zog zahlreiche Erfindungen nach sich: Schreibgeräte, Tinten und Tinkturen helfen den Menschen dabei, das Flüchtige festzuhalten.

Tintenfass mit Feder darin. (Rechte: Mauritius)

Eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Tinte
Unsichtbare Schrift
Geheimtinten & Co
Eisengallus-Tinte
Wissensfrage
Goldschrift
Füllfederhalter
Literatur & Co

Tinte aus Ruß und Sepia

Vor 5000 Jahren schrieben Ägypter mit Binsen auf Papyrus. Damals schon existierten schwarze und rote Tinten - sie wurden aus Ruß oder eisenoxydhaltigen Erden, Wasser und einem gummiähnlichen Bindemittel hergestellt.

Auch die Chinesen haben schon früh geschrieben: um 2600 vor Christus trugen sie dazu eine Art Lack mit einem Bambusstab auf. Erst viel später wurde auch dort die Tinte aus Ruß, der beim Verbrennen aus Lack und Nadelholzkohle entstand, gebräuchlich. In Stangen gepresst rieb man diese Trockenfarbe so lange in Wasser, bis man damit schreiben konnte.

Großaufnahme eines Sepia-Tintenfisches unter Wasser. (Rechte: dpa)

Sepia-Tintenfisch

Vergrößern

Unter den zahlreichen überlieferten Tintenrezepten finden sich einige, die aus dem Tintenfisch gewonnen wurden. "Sepia" heißt der dunkelbraune Farbstoff, der heute noch aus der Tintenblase des gleichnamigen Meeresbewohners stammt. Nach dem Trocknen wird der Farbstoff im Mörser pulverisiert, zum Schreiben rührt man das Pulver mit Regenwasser und dem Bindemittel "Gummi Arabicum" an. Sepia-Tinte war jedoch in Europa nicht überall bekannt, erst der römische Autor Cicero (106 bis 43 vor Christus) berichtet davon.

Ruß- und Sepia-Tinten eigneten sich zum Schreiben auf Papyrus. Sie waren leicht abwaschbar, so dass der Schreibgrund wieder verwendet werden konnte. Federn aus zurechtgeschnittenem Schilfrohr waren damals das Schreibwerkzeug.

Die Buchmalerei zeigt den heiligen Cuthbert, der einen Lahmen heilt. (Rechte: AKG)

Buchmalerei auf Pergament (12. Jahrhundert) .

Vergrößern

Die ersten Bücher

Bis 400 nach Christus wurde hauptsächlich auf Papyrus geschrieben. Dann entdeckte man die Vorzüge des Pergaments: Leder, bevorzugt feines Kalbsleder, wurde so penibel gegerbt und abgeschabt, bis es dünn und durchscheinend war. Es ließ sich beidseitig beschreiben und schluckte weder Farbe noch Tinte, sodass die ursprüngliche Färbung nicht verblich. Darüber hinaus war es haltbar, wetterfest und die einzelnen, beliebig großen Blätter konnten miteinander verschnürt werden - so entstand das Buch.

Bis zur Einführung von Papier im 13. Jahrhundert - die Chinesen hatten es bereits 100 vor Christus erfunden - blieb das Pergament der wichtigste Beschreibstoff. Mit ihm kam der praktischere Gänsekiel zum Einsatz. Er stammt in der Regel aus den ersten fünf Schwingfedern der Gans. Wegen ihres Schwungs liegen die Federn des linken Flügels Rechtshändern besonders gut in der Hand. Neue, auch farbige Tinten entstanden auf mineralischer, pflanzlicher und tierischer Basis. Die Alchimisten des Mittelalters experimentierten mit Ruß und pulverisierten Mineralien, Eiweiß und Wein. Doch die schwarze und wasserfeste, so genannte Eisengallus-Tinte war bereits den Römern bekannt: Sie galt als Schreibmittel für die Ewigkeit.

Die Eisengallus-Tinte besteht aus pulverisierten Galläpfeln, Eisen- oder Kupfervitriol, Gummi Arabicum und Lösungsmitteln wie Wasser, Bier, Wein oder Essig. Einziger Nachteil dieser Tinte war, dass sie beim Altern Schwefelsäure freisetzte, die das Papier zersetzte - der so genannte Tintenfraß entstand.

Mit Tinte geschriebenes Notenblatt. (Rechte: WDR)

Von Tintenfraß bedrohtes Bach-Notenblatt

Vergrößern

Tinten und Stahlfedern

Eisengallus-Tinten waren lange in Gebrauch. Als jedoch ab 1750 die ersten Schreibfedern aus Metall Mode wurden, musste die Tintenrezeptur verändert werden: Die Salze der Tinte setzten den Stahlfedern so zu, dass sie schon nach kurzem Gebrauch rosteten. Mit dem 19. Jahrhundert begann die Zeit der Normen: Das deutsche Reichskanzleramt gab 1888 "Die Grundsätze für amtliche Tintenprüfung" heraus, die 1912 noch weiter ergänzt wurden.

Füllfederhalter sind praktischer und zuverlässiger als klecksende Federn. Die ersten Modelle kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Markt. Füller waren zunächst noch recht umständlich und undicht, sie wurden mit einer Pipette betankt. Doch 1883 erfand Lewis E. Waterman ein neues Tintenleitsystem und setzte mit seinem Füllfederhalter "Waterman Regular" noch heute gültige Standards.

Waterman fertigte 1927 die ersten Tintenpatronen, ihr System wurde jedoch erst ab 1960 weltweit gebräuchlich. Zuvor wurde bereits der Kugelschreiber erfunden, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum stärksten Konkurrenten des Füllers wurde.

Das Schwarzweiß-Foto zeigt die Hände eines Mannes, der mit einer Feder zeichnet. (Rechte: AKG)

Haben ausgedient: Tintenfass und Stahlfeder

Vergrößern

High-Tech-Tinte

Im Zeitalter von Computern und Druckern hat sich die Tinte sehr stark weiterentwickelt. Ihre Substanzen sind wissenschaftlich perfektioniert und genau auf die Funktionsweise des Tintenstrahldruckers abgestimmt. Als Basis dienen in der Regel synthetische lichtbeständige Pigmente. Bei Farb-Tintenstrahldruckern entstehen Kombinationen aus Cyan, Gelb, Magenta und Schwarz. Beim Tintenstrahl-Druckverfahren wird die Tinte auf 150 Grad Celsius erhitzt. Diese Temperatur muss sie aushalten, ohne sich zu zersetzen. Wichtig ist dabei, dass sich nach dem Druckvorgang keine festen Tintenbestandteile absetzen, die den Druckkopf zerstören könnten. Beim Druck ist die Menge und Flugrichtung der abgegebenen Tinte wichtig, sie richtet sich nach Zusammensetzung und Fließverhalten.

Cristina Moles Kaupp, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Die Kunst des Schreibens - Von Lettern und Minuskeln, 06.11.2008

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Faszination Farbe (Rechte: frei)

Farbe


  • Natürliche Farben

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/natur_technik/farbe/tinte/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.