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Johann Goldammer - Der Herr der Brände

Der Forstwissenschaftler Johann Goldammer ist Feuerökologe am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Der Sitz seines Instituts ist in Freiburg. Seit den 1970er Jahren erforscht Goldammer, wie sich Brände auf Natur- und Kulturlandschaften auswirken. Feuer ist ein natürlicher Bestandteil des Naturkreislaufs und sorgt dafür, dass sich überalterte Waldbestände wieder erneuern können. Im Dienste der Forschung betätigt sich Goldammer auch selbst als "Brandstifter". Mit seiner Arbeitsgruppe reist er rund um den Globus, um in den verschieden Regionen der Erde kontrollierte Waldbrände zu legen.

Ein älterer Herr mit grauen Haaren blickt freundlich in die Kamera. (Rechte: SWR)

"Brandstifter" im Dienste der Forschung

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Ziel ist es, die Folge dieser Brände in verschiedenen Ökosystemen zu erforschen. Wie breiten sich die Flammen aus, welche klimaschädlichen Schadstoffe entstehen dabei, welche Pflanzen und Tiere siedeln sich nach einem Waldbrand wieder an?

Eines der spektakulärsten Experimente begann 1993 in Russland, nahe der sibirischen Stadt Krasnojarsk. Goldammer mit seinem Team sowie russische Kollegen entzündeten dort eine riesige Waldfläche. Schon wenige Jahre danach ließ sich beobachten, wie sich Fauna und Flora wiederbelebten. Die Langzeituntersuchung soll bis ins Jahr 2192 laufen. Mehrere Generationen von Forstwissenschaftlern werden mit der Auswertung beschäftigt sein.

Seit Jahrhunderten nutzt der Mensch das Feuer, um Weideflächen und Ackerland zu schaffen. So sind auch in Deutschland weite Teile der Kulturlandschaften entstanden. Goldammer plädiert dafür, diese traditionelle Praxis wiederaufleben zu lassen. So hat er am Kaiserstuhl und in der Lüneburger Heide kontrollierte Brände gelegt, um die Landschaft vor einer Überwucherung von Büschen und Bäumen zu schützen.

Von einem brennenden Wald steigt eine riesige Rauchsäule auf. (Rechte: Johann Goldammer)

Feuerexperiment in der Lausitz

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Beratung ist die vorrangige Aufgabe

Die Erkenntnisse des rührigen Professors helfen auch bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden. Wertvolle Hinweise, wie sich ein Waldbrand in heimischen Regionen ausbreitet, brachte ein Feuerexperiment in der Lausitz. Dabei wurde erfasst, wie die Verteilung der Biomasse im Wald, also Gras, Laub und Buschwerk den Brandverlauf beeinflussen, welche Rolle dabei Temperaturen und Windverhältnisse spielen sowie welche Rauchgase entstehen.

Goldammer ist Chef des "Global Fire Monitoring Center", das weltweit Wald- und Buschbrände beobachtet. Das Freiburger Zentrum entstand 1998 auf Initiative der Vereinten Nationen. Auf einem Portal, das weltweit über das Internet abrufbar ist, stellen die Mitarbeiter eine täglich aktualisierte Übersicht über die Brandherde auf der ganzen Welt zur Verfügung. In der Beratung der Länder sieht Goldammer die vorrangige Aufgabe des "Global Fire Monitoring Center". Wann muss bei einem Waldbrand überhaupt eingegriffen und mit welchen Methoden muss er gegebenenfalls bekämpft werden. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern ist man nur unzureichend auf Waldbrände vorbereitet. Es fehlt nicht nur die Ausrüstung, sondern auch die Kenntnis, wie sich die Flammenfront etwa durch Legen eines Gegenfeuers stoppen lässt.

Angesichts der zahllosen Brände insbesondere in den Tropenwäldern wird Johann Goldammer die Arbeit nicht ausgehen. In seinen Vorträgen verweist er immer wieder auf die Klimaerwärmung, die durch den Kohlendioxidausstoß bei Waldbränden verstärkt wird. Er plädiert dafür, den dramatischen Verlust an Waldflächen durch Wiederaufforstung mindesten teilweise wieder wettzumachen.

Hans Jürgen von der Burchard, Stand vom 02.12.2007
Sendung: Feuer und Brände - Von der Macht der Flammen, 26.08.2008

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Bildcollage zum Thema Feuer und Flamme (Rechte: WDR)

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