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Der Assuan-Staudamm

Nur wenige Bauprojekte greifen so tief und mit solch großen Folgen in die Ökologie von Flüssen ein wie Staudämme. Sie sollen dem Wohl der Flussanrainer dienen, Überschwemmungen verhindern, Energie erzeugen oder Flüsse schiffbar machen. Oft aber haben sie mehr negative als positive Folgen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Assuan-Staudamm in Ägypten.

Blick auf das Turbinenhaus im Hochdamm des Assuan-Staudamm, sowie auf die Umspann-Anlage (Rechte: dpa)

Ein tiefer Eingriff in die Ökologie des Nils: der Assuan-Staudamm

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Die Daten des Bauwerks

Gebaut wurde der Damm zwischen 1960 und 1970 etwa 13 Kilometer südlich der Stadt Assuan. Er ist 114 Meter hoch und hat eine Länge von rund 3,5 Kilometer. An der Sohle hat er einen Durchmesser von 960 Metern, an der Krone sind es immerhin noch ca. 100 Meter. Der vor ihm entstandene Nasser-See (benannt nach dem damaligen ägyptischen Premierminister Gamal Abd el Nasser) reicht bis in den Sudan hinein und hat eine Länge von etwa 510 Kilometern. Seine Oberfläche schwankt je nach eingeflossenen Regenmengen zwischen ca. 5000 und 6000 Quadratkilometern. Die Wassermenge beträgt zwischen 130 und 180 Milliarden Kubikmetern.

Blick auf den am Oberlauf des Nils in Ägypten gelegenen Assuan-Staudamm (Rechte: dpa)

Das gewaltige Bauwerk wurde innerhalb von zehn Jahren errichtet

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Ziele für einen hohen Preis erkauft

Zwar erreichte man mit dem Damm die vordringlichen Ziele, die (teilweise verheerenden) Nilüberschwemmungen zu verhindern und die Bewirtschaftung auf das ganze Jahr auszudehnen. Aber dafür musste und muss ein hoher Preis bezahlt werden. Der fruchtbare Nilschlamm, der mit eben diesen Überschwemmungen alljährlich die Felder düngte, bleibt aus. Die Bauern müssen nun ihre Felder mit künstlichem Dünger bearbeiten. Die Böden versalzen durch die ständige Bewässerung. Außerdem breitet sich durch die vergrößerten Bewässerungsanlagen die gefährliche Bilharziose immer stärker aus. Daneben versandet der Nasser-See durch die ständige Ablagerung des Nilschlamms, so dass er immer weniger Wasser aufnehmen kann.

Rolf Stephan, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Bach und Fluss - (Über)Leben in der Strömung, 03.06.2008

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