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Der Okawango entspringt in Angola und fließt von dort in Richtung Botswana. Zwar ist er mit seinen 1700 Kilometern Länge kein wahrer Flussgigant aber eine Besonderheit zeichnet ihn aus. Welche?

Das Okawango-Delta erreicht das Meer nicht, weil das Wasser des Flusses unter der enormen Sonne Afrikas einfach verdunstet. Deshalb liegt das Flussdelta auch mitten im Binnenland. Je nach Wasserzufluss variiert die Größe dieses einzigartigen Binnendeltas zwischen 9000 Quadratkilometer in der Trockenzeit bis 16.000 Quadratkilometer während der Regenzeit. Das Delta zeichnet sich durch seine üppige Fauna und Flora aus. Zum Beispiel gibt es dort Flusspferde, Krokodile, Löwen, Giraffen oder Büffel, daneben Hunderte von Fisch- und Vogelarten. Ebenso findet man Schilf, Seerosen, Papyrus, Palmen oder auch den sogenannten Leberwurstbaum mit seinen eigenartigen Blüten und Früchten.

Luftaufnahme mit einem dunklem Flusslauf in grüner Vegetation (Rechte: SWR)

Im Delta des Okawangos wächst eine üppige Vegetation

Vergrößern

Klar, dass in einem tropischen Sumpfgebiet auch Milliarden von Moskitos über die warmblütigen Bewohner herfallen. Keine leichten Lebensumstände also für die Deltabewohner, die sich noch immer hauptsächlich von Fischfang ernähren. Leider immer weniger in den traditionellen Einbäumen, den so genannten "Mokoros" dafür häufiger in modernen Außenbordern, die es ihnen natürlich ermöglichen, größere Fischgründe zu bearbeiten. Außerdem sind die großen Aluminiumboote viel sicherer gegen den Angriff von Krokodilen oder gar Flusspferden, die noch erstaunlich häufig für Todesfälle oder böse Verstümmelungen verantwortlich sind. Die letzten Meter zu den eigentlichen Fischgründen zwischen den bis zu drei Meter hohen Papyrusstauden oder den riesigen, nur durch schmale Durchflüsse zugänglichen Schilffeldern müssen auch heute noch im Mokoro zurückgelegt werden. Mit dem ca. drei bis vier Meter langen und 50 bis 60 Zentimeter schmalen Einbaum, der aufrecht stehend manövriert und mit einer langen Holzstange gestakt wird, kommen die Fischer auch an Netze in dem teilweise extrem flachen Wasser des Okawango-Deltas heran.

Rolf Stephan, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Bach und Fluss - (Über)Leben in der Strömung, 09.05.2007

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Bildcollage zum Thema Flüsse (Rechte: SWR)

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