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Von der Quelle bis zur Mündung

Wasser sucht sich seinen Weg. Zunächst tropft und rieselt es im dunklen Erdinnern zwischen Felsspalten, Schotter- und Kiesschichten hindurch und folgt dabei dem Gefälle der wasserundurchlässigen Schichten. Ständig kommt Nachschub von oben. Regenwasser sickert in den Boden und füllt immer wieder Spalten, Ritzen und Hohlräume. Das Grundwasser staut sich und sucht Abfluss. An einer passenden Stelle, dort wo Lehm- oder Tonschichten sich nach außen öffnen, tritt es als Quellwasser hervor.

Ein kleiner Bach fließt durch eine Wiese (Rechte: keine)

Quellrinnsale vereinigen sich

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Die Quelle

An der Quelle ist das Wasser noch nährstoff- und sauerstoffarm. Man unterscheidet verschiedene Quellformen. Es gibt Sturzquellen, Tümpelquellen, Sumpf- und Sickerquellen sowie Thermalquellen. Sieht man einmal von den heißen Thermalquellen ab, die Temperaturen von über 40 Grad aufweisen und hitzebeständigen Bakterien ein geeignetes Milieu bieten, so liegt die Wassertemperatur bei den übrigen Quellformen konstant zwischen sechs und zehn Grad Celsius.

Der Bach

Im Bach vereinigen sich zahlreiche Quellrinnsale zum fließenden Gewässer und bilden zunächst den Oberlauf. Hier herrscht über das Jahr eine gleichbleibende Wassertemperatur von maximal zehn Grad Celsius.. Der Boden ist zunächst noch mit scharfkantigen Steinen und Felsbrocken bedeckt, die erst im weiteren Verlauf die runde Form von Kieseln annehmen und von ersten Pionierpflanzen aus grünen, gelben, brauen und auch roten Algenflächen überzogen werden, genauso wie von zahlreichen Flechtenarten. Hier leben Bach- und Regenbogenforelle sowie Elritze und Groppe, allesamt schnelle Sprinter unter den Fischen, die sich bei ihren Beutezügen in der starken Strömung behaupten müssen und bei diesem Kraftaufwand auf ein sehr sauerstoffhaltiges Milieu angewiesen sind.

Eine Wiesenlandschaft mit Flussauen aus der Luft (Rechte: WDR)

In Flussauen kann sich die Artenvielfalt voll entfalten

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Der Fluss

Im Mittellauf, dort wo sich das Bachbett verbreitert und die Fließgeschwindigkeit nachlässt, wird aus dem Bach ein Fluss. Die Spanne von Ufer zu Ufer beträgt nun mehr als fünf Meter. Die größeren Wassermassen üben einen verstärkten Druck auf die Uferbegrenzung aus. Vor allem bei Hochwasser verlagert der naturbelassene Fluss sein Bett. Es entstehen neue Seitenarme und Inseln, die von Zeit zu Zeit überflutet werden und dann wieder trocken fallen. All das sind die typischen Merkmale einer Auenlandschaft. In solchen Flussauen kann sich die Artenvielfalt voll entfalten. Dieser Gewässerabschnitt ist die typische Äschen- und Barbenregion. Die Wassertemperatur übersteigt auch in den Sommermonaten selten 15 Grad. Auf der Flusssohle bildet sich das sogenannte Lückensystem, bestehend aus Sand- und Kieselflächen, das Insektenlarven und Bachflohkrebsen Schutz und Lebensraum bietet. Diese Kleinlebewesen bilden wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für die höheren Lebewesen.

Auf den Mittellauf folgt der Unterlauf. Die Wassermenge nimmt noch einmal deutlich zu. Das Wasser enthält viele Schwebstoffe, es ist trübe und erwärmt sich in den Sommermonaten auf bis zu 20 Grad. Der Unterlauf ist eine typische Brachsenregion. In diesem nährstoffreichen aber sauerstoffärmeren Milieu leben auch Karpfen, Schleie, Karausche, Wels und Zander. Im Uferbereich trifft man auf eine große Vielzahl von Wasserpflanzen, Wasservögeln, Wasserinsekten und Säugetieren wie Biber, Fischotter oder Bisamratte, die zusammen eine große stabile Lebensgemeinschaft bilden.

Ulrich Neumann, Stand vom 01.06.2009

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