Das Goldene Dreieck
Als Synonym für Drogenanbau und –handel wurde der Begriff Goldenes Dreieck in den 1970er Jahren geprägt. Er ist eine Kombination aus der geometrischen Form des Anbaugebietes – dem beschriebenen Dreiländereck – und vermutlich dem anfänglichen Zahlungsmittel der Chinesen für das Opium: Gold.
Doch wie gelangte das Opium ins Dreiländereck Thailand – Myanmar – Laos? Bei den chinesischen Bergvölkern haben Schlafmohnanbau und Opiumherstellung eine lange Tradition. Die Fruchtkapseln des Schlafmohns werden eingeritzt, wodurch der Milchsaft austritt. Dieser trocknet anschließend zu einer bräunlichen Masse – Opium. Während es hierzulande unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es bei den chinesischen Bergvölkern ein gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel. Nach dem Sieg der Kommunisten flohen einige dieser ethnischen Gruppen in die Nachbarländer, darunter viele ins thailändisch-burmesische Grenzgebiet. Für sie war das Opium eine Einkommensquelle, und so sorgten sie für regen Handel. Am stärksten boomte das Geschäft mit der Droge während des Vietnamkriegs. Bis in die 1980er Jahre blieb das Goldene Dreieck das größte Opiumanbaugebiet der Welt – auch wegen der starken Nachfrage aus dem Westen.
Inzwischen ist Afghanistan der größte Opiumproduzent der Welt. In Thailand ist der Anbau von Schlafmohn seit langem illegal, und die Regierung geht scharf gegen Verstöße vor. Die Mittel, die dabei in der Vergangenheit genutzt wurden, waren allerdings teilweise sehr umstritten. Die Bevölkerung im thailändischen Teil des Goldenen Dreiecks profitiert heute wirtschaftlich vom stärker werdenden Tourismus. Außerdem wurden der Tee- und Kaffeeanbau als Alternative zum Opium gezielt gefördert – auch mit Geldern aus der Entwicklungshilfe. In Laos sind seit 1996 Produktion, Handel und Gebrauch von Opium strafbar. In dem sehr armen Land sind jedoch immer noch mehrere zehntausend Menschen davon abhängig. Außerdem gibt es zum Opiumhandel bislang nur wenige wirtschaftliche Alternativen für die Bevölkerung im Gebiet des Goldenen Dreiecks. Der Staat versucht, den Tourismus zu beleben, womit er teilweise erfolgreich ist.
In Myanmar stammte das Opium hauptsächlich aus der quasi autonomen "Special Region 2" im Shan State im Nordosten des Landes. Die meisten Menschen dort gehören der ethnischen Minderheit der Wa an. Die "United Wa State Army", eine militärische Organisation, kontrolliert das Gebiet und hat die "Special Region 2" am 26. Juni 2005 offiziell für opiumfrei erklärt. Damit wurde dem Großteil der Bevölkerung ihre Lebensgrundlage entzogen; für Hunderttausende war Opium über Jahrzehnte die wichtigste Einnahmequelle. Wirtschaftliche Alternativen wurden den Wa nicht aufgezeigt, so dass viele von ihnen seit dem Opiumverbot an Hunger und Unterernährung leiden.
Alexandra Stober, Stand vom 14.06.2007







