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Singapur - ein Mega-Stausee mitten in der Stadt

Die Millionenstadt Singapur ist von Wasser umgeben, allerdings von untrinkbarem Salzwasser. Häufige Monsunregen liefern zwar Süßwasser, doch in der zugebauten Metropole fehlt der Platz, Regenwasser in großen Mengen zu speichern. Ein Stauseeprojekt mitten im Zentrum der Stadt soll Singapur zukünftig mit Trinkwasser versorgen.

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Mega-See in Singapur (4'45'')
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Keine Wasserimporte mehr aus Malaysia

Bisher bekommt Singapur fast sein komplettes Trinkwasser vom Nachbarn Malaysia. So fließen täglich Millionen Liter Wasser über Pipelines von der malaysischen Halbinsel in den Inselstadtstaat Singapur. Die Abhängigkeit vom Nachbarn ist enorm und belastet die ohnehin konfliktreichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten sehr. Singapurs größtes Ziel ist es, seine Bevölkerung - unabhängig von Malaysia - ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Dieses Ziel ist in Form des Stausees mit dem Namen Marina Barrage in greifbarer Nähe. Ein Projekt der Superlative.

Blick auf die Großbaustelle von Marina Barrage in Singapur im Juni 2009. Die Baustelle grenzt direkt an den Business District von Singapur City. (Rechte: Mauritius)

Im Juni 2009 war Marina Barrage noch eine Großbaustelle

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Ein Fluss wird zum See

Seit 2005 wird mit einem Budget von 200 Millionen US-Dollar an dem Stausee gebaut. An der Mündung zum Meer riegelt inzwischen ein 350 Meter langer Damm aus Beton und Stahl den großen Fluss Singapur River vom Meer ab. Über neun bewegliche Stahltore in der Mauer wird der Wasserstand gesteuert. Durch die Abriegelung des Flusses vom Meer entsteht allmählich ein riesiger Süßwassersee, der zusätzlich große Mengen Regenwasser aufnehmen kann. Aus diesem Süßwasserreservoir sollen Singapurs Einwohner bald schon mit Trinkwasser versorgt werden. Anfang 2010 ist das Wasser noch brackig und salzig. Doch ab spätestens 2015 soll der See sauberes Trinkwasser liefern und mindestens zehn Prozent des Trinkwasserbedarfs decken.

Damm mit Sicherheitssystem

Das Südchinesische Meer ist bekannt für häufige Stürme und Flutwellen – ein hohes Risiko angesichts eines Stausees, der in unmittelbarer Nähe einer Großstadt liegt. Kleine Flutwellen werden von der Staumauer abgehalten, aber eine große Flutwelle könnte zu einer Überflutung des Stausees führen. Diese Gefahr haben die Bauherren von Marina Barrage einkalkuliert: Neun gewaltige Stahlpumpen sind in einem Gebäude neben der Staumauer installiert. Jede Pumpe ist so groß wie ein Passagierflugzeug und kann in weniger als einer Minute die Wassermenge eines olympischen Schwimmbeckens wegpumpen. Läuft der See zu voll – sei es durch zuviel Wasser aus dem Fluss, Niederschlägen oder einer Flutwelle vom Meer -, springen die Pumpen an und befördern überschüssiges Wasser ins Meer. So soll Singapur vor einer Überflutung geschützt werden.

Einen absoluten Schutz für das Trinkwasser gibt es nicht. Sollte tatsächlich eine sehr große Flutwelle über die Staumauer schwappen, würde das Süßwasser des Sees versalzen. Es müsste dann abgepumpt und durch nachfließendes Flusssüßwasser ersetzt werden.

Die Großbaustelle Marina Barrage in der Dämmerung. (Rechte: Mauritius)

Großbaustelle Marina Barrage in der Dämmerung

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Das Meer wird zur Quelle

Der Stausee ist nur ein Teil des großen Wasserprojektes in Singapur. Zur Unabhängigkeit vom Trinkwasserlieferanten Malaysia reicht der Stausee alleine nicht aus. Deshalb plant und baut die Wasserbehörde in Singapur zusätzlich die größte und modernste Entsalzungsanlage Asiens. Durch ein neuartiges Umkehr-Osmose-Verfahren kann Salzwasser fast vollständig in Trinkwasser verwandelt werden.

Marika Liebsch, Stand vom 20.09.2010
Sendung: Mega-Stauseen - Riskante Riesenprojekte, 20.09.2010

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