• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen Startseite

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Mitmachen
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Natur & Technik
  • Forschung
  • Gentechnik
  • Grüne Gentechnik

Grüne Gentechnik

Kaum ein Thema ist in Deutschland so umstritten wie die Grüne Gentechnik. Die einen sehen unbegrenzte Möglichkeiten: Pflanzen, die sich selbst gegen Schädlinge wehren, Dürrekatastrophen überleben und dazu beitragen, den Welthunger zu bekämpfen. Für die anderen greift Gentechnik in die Ernährung ein, ohne dass der Verbraucher sich dagegen wehren kann, und erzeugt Monopole auf Pflanzen, die nicht Privatbesitz eines Unternehmens sein dürften.

Gentechnisch veränderte Pflanzen (3'04'')

Mehr zum Artikel

Gentechnik
Videos
Schöne neue Klonwelt
Interview
Gentechnik in der Nahrung
Grüne Gentechnik
Literatur & Co
Link-Tipps

Die Farbenlehre der Gentechnik

Grün, Rot, Weiß - mit diesen Farben kann man sich in der Gentechnik-Welt orientieren. Die Rote Gentechnik hat ihren Namen von der Farbe des Blutes. Ihr Einsatzfeld ist die Medizin. Mit ihrer Hilfe entwickeln Biotechnologen neue diagnostische Verfahren, um Krankheiten und Gendefekte frühzeitig zu erkennen. Heilen möchte man auch - mit Hilfe der Gentherapie: Man entnimmt dem Patienten Zellen, diese werden vermehrt, gentechnisch verändert und wieder eingesetzt. Damit sollen beispielsweise schwere Immundefekte geheilt werden. In der Regenerationsmedizin sollen Knorpel, Knochen, Haut oder teilweise ganze Organe mit gentechnischer Hilfe neu gezüchtet werden, um damit krankes Gewebe zu heilen. Bekanntestes Beispiel ist die Genmaus mit einem Ohr auf dem Rücken. Der letzte Bereich in der roten Gentechnik ist die Herstellung von Arzneimitteln. Diese begann bereits 1982 mit der Herstellung genetisch veränderten Humaninsulins.

Menschliche Chromosomen, verschiedene Farben. (Rechte: Mauritius)

Bei Pflanzen und Tieren liegen die Gene auf den Chromosomen

Vergrößern

Bei der Weißen Gentechnik stehen Enzyme, Zellen und Mikroorganismen im Mittelpunkt. Diese werden gentechnisch optimiert, sodass sie hoch spezialisiert sind und hohe Erträge der gewünschten Produkte herstellen können. Beispiele sind die Herstellung von Bioethanol, Hormonen oder Waschmitteln.

Die Grüne Gentechnik wird in der Landwirtschaft und im Lebensmittelbereich angewendet. Biochemiker züchten neue Pflanzenarten, die besonders resistent gegen Schädlinge oder Pestizide sind. Dies ist der umstrittenste Bereich der Gentechnik. In einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2009 sind 78 Prozent der Deutschen gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, 85 Prozent lehnen ebenfalls die Verfütterung von gentechnisch manipulierten Pflanzen an Nutztiere ab.

Wissenschaftler spritzt Maiskolben. (Rechte: WDR)

Perfekte Nahrungsmittel dank Gentechnik?

Vergrößern

Taxi-Bakterien und gesprengte Zellwände

Wie kommen eigentlich fremde Gene in Pflanzen? Wie funktioniert die gentechnische Veränderung? Es gibt drei Varianten. Bei der Standardlösung nimmt man eine Art "Taxi", meist ein Virus oder ein Bakterium. Dieses stattet man mit dem neuen Gen aus und infiziert die Pflanze damit. Wenn es in die Pflanze eindringt, hat es das neue Gen gleich dabei. Nehmen Teile der Pflanze das neue Gen auf, werden diese im Reagenzglas wieder zu vollständigen Pflanzen herangezogen.

Bei der zweiten Variante werden zuerst die dicken Zellwände abgebaut, die vor einer Übertragung fremder Gene schützen. Es bleibt ein Bestandteil der Zellen, die Protoplasten.  Nun gibt man das neue Gen in einer Flüssigkeit zu den Protoplasten, damit es von diesen aufgenommen werden kann. Die Schwierigkeit bei dieser Möglichkeit besteht darin, aus den aufgelösten Zellen wieder ganze Pflanzen mit festen Zellen zu züchten.

Kartoffelpflanzenkeimlinge in Petrischalen. (Rechte: WDR)

Gentechnisch veränderte Kartoffelpflanzenkeimlinge

Vergrößern

Genkanonen und Antibiotika

Die dritte Möglichkeit bietet eine sogenannte "Genkanone". Das einzuschleusende Gen wird an mikroskopisch kleine Goldkügelchen geheftet. Diese werden dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1300 Metern pro Sekunde direkt in die Pflanzenzellen geschossen. Die Partikel sind so klein, dass Zelle und Zellwand nicht beschädigt werden. Dieses Verfahren ist immer auch ein Glücksspiel, denn häufig werden die eingeschleusten Gene nicht aktiv oder man trifft nur Teile des anvisierten Gewebes.

Doch nicht jede Zelle nimmt die Gene auf. Daher infizieren Wissenschaftler die Zellen nicht nur mit dem Gen, das eingeschleust werden soll, sondern zusätzlich mit Antibiotika-resistenten Genen, sogenannten Marker-Genen. Zu dem Zellhaufen geben sie Antibiotika hinzu, damit nur die neuen Zellen mit den gewünschten Eigenschaften weiterwachsen. Inzwischen sind diese Antibiotika-Resistenz-Gene in die Kritik geraten, da zu viele Bakterien gegen Antibiotika resistent sind und man befürchtet, dies mit den Marker-Genen zu unterstützen.

Maiskolben mit dem Schädling Maiszünsler. (Rechte: dpa)

MON 810 produziert ein Gift gegen den Maiszünsler

Vergrößern

Der Mais ist heiß

Bekanntestes und häufig diskutiertes Beispiel für eine gentechnisch veränderte Pflanze (GVP) in Deutschland ist der "Bt-Mais MON 810". Diese Maissorte produziert dank des eingeschleusten Bacillus thuringiensis (Bt) ein Gift gegen den Maiszünsler. Dieser Schmetterling ist der bedeutendste Maisschädling. Doch das Gift tötet nicht nur den Maiszünsler, sondern schädigt auch sogenannte Nicht-Zielinsekten, wie beispielsweise den Schwalbenschwanz, ebenfalls ein Schmetterling. Außerdem fliegen die Pollen des Maises über zwei Kilometer weit und verbreiten die veränderten Maisgene auf angrenzenden Feldern von Bauern, die Gentechnik nicht verwenden wollen. "Bt-Mais MON 810" war die einzige gentechnisch veränderte Maissorte, die kommerziell in Deutschland angebaut werden durfte. Im April 2009 wurde dies in Deutschland verboten.

Der Konzern Monsanto (5'05'')

Weltmarkt Grüne Gentechnik

Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass sich viel Geld mit veränderten Genen verdienen lässt. An der Spitze dieses Marktes steht der US-Konzern "Monsanto". Dieses Unternehmen liefert 90 Prozent des weltweit verkauften gentechnisch veränderten Saatguts. Eine Milliarde US-Dollar Gewinn brachte die Biotechnologie dem Unternehmen im Jahr 2007.

Die Strategie ist einfach: "Monsanto" hat sein Saatgut für Mais, Weizen, Reis, Soja und viele andere Pflanzen gentechnisch so verändert, dass es eine Giftdusche mit dem Pestizid "Roundup" überlebt. Dieses wird natürlich auch von "Monsanto" hergestellt. Perfekte Werbung überzeugt viele Bauern, dass sie insgesamt weniger Pestizide einsetzen müssen, wenn sie das "Monsanto"-Paket "Saatgut plus Pestizid" kaufen. Haben sie erst einmal zugestimmt, wird den Landwirten vertraglich verboten, die eigene Ernte als Saatgut zu verwenden. Und da "Roundup" so aggressiv ist, dass auf den damit behandelten Feldern auf Jahre hinweg keine andere Pflanze mehr wächst, müssen sie immer wieder das Saatgut von Monsanto nachkaufen. Doch auch die Unkräuter werden nach einer gewissen Zeit resistent gegenüber "Roundup". Daher sind nach anfänglich guten Jahren auch wieder zusätzliche Pestizide notwendig; Ersparnisse oder sogar höhere Erträge für die Landwirte gibt es kaum. Doch die Abhängigkeit bleibt.

Die Trägerin des alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, meint zu der Wirtschaftsweise von "Monsanto": "Der Konzern weiß, wenn er das Saatgut kontrolliert, kontrolliert er die Ernährung; das ist seine Strategie. Diese Strategie ist wirksamer als Bomben, wirksamer als Waffen - sie ist das beste Mittel, um die Völker der Welt zu kontrollieren."

Monika Sax, Stand vom 25.01.2010
Sendung: Gentechnik - Fluch oder Segen?, 25.01.2010

Seite teilen

Über Social Bookmarks
  • Facebook LogoFacebook
  • Twitter LogoTwitter
  • VZ-Gruppe LogoVZ-Gruppe
  • Wer-Kennt-Wen LogoWer-Kennt-Wen
  • Delicious LogoDelicious
  • Mr. Wong LogoMr. Wong

Mehr zum Thema

Collage aus Bildmotiven zum Thema Forschung

Forschung


  • Nanotechnologie
  • Zwillinge
  • Hirnforschung
  • Namensforschung
  • Chemie im Alltag

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: /natur_technik/forschungszweige/gentechnik/gruene_gentechnik.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2013

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.