Wissensfrage
Ab der wievielten Schwangerschaftswoche können Babys überleben?
Der frühestmögliche Zeitpunkt, ab dem Babys überlebensfähig sind, beginnt mit der 22. Schwangerschaftswoche. Das ist nur wenig mehr als die Hälfte der üblichen Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen! Vor der 22. Woche sind die Lungen des Kindes noch zu unreif für die Atmung, ein Überleben außerhalb des Mutterleibes ist daher nicht möglich. Auch die Prognose von Frühchen, die mit 22 Schwangerschaftswochen geboren werden, ist schlecht: Am Heidelberger Perinatalzentrum beispielsweise sind bisher fünf Kinder mit 22 Wochen betreut worden, drei davon sind gestorben.
Das Überleben der anderen beiden Kinder grenzte an ein Wunder, das nur durch intensive medizinische Betreuung in einem Brutkasten und durch künstliche Beatmung möglich war. Die Gefahr für eine spätere Behinderung ist noch sehr hoch: Die Kinder leiden vermehrt unter Lähmungen, Krampfanfällen, kognitiven Störungen oder sind blind. Deshalb müssen in Heidelberg Eltern von Frühchen der 22. und 23. Woche ihre ausdrückliche Einwilligung für all die medizinischen Maßnahmen geben.
Bessere Chancen besitzen Frühchen ab der 25. Schwangerschaftswoche. Von diesen überlebt immerhin etwa ein Drittel. In der 30. Schwangerschaftswoche stehen die Überlebenschancen bereits bei 90 Prozent, und mit jedem Tag mehr in der Gebärmutter werden sie höher.
Als Frühgeborene oder "Frühchen" bezeichnet man Babys, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Frühchen sind meist besonders klein und untergewichtig. Je nach Geburtszeitpunkt ist ihre Atmung beschleunigt, sie haben eine schwache Stimme, besitzen noch ihre Lanugobehaarung und wenig Muskelspannung. Als Lanugo bezeichnet man den Haarflaum, der den Fötus ungefährt bis zur 30. Schwangerschaftswoche bedeckt.
Besonders wichtig sind für Frühchen menschliche Nähe, vertraute Stimmen und Hautkontakt. Meist können die Frühgeborenen erst zum errechneten Geburtstermin aus der Klinik entlassen werden, deshalb sind ihre Eltern in dieser schwierigen Zeit besonders gefordert.
Claudia Heidenfelder, Stand vom 01.06.2009





