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Das Spermium

Spermien - auch Samenfäden genannt - werden im männlichen Hoden produziert. Wenn ein Junge in die Pubertät kommt, sind in seinen Hoden die Samenkanäle voll ausgebildet und pro Hoden etwa 360 Meter lang. In ihnen bilden sich aus Stammzellen in einem Teilungs- und Reifeprozess die Spermien. Mehr als 1200 von ihnen entstehen hier pro Sekunde, das sind knapp 104 Millionen pro Tag.

Die Elektronenmikroskop-Aufnahme zeigt ein menschliches Spermium bei dem Versuch, in eine Eizelle einzudringen. (Rechte: Mauritius/Phototake)

Nur eines von 200 Millionen Spermien erreicht sein Ziel

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Schneller Wanderer

Die Produktion von Spermien dauert im Idealfall fast ein ganzes Leben lang. Ein einziges Spermium benötigt etwa 64 Tage, um sich aus einer Stammzelle zu entwickeln und nochmals zwei bis elf Tage, um im Nebenhoden zu reifen. Es vergehen also etwa 70 Tage, bis ein Spermium ins Ejakulat, in den Samenerguss gelangt.

Das reife Spermium sieht ein bisschen aus wie eine Kaulquappe. Es hat einen Kopf und einen Schwanz. Die Kappe auf dem Kopf ist voller Enzyme, die später bei der Befruchtung dabei helfen, die Eihülle aufzulösen, damit das Spermium in das Ei eintreten kann. Der Schwanz des Spermiums schließt sich direkt an den Kopf an und enthält Mitochondrien. Diese Zellorganellen sind die "Kraftwerke" des Spermiums, die Energie für die Fortbewegung produzieren. Der Schwanz - auch Geißel oder Flagellum genannt - verhilft dem Spermium zu einer Wandergeschwindigkeit von mehreren Zentimetern pro Minute.

Elektronenmikroskopaufnahme: Menschliche Spermien im Gebärmutterhals. (Rechte: Mauritius)

Wer gewinnt das Rennen?

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Aktiv oder passiv?

Noch in den 1980er Jahren galt in der Wissenschaft das "Dornröschenmodell" als Erklärung dafür, wie Eizelle und Spermien zusammenfinden: Analog zu diesem Märchen schwimmt das Spermium munter und aktiv durch den Uterus zum passiv wartenden Ei - so wie sich der Prinz zu der schlafenden Prinzessin ganz allein und ohne fremde Hilfe durchschlägt. Doch diese Vorstellung entspricht nicht der Realität, denn das Spermium spielt am Anfang gar nicht den aktiven Part: Die Gebärmutter ist vielmehr mit ihren Kontraktionen ganz entscheidend am Befruchtungsvorgang beteiligt. Das Spermium hingegen schwimmt erst zum Ende des Befruchtungsvorganges aktiv auf das Ei zu.

Allerdings müssen Spermien sich mit viel Konkurrenz auseinander setzen: In einem Samenerguss sind rund 200 Millionen Spermien. Das Rennen durch die Gebärmutter überleben nur 500 von ihnen, im Eileiter bleiben lediglich 100 übrig. Die treten dann im Finale den "Kampf um das Ei" an. Und nur eines kommt durch...

Martina Peters, Stand vom 14.05.2012

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Collage aus Bildmotiven des Themas Fortpflanzung (Rechte: WDR/dpa)

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