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Der Feldhase in Deutschland

Der Feldhase gehört zu den bekanntesten und volkstümlichsten Tieren in unseren Breitengraden. Aus alten Mythen und Fabeln, Kinderbüchern und Liedern ist er schon lange bekannt. In der Realität aber kämpft er ums Überleben.

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Vom Aussterben bedroht

Der Feldhase ist ein echtes Wildtier und braucht Feld, Wald und Wiese als Lebensraum. Der Mensch macht ihm diesen mehr und mehr streitig - durch Verstädterung der Landschaften, Vernetzung des Straßenbaus, aber auch die Jagd sowie Monokulturen und den damit verbundenen Verlust ihrer natürlichen notwendigen Lebensgrundlagen. Der scheue "Meister Lampe" wird immer seltener, sodass Feldhasen in manchen Regionen auf der roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind. Die "Deutsche Wildtierstiftung" spricht im Jagdjahr 2005/2006 von bundesweit 520.000 toten Hasen, davon etwa 20 Prozent von Autos "erlegt". Sie empfiehlt zum Schutz agrarstrukturelle und agrarpolitische Maßnahmen wie Erhaltung und Schaffung von Brachlandflächen und extensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. In Gegenden mit hohen Fuchs- und geringen Hasenbeständen sei eine ethisch vertretbare und intensive Fuchsbejagung sinnvoll.

Ein Feldhase (Lepus europaeus) kauert in einem Feld. (Rechte: mauritius images)

Der scheue "Meister Lampe" wird immer seltener

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Ein echtes Wildtier

Andernorts geht es den Feldhasen gut, wie zum Beispiel im Stuttgarter Stadtpark. Hier werden sie weder von natürlichen Feinden noch von Jägern, von wildem Autoverkehr oder Mähdreschern gestört und können in Ruhe leben. Den Feldhasen kann man nicht als Haustier domestizieren und züchten, da er ein Wildtier ist. Er lässt sich nicht in Gefangenschaft halten. Immer wieder werden verwaiste Jungtiere in freier Natur von Menschen gefunden. Der Finder sollte sich um Informationen zur Aufzucht bemühen, um das Tier später dann wieder auszuwildern. Denn selbst wenn das Tier mit der Flasche aufgezogen wird, verliert der Feldhase nicht seine Wildscheue. Informationen dazu auf dieser Planet-Wissen-Seite.

Vier Feldhasen auf einem Feld mit jungem Winterweizen. Zwei der Tiere stehen auf den Hinterfüßen und 'boxen' mit ihren Vorderläufen. (Rechte: mauritius images)

Hasen gibt es in Europa nur fünf Arten

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Keine Nagetiere

Der biologische Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen ist äußerlich erkennbar. Feldhasen sind groß und schlank und haben lange, kräftige Hinterläufe. Sie wiegen vier bis sechs Kilogramm. Klein und gedrungen ist dagegen der Körper der Wildkaninchen. Sie bringen rund zwei Kilo auf die Waage und besitzen relativ kurze Ohren. Die Ohren des Feldhasen, die Löffel, sind hingegen stets länger als der ganze Schädel. Besonders augenfällig sind die schwarzen Ohrspitzen. Auch die Oberseite ihrer "Blume", also ihres Schwanzes, ist schwarz. Hasen und Kaninchen werden den Hasenartigen - den Leporidae - zugeordnet, sie gehören aber unterschiedlichen zoologischen Gruppen an und können sich untereinander nicht fortpflanzen. Lange wurden beide den Nagetieren zugeordnet, weil sie Bäume benagen. Sie können sie aber nicht mit den Vorderpfoten greifen und sind deshalb auch keine Nagetiere. Hasen sind Nestflüchter, werden also mit Fell und sehend geboren. Kaninchen sind dagegen Nesthocker und sind nackt und blind, wenn sie auf die Welt kommen. Hasen sind in der Regel Einzelgänger, Kaninchen leben in Kolonien. Es gibt über 350 Rassen bei den Kaninchen, bei den Hasen gibt es in Europa nur fünf Arten, weil sie nicht gezüchtet werden. Wir kennen hier die Feldhasen und Schneehasen, weltweit gibt es zirka 30 Arten.

Almut Röhrl, Stand vom 01.06.2009

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