Kaninchenmast & Tierversuche
Die industrielle Produktion von Kaninchenfleisch
Rund 40 Prozent der Mastkaninchen stammen vermutlich aus industrieller Produktion. Kaninchenmast bedeutet mancherorts Massentierhaltung, leider immer wieder verbunden mit regelrechter Tierquälerei. Die viel zu engen Käfige, mit 30 auf 40 Zentimeter gerade mal so groß wie ein DIN A4-Blatt, führen, ähnlich wie bei der Hühnermast, zu Krankheiten. Die Tiere plagen unbehandelte Entzündungen und Durchfall aufgrund des Mastfutters, Fehlgeburten sind die Regel. Überbelegung der Käfige, vernachlässigte Hygiene, Schlachtung vor dem Mindestalter, weder Stroh noch ein Häuschen, kein Auslauf oder Aufrichten - es fehlt an den natürlichen Lebensbedingungen. Im Gegensatz zur Hühnermast besteht hier nach wie vor eine Gesetzeslücke, sodass es keine Haltungskriterien für Kaninchenmastbetriebe gibt. Die industrielle Produktion von Kaninchenfleisch möchte möglichst hohe wirtschaftliche Erträge, die mit natürlichen Lebensgrundlagen der Kaninchen schwer in Einklang zu bringen sind. Viele dieser Tiere enden auch in Tierfutter. Als Verbraucher hat man, wie auch bei anderen Fleischarten, die Möglichkeit beim Erzeuger direkt zu kaufen beziehungsweise sich nach der Herkunft und Haltung zu erkundigen und somit die Massentierhaltung nicht zu unterstützen.
Versuchskaninchen
Ein weiteres dunkles Kapitel der Kaninchenhaltung sind die Tierversuche. Was für die einen notwendiges Übel ist, bedeutet für die anderen pure Tierquälerei. Die kleinen Tiere werden gerne als Versuchkaninchen eingesetzt, denn sie sind leicht zu handhaben, vermehren sich schnell und sind gutmütig. Im Jahr 2007 starben über 100.000 Kaninchen allein in Deutschland in Versuchslaboren, teilte das "Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" in Berlin mit.
Alternativen zum Tierversuch
Über die neuesten Entwicklungen zum Thema "Tierversuche" kann man sich bei der Bundesinstitution "ZEBET" (Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch) erkundigen, die sich unter anderem mit Alternativen zum Tierversuch befasst und sich dafür einsetzt, die Zahl der Versuchstiere auf ein unerlässliches Maß zu reduzieren. An Alternativen zu Tierversuchen wird noch geforscht. So könnte man etwa Zellkulturen einsetzen. Solche Zellkulturen sind aber nur Fragmente eines Organismus und haben keinen eigenen Stoffwechsel. Da Abbauprodukte von Medikamenten unter Umständen verheerende Wirkungen haben können, die bei der Forschung an Zellkulturen nicht zutage treten würden, können sie Tierversuche jedoch nicht ersetzen. Aus diesem Grund ersetzt der in unserer Planet-Wissen-Sendung erwähnte Pyrogentest noch nicht den Tierversuch.
Almut Röhrl, Stand vom 01.06.2009







