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Die Sprache der Katzen

Wer einen Stubentiger als Hausgenossen hat, wird ihn gemütlich auf dem Sofa sitzend unter dem Kinn und hinter den Ohren kraulen, aber - wird er seinem samtpfötigen Mitbewohner auch richtig zuhören können, wenn der mal was Wichtiges zu erzählen hat? Wer nicht genau hinhört oder -sieht, für den hat sich das Lautrepertoire einer Katze schnell erschöpft: Maunzen, Miauen, Fauchen, Schnurren. Damit hat sich's noch lange nicht erledigt.

Miauende junge Katze auf einer Wiese. (Rechte: Mauritius)

Das Miauen ist eher selten zu hören

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Mit dem Körper spricht sich's lautlos

Fühlt die Katze sich wohl, hat sie einen entspannten Ausdruck und einen ruhigen Blick. Die Ohren sind nach vorne und leicht nach außen gerichtet, die Schnurrhaare stehen seitwärts. Ein hochaufgerichteter Schwanz bedeutet: Hallo! Die Begrüßung wird durch einen hocherhobenen Kopf noch unterstrichen.

Leichtes Wedeln mit dem Schwanz, Schnurrhaare nach vorne und breit gefächert, Ohren spitzen und nach vorne drehen heißt: Aufmerksam! Bei Katzen, die zunächst einfach nur da liegen und dösen, kann ein zuckendes Ohr die ersten Anzeichen von Aufmerksamkeit verraten.

Ein fauchende Katze mit angelegten Ohren und aufgerissenem Mund. (Rechte: Mauritius)

Jetzt ist der Spaß vorbei!

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Sind Ohren und Schnurhaare angelegt und vergrößern sich dann auch noch die Pupillen, heißt es: Vorsicht, sonst setzt's was! Diese Signale sollte man rechtzeitig deuten, man nimmt sie allerdings meist schon intuitiv wahr. Bei Angst will sich die Katze unsichtbar machen. Ohren und Schnurrhaare angelegt, Augen und Pupillen schmal, Kinn angedrückt - die Katze ist völlig angespannt und kann im nächsten Moment zum Angriff übergehen. Dann ist das Fell gesträubt, die Pupillen sind riesengroß. Das ganze Gehabe wird noch durch einen hin- und herpeitschenden Schwanz unterstrichen. Greift die Katze an, sind die Beine hochaufgerichtet, die Ohren sind nach hinten gedreht, die Schnurrhaare breitgefächert. Der Schwanz ist kurz hinter der Wurzel hakenförmig abgebogen und die Haare sind gesträubt.

Eine gähnende Katze. (Rechte: Mauritius)

Auch Gähnen bedeutet Wohlfühlen

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Erinnerung an Kinderzeiten

Manchmal spricht die Katze auch in einer Körper-Baby-Sprache. Das Treteln zum Beispiel ist eine typische Bewegung, die kleine Katzen machen, wenn Sie an der Zitze der Mutter saugen und den Milchfluss anregen wollen. Bei vielen Katzen bleibt diese Eigenschaft ein ganzes Leben lang erhalten. Auch schon längst erwachsene Katzen verfallen immer wieder ins Treteln, wenn sie sich auf den Schoß eines geliebten Menschen setzen. Manche Katzen können es gar nicht lassen und verbinden das Treteln mit einem Nuckeln, vorwiegend an der Kleidung. Eine tretelnde Katze ist entspannt und fühlt sich rundum wohl.

"Miau" ist nur für Menschen

Das "Miau" einer Katze kennt jedes Kind - und das ist auch kein Wunder, denn das "Miau" ist speziell für uns Menschen reserviert und wird nur in solchen Fällen angewendet, in denen die Katze von alleine ohne Hilfe nicht weiterkommen würde. Wir Menschen werden also mit diesem Laut konfrontiert, wenn wir Türöffner, "Dosenöffner" oder Ähnliches sein dürfen.

Großaufnahme auf eine schlafende Katze. (Rechte: Mauritius)

Schnurren begleitet häufig die Einschlafphase

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Schnurren

Schnurren ist gleichbedeutend mit Wohlfühlen. Das liegt nahe. Denn wer eine schnurrende Katze auf dem Schoß liegen hat, der entspannt gleich mit. Allerdings schnurren Katzen auch in eher schlimmen Situationen - unter Schmerzen zum Beispiel. Deshalb vermutet man, dass die Katze nicht nur schnurrt, wenn sie sich wohl fühlt, sondern dass sie auch schnurrt, um sich wohl- oder besser zu fühlen. Das Schnurren der Katze wird von Wissenschaftlern genauer unter die Lupe genommen, vor allem die Frequenzen des Schnurrens, die auch als Heilfrequenzen bekannt sind.

Drei junge Siamkatzen, die aufmerksam in eine Richtung schauen. (Rechte: dpa)

Die Siamkatze hört auch gerne zu

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Wir wünschen gute Unterhaltung!

Das Einmaleins der Katzensprache wäre also gelernt. Wer sich allerdings mit seiner Katze gepflegt unterhalten will, sollte viel beobachten, viel mit ihr reden und vor allem: gut zuhören - dann wird sich eine Verständigungsbasis fast wie von selbst ergeben. Übrigens: Es gibt gesprächige und weniger gesprächige Katzenarten. So sind zum Beispiel die "Siamkatzen" oder die "Türkisch Van Katzen" für einen Schwatz gut zu haben.

Susanne Decker, Stand vom 09.06.2011
Sendung: Mythos Samtpfote - Die Katze und ihr Mensch, 10.06.2011

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