Apitherapie
Propolis pro Gesundheit
Die Apitherapie beschreibt den Einsatz der vielfältigen Bienenprodukte, um Krankheiten vorzubeugen und Beschwerden zu lindern und ist in Osteuropa, Südamerika und Asien bereits weit verbreitet. Ein wichtiger Bestandteil dieses Naturheilverfahrens ist das Bienenkittharz Propolis, das Bienen aus dem Harz von Knospen und Baumrinden gewinnen. Es wirkt nachweislich gegen Bakterien, Viren und Pilze und riegelt den Bienenstock hermetisch gegen Krankheitserreger ab.
Für die antibiotische Wirkung ist vor allem der hohe Anteil an wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen, den Flavonoiden, verantwortlich. Laut einer wissenschaftlichen Studie übertrifft Propolis in seiner entzündungshemmenden Wirksamkeit den Wirkstoff Acetylsalicylsäure und ruft keine schädlichen Nebenwirkungen hervor. Zudem wirken Flavonoide als Antioxidantien und hindern radikale Sauerstoffverbindungen daran, die DNS (Desoxyribonukleinsäure) von Körperzellen anzugreifen. In der medizinischen Forschung nährt Propolis die Hoffnung, bestimmte Inhaltsstoffe für den Kampf gegen Krebs und Retroviren wie das HI-Virus nutzen zu können. Bereits die Ägypter waren sich der schützenden Wirkung von Propolis bewusst und nutzten es zur Einbalsamierung ihrer Mumien. Doch noch darf Propolis nur als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Medikament verkauft werden. Eine medizinische Anwendung sollte demnach grundsätzlich nur unter ärztlicher Anleitung stattfinden.
Königlicher Milchsaft
Das Gelee Royal, der Königinnenfuttersaft der Honigbienen, verdankt seine Existenz einem säugetierähnlichen Entstehungsprozess. Die "Bienenmilch" wird von den Ammenbienen in speziellen Kopfdrüsen produziert und dann an die Brut verfüttert. Aber nur die potenzielle Königin erhält das "Königliche Gelee" während ihres gesamten Larvenstadiums und darüber hinaus für den Rest ihres Lebens. Durch das spezielle "Designer-Food" gestärkt, lebt die Königin länger als alle übrigen Bienen im Stock und ist in der Lage, täglich bis zu 3000 Eier zu legen. Gelee Royal besteht neben Wasser, verschiedenen Zuckersorten und Proteinen aus zahlreichen Vitaminen und Spurenelementen. Es soll bei körperlichen und seelischen Belastungen helfen und bei verschiedenen Hautproblemen wirken. Obwohl auch eine antibiotische Wirkung von Gelee Royal wissenschaftlich belegt ist, kann der Verzehr gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Denn wie alle Naturstoffe, kann auch Gelee Royal zu allergischen Reaktionen führen und für bestimmte Risikogruppen lebensbedrohlich sein.
Heilender Honig
In der Geschichte der Menschheit wird Honig schon seit mehreren Jahrtausenden verwendet, um Bakterien in entzündeten Wunden abzutöten und diese zu desinfizieren. Dafür verantwortlich ist das Enzym Glucoseoxidase, das den Zucker im Honig in das antibakteriell wirksame Wasserstoffperoxid umwandelt. Einen ganz besonderen Honig stellen Bienen in Neuseeland aus dem Nektar des Manukabaumes, dem neuseeländischen Teebaum, her. Der Manukahonig ist besonders reich an dem Stoff Methylglyoxal und erhält dadurch eine stark entzündungshemmende Wirkung, die weit über die von normalem Honig hinausgeht. Aus diesem Grund besteht auch medizinischer Honig zum Teil aus dem neuseeländischen Manukahonig. Mit dessen Hilfe wirkt der "Medihoney" erfolgreich gegen einige antibiotikaresistente Bakterien, wie die in Krankenhäusern gefürchteten multiresistenten MRSA-Keime (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Es ist jedoch nicht ratsam, einfach einen handelsüblichen Honig zur Wundinfektion einzusetzen. Dieser kann Sporen von Bakterien und Pilzen enthalten, und bei unsachgemäßer Anwendung zu Wundinfektionen führen.
Bienengift auf Abwegen
Genau wie bei einer Diskothek haben auch Honigbienen nicht die Erlaubnis, jeden Bienenstock in ihrer Umgebung zu betreten. Ältere Wächterbienen übernehmen die Rolle des Türstehers und kontrollieren den Eingang zum Stock. Einem unliebsamen Besucher wird im Ernstfall mit Hilfe des Stachels eine Dosis Bienengift verabreicht. Ein Prozent der menschlichen Bevölkerung leidet an einer Insektengiftallergie, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Aber für alle, die nicht an einer Bienengiftallergie, dafür aber an Erkrankungen wie Rheuma oder Arthrose leiden, kann der gezielte Einsatz des Toxins eine vielversprechende Behandlungsmethode sein. Dazu wird eine Biene auf das entsprechende Gelenk gesetzt und zum Stich angeregt. Auf diesem Weg gelangen die im Bienengift enthaltenen Substanzen wie Histamin und Adolapin an ihren Einsatzort und helfen, die Beschwerden des Patienten zu lindern. Damit die Biene bei dieser Prozedur nicht stirbt, wird zwischen Biene und Patient ein feinmaschiges Netz gehalten. So dringt der Stachel nicht zu tief in die menschliche Haut und ein Herausreißen des gesamten Stachelapparats wird verhindert.
Sebastian Rams, Stand vom 11.05.2011
Sendung: Die Welt der Bienen – Von Honig, Milben und Gelee Royal, 12.05.2011










