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Bienensterben

Auch für die Honigbiene ist der Tod fester Bestandteil des Lebens. Doch weltweit sterben die Bienenvölker in immer beängstigenderen Zahlen und in manchen Regionen der Erde vor allem auf eine bisher unerklärliche Art und Weise. Mittlerweile hat das Massensterben der Bienen eine bedrohliche Dimension erreicht, die auch die Existenz vieler Imker gefährdet.

Zahlreiche tote Bienen liegen in einem Bienenstock übereinander. (Rechte: Imago)

Massensterben bei Bienen

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Honigbiene in Gefahr

Zu Beginn des Frühlings sind die Imker seit Jahren weltweit dazu gezwungen, ein trauriges Ritual auf sich zu nehmen und eine Bestandsaufnahme ihrer Bienenvölker zu machen. Nicht selten müssen sie einen Verlust von mehr als 20 Prozent ihrer Schützlinge verkraften. Allein in Deutschland beläuft sich die Anzahl dann auf ungefähr 200.000 Völker. Ein gewisser Prozentsatz davon ist auf den natürlichen Wintertod der Biene zurückzuführen. Doch reicht das bei Weitem nicht aus, um die hohen Ausfälle insgesamt zu erklären. In vielen Fällen ist die Varroa-Milbe für den Tod der Bienenvölker verantwortlich, die 1977 aus Asien eingeschleppt wurde. Während die Varroa-Milbe ihrem Opfer Blut aussaugt, überträgt sie gefährliche Krankheitserreger, gegen die sich die Bewohner vieler Bienenstöcke nicht mehr erfolgreich wehren können.

Tote Bienen liegen auf dem Boden zerstreut umher. (Rechte: dpa)

Der Bienenkollaps führt zum Tod der Kolonie

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Die Immunabwehr schwächelt

Die Ursache für diese abnehmende Widerstandskraft könnte ein geschwächtes Immunsystem der Honigbiene sein. Schon seit längerer Zeit untersuchen Forscher verschiedene Faktoren wie Pestizide, Monokulturen und den Transportstress der Völker. Solche Faktoren setzen während der Blütezeit den Völkern zu und werden für die Immunschwäche verantwortlich gemacht. Aber auch eine einseitige Bienenzucht, die Bieneneigenschaften wie Fleiß und Sanftmut bevorzugt, Widerstandsfähigkeit dagegen schwächt, könnte den Massentod der Honigbiene begünstigen. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um die Auslöser des geheimnisvollen Bienenkollapses, dem Colony Collapse Disorder (CCD), bei dem die Bienen ihren Stock verlassen und nicht wieder zu ihm zurückkehren. Oft bleiben dann nur die Königin und einige wenige Arbeiterinnen zurück, die aber ebenfalls ein abnormes Verhalten zeigen. Sie fressen nicht mehr, vernachlässigen die Brut und sterben wenig später irgendwo außerhalb des Bienenstocks.

Weiße Bienenlarven in den Waben eines Stockes. (Rechte: picture-alliance / NHPA)

Frische Bienenlarven für die Forschung

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Das ganze Jahr Sommer

Um das Immunsystem der Honigbiene besser verstehen und dem Bienensterben Einhalt gebieten zu können, beschreiten die Wissenschaftler der Würzburger "BEEgroup" neue Wege in der Bienenforschung. Für eine kontinuierliche Forschungsarbeit an der Honigbiene Apis mellifera benötigen die Forscher das ganze Jahr über frische Bienenlarven. Doch im Winter legt die Königin eines Bienenvolkes in der Regel keine Eier. Aus diesem Grund lag die Bienenforschung über den Winter oftmals auf Eis. Doch diese Zeiten sind vorbei. Mithilfe eines hochmodernen und weltweit einzigartigen Bienenflugraums gaukeln die Forscher den Bienen ein ewiges Sommermärchen vor. Angenehme Temperaturen von über 20 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent bieten der Bienenkönigin ideale Voraussetzungen, um das ganze Jahr hindurch brüten zu können. Selbst Morgen- und Abenddämmerung sowie der Tagesverlauf der Sonne werden im Bienenflugraum simuliert. Ausgestattet mit dieser hochmodernen Technik sind die Forscher nun in der Lage, das Immunsystem der Honigbiene über das ganze Jahr hinweg zu untersuchen. Dazu werden die Versuchsbienen zunächst mit verschiedenen Krankheitserregern infiziert. Anschließend wird gründlich analysiert, um am Ende das Immunsystem der Biene besser verstehen und das Bienensterben eindämmen oder gar stoppen zu können.

Ziel ist es, Bienen mit starkem Immunsystem zu identifizieren. Einem Immunsystem, das den heute widrigen Umweltbedingungen besser angepasst ist. Solche Bienen könnten dann den Grundstock für die Zucht von neuen Bienenvölkern bilden. Ein Hauptziel ist in Zukunft auf jeden Fall, Bienen zu selektieren, die Resistenzen gegen die von der Varroa-Milbe übertragenen Krankheitserreger aufweisen.

Sebastian Rams, Stand vom 11.05.2011
Sendung: Die Welt der Bienen – Von Honig, Milben und Gelee Royal, 12.05.2011

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