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Eiszeitlicher Weg zwischen Asien und Amerika

Das Land war voller exotisch anmutender Tiere. Riesige Wollhaarmammuts etwa, mit an die zweieinhalb Meter langen Stoßzähnen, stapften über die weiten Ebenen. Kurznasige Bären, anderthalb Meter hoch, witterten nach Beute. Das Land, auf dem zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihr zu Hause hatten, ist heute fast ganz verschwunden, doch vor rund zwei Millionen Jahren war es wirklich da: Beringia, so heißt dieser Subkontinent, der während der Eiszeit zwischen Nordamerika und Asien, am Rande der Arktis gelegen war.

Landschaft in der Eiszeit mit Mammuts nach einem Gemälde von W. Kranz. (Rechte: Interfoto)

Vor zwei Millionen Jahren waren Asien und Amerika verbunden

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Sinkender Meeresspiegel

Seine Existenz verdankte er den gigantischen Gletschern der Eiszeit. In ihnen war ein Großteil der weltweiten Wassermassen auf dem Land gebunden. Dadurch sank der Meeresspiegel zeitweise und legte dadurch Teile der Beringsee trocken. Im Laufe vieler Jahrtausende entstand so eine karge, flache Steppenlandschaft: Beringia. Da dieses Land von hohen Gletschern umgeben war, an denen sich die Wolken abregneten, lag es im Regenschatten der Eisgiganten und war vermutlich kalt und trocken.

 

Einwanderer zwischen Gletscherlandschaften

Mittlerweile ist Beringia verschwunden, über seinen Landmassen liegt heute ein 90 Meter tiefer Meeresabschnitt, die Beringstraße. Nach ihr wurde Beringia auch benannt. Vor vielen Tausend Jahren aber war Beringia, das sich von der Lena in Sibirien bis zum Mackenzie River im Nordwesten Amerikas erstreckte, eine Landbrücke, über die viele Tiere zu Fuß von Kontinent zu Kontinent wechseln konnten. Auch der Mensch nutzte das Land Beringia: Die "ersten Einwanderer", die so genannten Paleo-Indianer, erreichten den nordamerikanischen Kontinent vor rund 20.000 Jahren aus Asien über diese Landbrücke.

Beweise im Meeresboden

Doch woher weiß man von der Verbindung zwischen den Kontinenten? In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts fiel Wissenschaftlern auf, dass zu beiden Seiten der Beringstraße sehr ähnliche Pflanzen wuchsen. Sie mussten einst zu einer zusammenhängenden Landmasse gehört haben. Inzwischen haben die Wissenschaftler Beweise gesammelt: Entnimmt man dem Meeresboden in der Beringsee Proben, so enthalten diese Reste von Landpflanzen, die auf dem einst trockengelegten Meeresboden wuchsen. Aber auch Tierknochen, etwa die des riesigen Mammuts, deuten auf die einstige Landschaft hin.

Die Gletscher gingen, das Wasser kam

Als sich vor etwa 15.000 Jahren das Klima erwärmte, schmolzen die Gletscher, die Beringia geschaffen hatten, langsam ab. Das Meer stieg an und die einstige Landbrücke wurde überflutet. Da sich die Wolken nun nicht mehr an den aufgetürmten Eislandschaften abregneten, sondern ins Landesinnere ziehen konnten, fielen Niederschläge auf das einst karge Land. Es entstanden ausgedehnte Waldflächen und die Tiere und Pflanzen der Beringia-Steppe verschwanden.

Axel Wagner, Stand vom 23.07.2009

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