• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Gletscherschmelze

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Natur & Technik
  • Klima
  • Gletscher
  • Gletscherschmelze

Gletscherschmelze

Einem Gletscher kann sich nichts widersetzen. Die Kraft, mit der er in die Landschaft vordringt, ist einzigartig in der Natur. Doch so mächtig die kalten Riesen auch sind: Da sie aus Eis bestehen, haben Gletscher einen Feind, dem auch sie nichts entgegensetzen können - die Wärme. Weltweit werden Gletscher immer kleiner und verschwinden zum Teil sogar ganz. In Zeiten des Klimawandels sind die Eiskolosse Zeugen der Erderwärmung.

Gletscher, der zum Teil geschmolzen ist (Rechte: AKG)

Die kalten Riesen schwinden

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Gletscher
Video
Gletscherrekorde
Gletscherschmelze
Wissensfrage
Findlinge
Literatur & Co

Fieberthermometer des Weltklimas

Werden sie vollständig verschwinden oder nicht? Und: Inwieweit kann man den Zusammenhang zwischen einer Klimaerwärmung und der Gletscherschmelze berechnen? Das sind die Fragen, mit denen sich Gletscherforscher mehr und mehr auseinander setzen müssen.

Geröllfeld in den Bergen mit einem Gletscher im Hintergrund. Im Vordergrund steht ein Schild mit der Aufschrift: 'Stand Gletscherzunge 2000. Rückgang seit 1900: 1870 Meter.' (Rechte: AKG)

Gletscher schmelzen fast weltweit

Vergrößern

Jeder Gletscher ist anders

Untersuchten sie früher noch die Wirkung des vorstoßenden Eises auf Fels und Boden, so verwenden sie heute ihre schmelzenden Forschungsobjekte mehr und mehr als "Fieberthermometer des Weltklimas". Denn sobald die Temperaturen der Erde steigen, schmelzen die Gletscher - und das fast weltweit. Doch ein Thermometer muss geeicht sein. Im Falle der Gletscher heißt das, die Ursachen des Rückzugs müssen detailliert geklärt sein. Denn eine einfache Kurve, die etwa den Rückgang des Eises mit dem Verlauf der Temperatur vergleicht, wäre schlichtweg verfälscht. Der Grund dafür liegt im Verhalten des Gletschers. Zuwachs und Schmelze werden nicht alleine durch die Temperatur, sondern vor allem auch durch die Niederschlagsmengen bestimmt.

Außerdem gleicht kein Gletscher dem anderen: Hangneigung und Bodenbeschaffenheit sind weitere Faktoren, die über Wachsen und Schrumpfen der Eisriesen entscheiden. Somit ist klar, dass Gletscherforschung eine langfristige Angelegenheit ist, die viele Faktoren berücksichtigen muss. Wer also glaubt, dass ein kalter Winter und nicht allzu heiße Sommer bereits ausreichen, um die weißen Riesen wieder in neuer Pracht erscheinen zu lassen, der irrt. Denn die Wissenschaftler haben festgestellt, dass für eine sogenannte positive Massenbilanz vor allem kühle und niederschlagsreiche Sommer notwendig wären.

Mit den Gletschern verschwindet die Artenvielfalt

Wenn Gletscher tauen, verändert sich die Landschaft. Ehemalige Gletschertäler verwandeln sich in öde Gesteinswüsten, in denen sich nur wenige Lebewesen wohl fühlen. Der Grund dafür liegt in der Wasserknappheit: Bäche von Schmelzwasser versorgten einstmals Pflanzen und es konnte sich in den Randlagen des Eises Boden bilden, der wiederum Pflanzenwuchs ermöglichte und damit auch Lebensraum für viele Kleintiere schuf. Verschwinden die Gletscher, verschwindet auch ein Teil der Artenvielfalt.

Die steigenden Temperaturen wirken sich aber auch fatal auf die Geologie der Alpen aus. Denn der dauerhaft gefrorene Permafrostboden der Alpen verliert an Stabilität. Erdrutsche und Bergabgänge sind die Folge. Solche Wandlungen verändern nicht nur das Bild der Alpen, sondern sind für die Menschen auch extrem gefährlich, da etwa Berghütten und Skilifte, die ehemals fest auf dauerhaft vereistem Boden standen, ins Rutschen geraten.

Zwei Bilder der Zugspitze: eines von 1890 mit großen weißen Flächen, eines von 2003 mit nur noch bruchstückhaften stark verschmutzten Schneeflächen (Rechte: Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften München)

Gletscherschwund auf der Zugspitze

Vergrößern

Schmelze so stark wie nie zuvor

Ein Blick in die Schweiz: Messungen zeigen, dass die Schweizer Gletscher so stark schmelzen wie nie zuvor. Von 100 im Herbst 2005 untersuchten Gletschern waren 86 kürzer als in den Jahren zuvor. Der Triftgletscher hatte sich gar um 216 Meter zurückgezogen. Kein einziger Gletscher dieser Region ist in diesem Zeitraum gewachsen.

In Österreich und Deutschland ist die Lage ähnlich. Der Vernagtferner im Tiroler Ötztal hat in den vergangenen 150 Jahren zwei Drittel seiner Eismasse eingebüßt. Allein in einem heißen Sommer verliert er bis zu vier Meter durch Schmelzwasser. Der Gletscher, der einst die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg bedeckte, muss in etwa 300 Hektar groß gewesen sein. Heute sind davon nur noch der Nördliche und Südliche Schneeferner übrig geblieben. Beide zusammen bedecken heute eine Fläche von knapp 50 Hektar, entsprechen also nur noch einem Sechstel des einstigen Schneeferners.

Aktuelle Aufnahme des Vernagtferner auf dem weite eisfreie Flächen zu sehen sind. (Rechte: BR)

Der Vernagtferner heute

Vergrößern

Wasserknappheit droht

Der Zusammenhang zwischen Gletscherschmelze und Wasserverknappung wurde bislang wissenschaftlich kaum diskutiert. Ein fataler Fehler, denn nur ein Viertel der weltweiten Süßwasserreserven entfällt auf Grundwasser, Seen, Flüsse oder Wasser in der Atmosphäre. Drei Viertel bestehen dagegen aus Eis und Schnee der Polargebiete und Gletscherregionen. Die Glaziologen fürchten, dass in Folge der Gletscherschmelze die Wasserreserven zurückgehen werden. So haben etwa zwischen 1985 und 2000 die Zungen des Vernagtferners bis zu 40 Meter an Dicke verloren. Und dieser Gletscher ist kein Einzelfall.

Da bisher noch genügend Schmelzwasser im Sommer aus den Gletschern abfließen kann, wurde auch in Rekordsommern wie 2003 noch keine ernste Wasserknappheit registriert. Wenn aber das Verschwinden der weißen Riesen anhält, werden in manchen Sommern die Brunnen im Alpenraum leer bleiben, denn das Süßwasser aus der Gletscherschmelze ist das Haupttrinkwasser-Reservoir dieser Region. In Rekordsommern wie 2003 kommt etwa vom Vernagtferner fast doppelt so viel Wasser in die Täler geflossen, wie in den 60er oder 70er Jahren. Allein in den vergangenen 20 Jahren verlor der Gletscher 110 Millionen Kubikmeter Wasser, eine Menge, die dem Trinkwasserverbrauch der Region München innerhalb eines Jahres entspricht.

Gletscherzunge zwischen Felswänden. (Rechte: Mauritius)

Gletscher sind wichtige Trinkwasserlieferanten

Vergrößern

Gletscherschmelze - Wie in den Alpen so in der Welt

Allein in den Alpen gibt es rund 5000 Gletscher. Berechnungen der Glaziologen zeigen, dass sich ihre Anzahl in den nächsten 20 Jahren halbieren dürfte. Alternativen für die Versorgung der Alpenregion mit Trinkwasser werden zurzeit abgeschätzt, aber noch bietet sich keine Möglichkeit, das fehlende Trinkwasser aus den nicht mehr vorhandenen Gletschern durch andere Quellen zu ersetzten.

Was für die Alpen gilt, gilt fast uneingeschränkt weltweit. Auf Exkursionen nach Kasachstan und China haben Geografen aus dem Team der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die Gletscherschmelze und ihre Folgen für die Entwicklung der Trinkwasserreserven untersucht. Die Beobachtungen zeigen alarmierende Ergebnisse: Für Zentralasien gilt dasselbe Szenario wie für die Alpen. Zunächst herrscht ein Überangebot an Wasser, weil die Eisvorräte aufgezehrt werden. Sobald aber die Gletscher abgeschmolzen sind, beginnt die Zeit der Wasserknappheit. Täler, die einst mächtige Flüsse führten, werden dann ausgetrocknet sein.

Doch welches Klima bräuchten die Gletscher, um auf die beachtliche Größen von einst anzuwachsen? Die Prognose ist ernüchternd. Mindestens 200 kühle, feuchte Sommer, so wie sie unregelmäßig in den 70er Jahren vorkamen, bräuchte der Vernagtferner, um das ganze Tal wie noch vor gut 100 Jahren auszufüllen. Doch mit einem solchen Klimawandel rechnen die Forscher nicht. Vielmehr prognostizieren sie, dass das Klima wärmer wird und die Gletscher weiter schmelzen.

Axel Wagner, Stand vom 03.05.2012
Sendung: Quer über die Alpen - Vom Säumerweg zum Riesentunnel, 07.05.2012

Mehr zum Thema

Collage aus Bildmotiven zum Thema Klima (Rechte: dpa)

Klima


  • Golfstrom
  • Eiszeit
  • Erdatmosphäre
  • Wetterphänomene
  • Tornados

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/natur_technik/klima/gletscher/gletscherschmelze.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.