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Heinrich Göbel - der wahre Erfinder der Glühlampe?

In der Technikgeschichte sind Erfindungen oft anderen Leuten zugesprochen worden als denen, die sie wirklich gemacht haben. Die Gründe waren zum Beispiel geistiger Diebstahl, Paralellentwicklungen, Zufall oder fehlende finanzielle Mittel. Und dann waren Leistungen und Tatsachen im Nachhinein nicht mehr zu beweisen. So geschah es auch dem deutschstämmigen Amerikaner Heinrich Göbel.

Heinrich Goebel (Rechte: AKG)

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In Amerika erfolgreich

Göbel wurde am 20.4.1818 in Spring am Deister geboren. Nach der Schule, die er als schlechtester seines Jahrgangs abschloss, begann er eine Lehre als Schlosser. Der erfinderisch begabte junge Mann fing an, in seiner Werkstatt Uhren und optische Geräte für Hochschulen herzustellen, die oft auch für Experimente von Lichtbogenlampen verwendet wurden. Nach der Hochzeit im Jahre 1844 verließ Göbel im November 1848 mit seiner Frau und zwei Kindern Deutschland in Richtung Amerika. In New York eröffnete er ein Uhrmacher- und Optikergeschäft, auf das er mit einer großen Lichtbogenlampe aufmerksam machte.

Er begann Experimente mit Glühlampen zu machen und fand nach einigen Versuchen das richtige Material für den Glühfaden: ein fein zerspanntes Stück verkohlter Bambusfaser, die er in eine Glasglocke, angeblich einer 4711-Flasche Eau-de-Parfum, packte. Er wusste aus Experimenten anderer, dass das Verglühen der Faser nur durch Herstellung eines Vakuums verhindert werden konnte. Mit Quecksilber gelang ihm die Entlüftung seiner Glaskolben, denn die Vakuumpumpe war zu dieser Zeit noch nicht erfunden. Durch seine zahlreichen Experimente verlor der Idealist fast sein gesamtes Vermögen. Aber schon 1859 sollte er mit seinen Lampen eine Brenndauer von 400 Stunden erreicht haben. Er benutzte seine Lampen zum Beleuchten seiner Schaufenster und eines Fernrohrwagens, mit dem er durch die Straßen von New York zog. Gegen ein geringes Entgelt konnten sternenbegeisterte Städter damit in den Himmel schauen. Eine mögliche Patentanmeldung unterließ Göbel, der sich in seiner neuen Heimat übrigens Henry Goebel nannte

Mangel an Beweisen

1893 starb Göbel während des Prozesses mit Edison, den letzterer anstrengte um zu klären, wer denn nun die Glühlampe erfunden habe. Zwar ergab sich aus dem Urteil, dass Göbel lange vor Edison eine brauchbare Glühlampe erfunden habe, aber wirklich beweisen konnte das keiner. Und so mehren sich die Stimmen, dass Heinrich Göbel doch nicht der Erfinder Glühlampe sei. Nie tauchte eine seiner ursprünglichen Glühlampen auf, die Beleuchtung des Fernrohrwagens mit seinen Glühbirnen könnte eine reine Zeitungserfindung gewesen sein und ob Göbel ohne fundamentale Kenntnisse der Elektrophysik in der Lage war, seine Experimente tatsächlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, kann getrost angezweifelt werden. Vielleicht also wurde Göbel am Ende seines Lebens nur von Edison-Gegnern gestützt, die keinesfalls wollten, dass Edison sein Patent auf die Glühlampe halten konnte. Die Wahrheit hat er mit ins Grab genommen.

Ute Heers, Stand vom 17.06.2011
Sendung: Licht als Werkzeug - Laser erobern die Welt, 20.06.2011

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